Wer hat Erfahrung mit Korsakov-Syndrom?

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Wenn wirklich schon ein Korsakow-Syndrom besteht, kann man nicht wirklich von einer günstigen Prognose sprechen. Bei Alkoholkarenz und Behandlung mit Thiamin kann eine Besserung eintreten, meistens besteht aber eine Pflegebedürftigkeit. Häufig wird dann eine Heimunterbringung und die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung unumgänglich sein.

Keine guten Nachrichten vielleicht, aber dafür ehrlich...

mehr ggf. unter http://web4health.info/de/add-menu.htm

Meines Wissens sind das durch Thiamin-Mangel entstandene irreparable Schäden. Erfahrungsberichte bekommst Du eher aus der Gruppe der häufig betroffenen Alkoholiker. Wende Dich doch mal an die "Anonymen Alkoholiker"!

... oder z.B. an ein Forum wie dieses http://www.forum-alkoholiker.de/selbsthilfe-forum.html

Hallo!!! Das ist eine Krankheit die am häufigsten bei Alkoholikern auftritt.Sie betrifft das Gedächniss auch Amnesie genant.Die Leute können je weiter die krankheit vortschreitet nicht mehr an das jetzt und heute erinnern jedoch was früher mal war.Leider nicht heilbar .Im entstadium sind sie wie kleinkinder sind inkottinent erkennen keinen mehr wissen nicht was schlucken ist usw.jedoch sterben die leute nicht an DEmenz sonder an den folgen zb.Ersticken oder lungenentzündung.Hoffe konnte Dir helfen

Meine Mutter leidet seit vielen Jahren an Korsakow. Die Krankheit trat so plötzlich wie ein Schlaganfall auf und die Prognose seinerzeit war mehr als niederschmetternd. Keine Heilung möglich. Ihr fehlten die letzten 8 Jahre ihres Lebens. Sie erinnerte sich weder an ihre Scheidung, noch an den Tod ihres Vaters und für sie waren ihre Kinder noch klein. Dabei waren wir alle bereits erwachsen. An meinen Lebensgefährten und dessen Sohn erinnerte sie sich aber komischerweise. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert leider gar nicht mehr. Kurze Zeit nachdem ich zu Besuch war und gegangen bin, beschwert sie sich, dass ich nie käme. Alls vergangene wird wieder und wieder gefragt und immer wieder muss man es neu erklären. Meine Mutter erinnert sich nicht einmal daran wann sie gegessen hat. Sie ist grundsätzlich der Meinung, dass das Essen gerade erst gewesen sei und will dann nicht essen. Außerdem benötigt sie Physiotherapie, welche meiner Meinung nach allerdings nicht wirklich etwas bewirkt. Die Motorik verschlechterte sich zusehens... Außerdem kann man einen Korsakow-Erkrankten nicht allein lassen. Diese benötigen grundsätzlich Aufsicht und Betreuung. Ich kann an dieser Stelle allen Angehörigen Erkrankter nur viel Kraft wünschen...

Der Tenor der Antworten entspricht nich mehr dem aktuellen Wissensstand. Korsakov-Syndrome sind rückbildungsfähig, wenn rechtzeitig mit einer sehr vielseitigen und reichhaltigen Therapie begonnen wird. Dann ist eine Heimunterbringung meist nicht nötig, sehr viele Pat. können wieder ins Arbeitsleben zurückkehren. der Grund: die Zellen in den geschädigten Hirnstrukturen (z.B. Hippokampus)können neu gebildet werden. Ein Psychiater, der einen Korsakov-Pat. ins Heim verfrachtet, ohne diese intensiven Therapien durch geführt zu haben, begeht nach heutigem Wissen und Erfahrung einen Kunstfehler.

Hallo horstjoerg,

Ich hoffe du guckst hier nochmal rein. Mich interessiert nämlich dringend auf welche Quellen du deine Aussage stützt? Deine Antwort macht natürlich vielen betroffenen Angehörigen großen Mut, daher wäre ich wirklich froh, wenn du mir Näheres mitteilen könntest. Vielleicht sogar eine Literatur- oder Klinikempfehlung oder einen entsprechenden Link? Leider habe ich trotz intensiver Suche, außer deiner Antwort, nichts darüber gefunden, dass das Korsakow-Syndrom rückbildungsfähig sei.

@Galotti

Hallo Galotti

bin Psychiater/Verhaltenstherapeut/Neuropsychologe, der seit ca 20 Jahren erfolgreich in der Reha mit Kosakov-Pat. arbeitet. Zunächst in Kassel (Merxhausen) in den frühen 90ern, jetzt bei uns in der Schweiz (Kanton Uri, Sozialpsychiatrischer Dienst). Durch die neuen neuropsychologischen Therapien ist da noch mehr in Bewegung geraten. Es sind mittlerweile Erfolge möglich, die in den neunzigern noch nicht denkbar waren. Allerdings: man muss originelle Wege gehen, auch in der pflegerischen Betreuung, der Ergotherapie, Genusstherapie, Arbeitstherapie und neben dem neuropsychologischen Training auch das Selbstmanagement anheizen. Es kommt ganz auf das Engagement und den kreativen Ideenreichtum der TherapeutInnen an. Und es gibt ja einige Einrichtungen, die da ganz erfolgreich sind, bei Euch in D vor allem AHG-Einrichtungen: z.B. http://www.ahg.de/AHG/Indikationen/Soziotherapie/Chron_Abhaengigkeit/Korsakow.html In der Kürze (ich könnte Romane schreiben): würden sich die Anghörigen zu einem Interessenverband zusammen schliessen, sähe vieles anders aus. Jedenfalls: zu Resignation gibt es wenig Anlass. Man kann wirklich sehr viel bessern und weitgehend erfolgreich rehabilitieren, allerdings bedeutet das geduldige, mehr jährige Arbeit eines multiprofessionellen engagierten Teams. Also nicht von Postings entmutigen lassen, deren AutorInnen nicht mit Korsakov-Pat. arbeiten, sondern nur wiederkauen, was die gängige Meinung (auch unter ahnungslosen PsychiaterInnen) darstellt.

Hallo Horstjoerg, ich bräuchte dringend deinen Rat. Ich hoffe, es wird jetzt nicht zu wirr.. Ich habe einen alten Studienfreund (Prof.Dr. jur.) von einem guten Freund am Telefon kennengelernt.

Mein Bekannter wollte seinen Studienfreund der 6 Monate in Bad Aibling in der Klinik lag aufheitern und so telefonierten wir oft stundenlang zu Dritt und ich auch einige Male alleine mit dem Studienfreund. Er war/ist ein Ausnahmejurist, ein unheimlich intelligenter und witziger Mensch - mit Korsakow und einer Polyneuropathie (Beine und Hand). Korsakow hätte ich bei den Gesprächen nicht bemerkt, hätte er nicht davon erzählt.

Nach den ersten Kontakten recherchierte ich über Korsakow und die Aussagen/Prognosen die ich fand waren wenig vielversprechend - bis auf deine.

Nun ist es leider so, dass besagter Professor von Bad Aibling in ein Pflegeheim verlegt wurde - mit 47! Jahren. Ich merke, dass er beginnt sich aufzugeben und die Kommunikation beschwerlicher wird. Er wird dort so gut wie nicht mehr therapiert und seine Familie kümmert sich nicht wirklich- wie Menschen manchmal eben sind - jeder hat genug mit sich selber zu tun..

Ich bin nicht Mutter Theresa und ich kenne diesen Menschen nicht wirklich gut, vielleicht würden nun viele sagen, es ist nicht meine "Baustelle", aber ich bin schockiert, dass jemand in so jungen Jahren angeblich austherapiert sein soll - das glaube ich nicht. Zumal er ja sogar noch mehr geistiges Potential hat als manch anderer (nicht böse gemeint).

Darf ich dich fragen, ob du dir diesen Fall einmal ansehen würdest? Ich möchte einfach einen Versuch wagen, denn vielleicht hätte dieser Mensch och eine Chance auf 20-30 Jahre Leben, da ist es mir auch egal wie gut ich ihn kenne.

ganz herzliche Grüße

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