Werden unsere Gene "schlechter"?

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5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Den Knackpunkt hast Du schon berührt:

es kommt auf die Formulierung von "Fehlern" an:

Was wir für "fehlerhaft" halten, muß es evoluitonär längst nicht sein.

Die Triebfeder der Evolution ist die Selektion. Das heißt tatsächlich, daß neue Eigenschaften, die die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit erhöhen, sich im Genpool anreichern, oder eben solche, die die Fortpflanzungwahrscheinlichkeit senken, daraus verschwinden.

Nun hast Du Recht, daß viele Menschen mit Eigenschaften überleben, die in einer rein animalischen Betrachtung sich eher als Fortpflanzungsnachteil erweisen könnten.

Aber Fakt ist doch, daß sie überleben und sich fortpflanzen können. Ist das ein Widerspruch zur Selektion?

Nein.

Der Mensch hat Kulturtechniken entwickelt, die solche vermeintlichen "Fehler" eben nicht mehr reproduktionsrelevant machen wie Fürsorge, Medizin, Technik usw.

Es ist also unangemessen, diese Eigenschaften im evolutionären Sinne als "Fehler" zu betrachten. Wenn sie sich nicht negativ auswirken, sind sie es auch nicht. Wer sich vermehrt, ist im evolutionären Sinn "richtig". Sonst hätte er es nicht dahin geschafft.

Über all dem steht natürlich noch die Betrachtung, in wie weit von uns subjektiv als "Fehler" betrachtete Merkmale überhaupt genetisch fixiert sind.

Grundsätzlich ist auch wichtig zu verstehen, daß Evolution keinem Ziel zustrebt. Allein deshalb gibt es eigentlich kein richtig oder falsch. Wichtig ist allein Entwicklung.

Es gibt Untersuchungen, die die zurückgehende männliche Zeugungsfähigkeit z.B. auf die in Kunststoffen vorhandenen Weichmacher zurückführt. Nun könnte man annehmen, daß es Individuen gibt, die da anfälliger sind und andere, die eine gewisse Immunität gegen solche Stoffe haben könnten. Diese würden sich dann häufiger vermehren und irgendwann wäre dann die ganze Population resistent gegen Weichmacher.

Nun wird´s kompeltt fiktiv:

Nun könnte es aber sein, daß die Resistenz gegen Weichmacher durch eine reduzierte Fähigkeit begleitet wird, ein bestimmtes Hormon zu produzieren. Und dieses führt zur radikalen Schwächung der Libido. Nun hätten wir dann also hochpotente asexuelle Menschen und sterben einfach aus. Wo läge nun der "Fehler"?

Wir sollten uns immer hüten, die Evolution allzusehr zu antropomorphisieren.

Menschsein ist nicht in ein Muster zu zwängen.

Danke für deine Mühe! Finde es komisch, dass gutefrage das hier als Diskussionsthema definiert hat, denn ich hatte wirklich überhaupt keine Ahnung davon und habe das behauptet, was ich glaubte, zu wissen und wollte mich nun vergewissern, ob dies stimmt oder nicht. Du hast dir eindeutig die meisten Gedanken dazu gemacht (oder schon vorher die meiste Erfahrung gehabt) und es mir detailliert strukturiert erklärt. Vielen Dank dafür!

@Gehenna

Danke für den Stern. ;) Ich habe mir über diese Frage tatsächlich schon ein paar Gedanken gemacht.

Unsere Gene werden "schlechter" keine Frage. Früher haben nur die Starken überlebt und haben sich fortgepflanzt, heute überleben alle, auch die mit schweren Defekten, und pflanzen sich weiter. Der Genpool wird also immer schwächer. Nach meiner Meinung ist es ganz wichtig die Genforschung zu forcieren. Ich bin sicher, dass in ca. 100 bis 200 Jahren Befruchtungen in den hochentwickelten Ländern alle künstlich vorgenommen werden, damit man gesunde starke Embryos zur Fortpflanzung selektieren kann. Hier werden natürlich jetzt viele "Naturkämpfer" aufheulen. Ich weiß aber von was ich rede. Ich habe ein stark behindertes Kind. Ich liebe es sehr, aber wenn dich dein 14jähriger Sohn mit Tränen in den Augen anschaut und sagt: "Warum habe ich so ein Scheiß Leben?"

unser genpool wird nicht schlechter, sondern nur vielfältiger und das war noch nie ein nachteil in der evolution.

heute überleben alle, auch die mit schweren Defekten, und pflanzen sich weiter. Der Genpool wird also immer schwächer.

Vielleicht erkennst Du den Widerspruch in Deiner Aussage.

Wenn es überhaupt ein Kriterium gibt, eine Genbasis als "gut" oder "schlecht" zu bezeichnen, kann man das nur im Zusammenhang mit dem Fortpflanzungserfolg tun.

Und da ist es dann schlicht unmöglich, daß sich etwas Schlechtes vererbt. Wenn es eine Eigenschaft nicht verhindert, daß das sie tragende Individuum sie weitergibt, ist es per Defintion nicht "schlecht".

Nur wenn Du die Betrachtung über die evolutionäre Bedeutung heraushebst und antropomorphisierst, kommen Dinge wie Lebensqualtität zum tragen.

Da hat dann aber auch die von Dir in Aussicht gestellt Eugenik eben nichts mehr mit Evolution zu tun sondern ist allein ein menschliches Kulturphänomen.

@realsausi2

Wenn es überhaupt ein Kriterium gibt, eine Genbasis als "gut" oder "schlecht" zu bezeichnen, kann man das nur im Zusammenhang mit dem Fortpflanzungserfolg tun.

warum sollte man als kriterium denn nicht z.b. gesundheit oder wie von dir angesprochen lebensqualität heranziehen?

dass diese durch medizin und hilfsmittel kompensierte defekte heutzutage eben keinen nachteil mehr darstellen, sich fortzupflanzen und sie daher im sinne der evolution keinen nachteil mehr bedeuten (bzw. "schlecht" sind), wußte der fragesteller doch schon. darauf baut seine ganze hypothese doch auf. nichtsdestotrotz können sich doch die gene nachteilig verändern, auch ohne dass es einen direkten einfluß auf den fortpflanzungserfolg hat.

eben dadurch, dass später generationen häufiger hilfsmittel wie brillen oder medikamente benötigen, um ihr leben ohne einschränkungen leben zu können. dadurch dass sie auch z.b. ohne operationen überleben, um ins fortpflanzungsfähige alter zu kommen und sich dann auch ohne reproduktionsmedizin fortpflanzen können.

ein päarchen, was sich z.b. nur mittels künstlicher befruchtung fortpflanzen kann, ist doch im gegensatz zu einem, welches nicht darauf angewiesen ist, im nachteil. stets eine brille tragen zu müssen, ist doch für die betroffene person von nachteil. sein leben lang diät halten zu müssen, um nicht ernsthaft krank zu werden, ist doch für das individuum ganz deutlich ein nachteil. und die dafür verantwortlichen gene können doch dann selbstverständlich als nachteilig oder negativ oder schlecht angesehen werden.

und genau darum gings dem fragesteller.

@Khayelitsha

weil lebensqualität und gesundheit rein subjektive begriffe sind. gesundheit ist sogar überhaupt nicht definiert, da es keine absolute gesundheit gibt.

@BlackDracula

es kommt doch nur drauf an, wie du es definierst. gibt doch genug definitionen.
und wenn man sich auf eine und einen objektivierbaren maßstab geeinigt hat, kann man dann damit gesundheit (bzw. deren fehlen) und lebensqualität messen.

aber selbst wenn es nicht so wäre, ist doch jedem klar, dass jemand nicht gesund ist, der z.b. lebenslang medikamente nehmen oder sich operieren lassen muß um weiterzuleben...

deiner argumentation nach dürfte man ja selbst bei erblichen bedingten krankheiten wie formen von diabetes, krebs oder autoimmunerkrankungen nicht behaupten, dass diese negativ wären, da sie ja irgendwann mal von nutzen sein könnten. das ist aus unserer momentanen sicht doch absurd, zu behaupten, z.b. ein gen für leukämie könne nicht schlecht sein. merkst du doch selbst, oder nicht?

Sich-an-die-Umwelt-anpassen bedeutet für den Menschen, sich sozial zu integrieren. Linien von Menschen, die dazu nicht in der Lage sind, werden nicht weitergeführt werden.
Sozialkompetenzen werden immer wichtiger werden.

Die Bedeutung von Krankheiten wird, wie du erwähntest, immer mehr nachlassen. Wir sind aber noch sehr sehr weit von dem Zustand entfernt, bei dem wir alle Krankheiten in den "Griff" bekommen haben.

Guten Tag Gehenna,

du hast eine interessante Frage gestellt und nicht wenige ebenfalls teils sogar tiefgründige Antworten bekommen. Meine ist nun auch dabei...--))

Für die Natur, der wir Menschen entsprungen sind wie alle anderen Lebewesen auch, gibt es kein "gut" oder "böse", nicht einmal ein "zweckmäßig" oder "unzweckmäßig". Sie wirkt durch die unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeit zu Veränderung bei allen Arten darauf hin, dass sich Geschöpfe "anpassen" können.

Dann kamen die am höchsten angepassten dieser Lebewesen und begannen mit der ihnen allein verliehenen Gabe "menschlicher Vernunft" das zu entwickeln,was in den natürlichen Kreislauf eingreift. Weil diese Menschen entschieden haben: wir legen fest, was gut und was schlecht ist! Grundsatz: das Menschenkind bestimmt, was Mutter Natur zu tun hat!

Mit Hilfe nicht allein der Medizin wurden und werden Bedingungen geschaffen, welche deiner Frage Vorschub leisten. Die Anzahl der Menschen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon unnatürlich gewachsen. Nach dem "Gesetz der großen Zahl" beobachtest du nun, dass sich immer mehr Abweichungen von scheinbar natürlichen "Vorgaben" einstellen. Die wären früher einfach nur ausgestorben und damit unsichtbar geworden. Das ist kein Vorwurf gegen einzelne Personen oder Personengruppen - das ist einfach Tatsache.

Dass innerhalb aller - nicht nur menschlicher - Gene in ihrer riesigen Anzahl von Verkettungen ständig Mutationen geschehen, ist wissenschaftlich belegt. Allerdings auch, dass nicht jede dieser Veränderungen zwangsläufig zu Schäden führt, ebenfalls. Die alte Weisheit: "Alles fließt!" hat Berechtigung und Bestand - auch in neuer Lesart: "Das Beständigste ist die Veränderung."

Bleibe recht gesund!

Siegfried

Also...unsere Gene werden nicht schlechter,sondern sie passen sich nur an. Aber die Inzucht ist,wenn sich eine Familie nicht mit an deren Famielien mischen und gemeinsame Kinder kriegen.Das war damals im Aldel auch.Deshalb sind sie eingegangen und heute gibt es sie fast nicht mehr.Der grund dafür:Erbkrankheiten,die veerbt werden.Nur durch die Vermischung der Gene können diese Behoben werden.Aber f

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