Wie einfach kann man sich Schlafmittel verschreiben lassen?

11 Antworten

Ob man sich ein bestimmtes Schlafmittel wünschen kann hängt vom jeweiligen Arzt ab. Normalerweise verschreibt der Arzt jedoch das Medikament, das er für angebracht hält.

Midazolam (Markenname Dormicum) beispielsweise wird im ambulanten Bereich äusserst selten verschrieben. Das Medikament ist enorm stark und wirkt nur für kurze Dauer (Halbwertzeit ca. 90 Minuten). Verwendet wird Midazolam vorwiegend im stationären Bereich zur Prämedikation bei Operationen.

Klassische Schlafmittel stammen aus der Gruppe der Benzodiazepine und Z-Drugs. Benzodiazepine werden vor allem dann zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt, wenn diese mit Angst-, Spannungs- und/oder Unruhezuständen verbunden sind. Am häufigsten wird Lorazepam verwendet. Midazolam ist ebenfalls ein Benzodiazepin, wird jedoch -wie bereits erwähnt- im ambulanten Bereich fast nie verwendet. Bei reinen Schlafstörungen werden eher Z-Drugs wie Zolpidem oder Zopiclon verschrieben.

Benzodiazepine und Z-Drugs sind hoch effektive Medikamente wenn es darum geht einfach wieder mal eine Nacht durchschlafen zu können, als längerfristige Lösung sind sie jedoch ungeeignet bzw. sogar kontraproduktiv. Denn sowohl Benzodiazepine als auch Z-Drugs besitzen ein hohes Abhängigkeitspotenzial weshalb die Anwendung bei Schlafstörungen in der Regel auf 10 Tage (bzw. Nächte) beschränkt ist.

Zur langfristigen Behandlung von Schlafstörungen werden andere Medikamente sozusagen "zweckentfremdet":

  • Oft kommt sedierende (schlaffördernde) Antidepressiva zum Einsatz. Bekannte Wirkstoffe sind beispielsweise Doxepin, Mirtazapin, Trimipramin, Trazodon und teilweise auch Agomelatin. Sie wirken etwas weniger zuverlässig als Benzodiazepine und Z-Drugs, machen dafür nicht abhängig. Das Problem liegt vorwiegend in den stark ausgeprägten Nebenwirkungen.
  • Teilweise werden auch sedierende Neuroleptika verwendet. Bekannt ist vor allem Quetiapin, Promethazin, Pipamperon und ist schweren Fällen auch Levomepromazin. Neuroleptika wirken relativ zuverlässig und machen nicht abhängig, haben meist jedoch noch mehr Nebenwirkungen als Antidepressiva zu bieten.
  • Antihystaminika können ebenfalls als Schlafmittel zweckentfremdet werden. Bekannt dafür ist vor allem der Wirkstoff Hydroxyzin welcher eigentlich gegen Juckreiz und Angstzustände verwendet wird. Antihistamitika machen nicht abhängig, haben jedoch deutlich mehr Nebenwirkungen als Benzodiazepine und Z-Drugs.

Hoffe konnte dir ein wenig weiterhelfen...

PS: Alle hier erwähnten Medikamente sind rezeptpflichtig.

Manche Ärzte verordnen es leider viel zu schnell und zu häufig Schlafmittel, ohne auf den Patienten einzugehen und zu klären, was zu den Schlafproblemen führen.

Hauptsache der Patient ist mit einem Rezept in der Hand schnell wieder aus dem Sprechzimmer. Das ist leider auch das, was sich viele Patienten wünschen. Viele fühlen sich nur gut behandelt, wenn sie was verschrieben bekommen.

Das ist jedoch nicht zielführend! Es wird nur ein Symptom behandelt und nicht die Ursache - und die gilt es herauszufinden.

Das wäre das Gleiche, wie wenn ich einem Patienten immer nur Schmerzmittel verordne, aber die Ursache seiner Schmerzen nicht behebe. Irgendwann wird er in der Schmerzmittelanhängigkeit landen.

Auch bei Schlafmitteln gibt es Abhängigkeitspotential.

Mache einen Termin mit deinem Arzt und schildere ihm die Problematik. Auch die Dinge, die dich aktuell belasten (Studium, Arbeitsplatz etc.). Da gibt es andere Lösungen als nur Tabletten.

Ich arbeite selbst im Schichtdienst, bin ständig unterwegs, hab also Job und nebenbei noch Familie mit Kind und Schule. Dazu Haus und Hof, letztes Jahr einen Sterbefall in der Familie und selbst 8 Monate Krankheit mit Gefahr des Jobverlustes hinter mir.

Wenn ich nach Hause komme, falle ich ins Bett und schlafe. Von Schlafstörungen keine Spur. Das alleine ist also kein Grund. Die Frage ist, wie man damit umgeht und das ist vermutlich bei dir der Punkt.

Aber den Umgang kann man lernen und ich denke da muss man bei dir ansetzen. Mit Tabletten alleine kommst du in Teufels Küche. Du musst das Thema anders angehen.

Alles Gute für Dich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dormicum ist ein sehr starkes Benzodiazepin und nur ein Depp von einem Arzt würde sowas bei Schlafproblemen verschreiben! Vor den Benzos kämen da erst mal andere Medis in Frage z.b.Mirtazapin. Gott sei Dank, werden Benzodiazepine heutzutage immer seltener verschrieben und wenn, dann höchsten nur für sehr kurze Zeit. Allerdings gibt es immer noch solche Ärzte die Benzos bei Schlafproblemen verschreiben, sie tun dem Patienten damit echt nichts gutes an!

Ich habe bisher ehrlich gesagt nicht viel mit Schlafmitteln zu tun gehabt, habe aber davon gehört, dass Midazolam tatsächlich bei Schlafproblemen verschrieben wird. Was dafür jedoch vorher passieren muss (zum Beispiel etliche Medikamente vorher ausprobieren), würde mich halt sehr interessieren.

Ich kenne Midazolam auch von der Arbeit und bei uns wird Dormicum sehr häufig gegeben. Allerdings natürlich nur als einmaliges Medikament (bei krampfanfällen, zusammen mit Ketanest oder einfach als Sedativum). Daher mein besonderes Interesse an genau diesem Wirkstoff ;) Ganz einfach, weil ich sonst keines kenne :D

@GirlOnFire2000

Ok...Ein guter Arzt möchte natürlich zuerst mal herausfinden wollen welches die Ursachen dieser Schlafprobleme sind, und erst dann zu Medis greifen. Manchmal werden zuerst mal „pflanzliche“ Wirkstoffe verschrieben z.b. Hochdosiertes Baldrian, Ein Markenmedi dieser Art wäre „Redormin 250 mg 2 Drages vor dem zu Bett gehen. Oftmals wird als erstes Mirtazapin, Markenname z.b. „Remeron“ verschrieben. Es braucht meistens etwas Zeit bis dieses wirkt, aber dann wirkt es oftmals sehr gut, zudem macht es kaum abhängig und die Qualität des Schlafes ist meistens sehr gut. Benzodiazepine sind eine Art „Ko-Schlag“. Benzodiazepine machen innert Kürze Abhängig und der Entzug davon gehört in den Bereich „Horror“! Einige Ärzte verschreiben bezüglich Benzos zuerst mal „Xanax“ oder „Temesta“. Ich rate jedoch eindringlich vor dem Konsum von Benzos ab!

das können andere Leute schon selber entscheiden ob das gut ist.

@Patrickson

alle leute. du bist nicht der , der die befugnis hat, für andere zu entscheiden oder für ärzte zu entscheiden.

@Schriever63

Ich habe als dipl. Krankenpfleger und Sozialpädagoge mehr als 20 Jahre lang Suchtkranke jeglicher Art betreut und gepflegt, und meine Erfahrung und mein Wissen diesbezüglich, gerade auch bezüglich Benzodiazepine sind ausserordentlich fundiert, desshalb kann ich dazu sehr wohl Auskunft geben, Ratschläge geben, und darüber urteilen. Was du hingegen vergleichbar zu mir, kaum kannst.

@Patrickson

kann fundiert sein wie will, du kannst hier nicht alle Leute mit Suchtkranken in einen Topf werfen, und ob andere das haben wollen und kriegen, das geht dich mal garnix an.

@Schriever63

Ich gebe auf die Frage fundiert antwort, und das ist der Sinn von gf, ob dir dies nun passt oder nicht! 😊

@Schriever63

Was vielleicht noch von Interesse wäre:

Weshalb verteidigst du die Verschreibung von Benzodiazepinen und Dornicum sosehr? Oder geht es dir um etwas anderes?

@Patrickson

Du hat hier Ärzte wegen Verschreibung kritisiert, ohne das überhaupt abschätzen zu können.

@Schriever63

Aha, darum geht es dir, ok! Ich habe in der Tat Ärzte, welche Dormicum oder andere Benzodiazepine bei Schlafproblemen verschreiben, kritisiert. Dies ganz einfach deshalb, weil ich die üblen Konsequenzen solcher Verschreibungen zur Genüge kenne. Ich begleitete beruflich und auch privat unzählige Menschen mit einer Benzodiazepinabhängigkeit, auch wärend ihres Benzodiazepinentzuges, und ich kann dir sagen, es ist ein katastrophales Leid! Benzodiazepine wurden in der Vergangenheit von Ärzten oftmals sehr leichtsinnig verschrieben, ganz einfach deshalb, weil Benzodiazepine sofort Wirkung zeigen, die Schlafprobleme sind sofort weg...super! Aber was daraufhin folgt ist meistens eine „unendliche“ Leidensgeschichte, ein ständiges Scheitern daran von diesen Medikamenten wieder los zu kommen. Benzodiazepine verändern das Wesen eines davon Abhängigen extrem negativ. Ich habe selbst in dieser Sache sehr viel Leid erlebt, deshalb bin ich auch emotionel betroffen, und dies kann zuweilen auch in meinen Antworten dazu erkennbar sein, was ich durchaus legitim finde. Dahinter stehen jedoch stehts mein fundiertes Wissen und Erfahrung dahinter.

Ich hab Zopiclon 7,5mg. Nehm ich aber nur ne halbe, das ist wirklich mickrig. leicht verschrieben - ja also ich hab sie gebeten, zu verschreiben, weil das einfach besser ist, ich schlaf da dann schnell ein.das kann der hausarzt verschreiben. Gewünscht hab ichs nicht, sie hat das rausgesucht, aber das kannste sagen. Also wirken tut es gut ! Gehe zu einem Arzt den du gut kennst.

Das mußt du mit deinem Arzt klären. Einfach so wird nichts zum schlafen verschrieben,

Und Dornicum ist schon ein Hammer, das gibt es auch nicht mal eben bei Schlafproblemen.

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