Wer hat Erfahrung mit Akupunktur gemacht?

5 Antworten

Mich hat ein Heilpraktiker damit gegen Kopfschmerzen traktiert. Es hat absolut nichts gebracht und war mir sehr unangenehm.

Eine verlässliche medizinische Wirkung kann diese Methode übrigens nicht nachweisen. Das läuft unter Placebo-Wirkung. Der Patient merkt, dass etwas mit ihm gemacht wird, und vertraut darauf, dass das hilft. Dadurch wird er entspannt und wartet geduldig ab, bis der Körper seine Selbstheilungskräfte aktiviert hat oder sich die Ursache für die Beschwerden erledigt haben. Wenn die Schmerzen danach weg sind, führt er es halt auf die Nadel-Behandlung zurück, die nichts weiter tut, als leichte Reize in der Haut zu setzen. Es gibt noch viele andere Therapien, bei manchen wird der Patient noch nicht einmal angefasst, aber die "Blockaden" sollen verschwinden. Wenn der Patient das glauben kann, fühlt er sich hinterher leichter und besser. Wenn er allerdings wirklich eine behandlungsbedürftige Krankheit hat, wird diese lediglich verschleppt.

Schlafstörungen haben eine Ursache, und genau nach dieser solltest du forschen und sie beseitigen. Weder Nadeln noch Handauflegen werden dir hier wirklich mehr helfen als über den Placebo-Effekt möglich ist. Ansonsten könntest du es auch einmal mit Baldrian-Tee versuchen - seine Wirkung ist nachgewiesen. Angenehmer als die Nadeln und preiswerter ohnehin.

Alles Gute!

Hallo helamoney,

Akupunktur beruht auf Vorstellungen über unseren Körper, von denen wir heute wissen, dass sie schlicht falsch sind.

Im Bilde der Akupunktur sollen die Nadeln ja an ganz bestimmten "Meridianen" eingestochen werden, in denen angeblich eine Art Lebensenergie durch unseren Körper fließt. Die Nadeln sollen nun "Blockaden" dieses Flusses lösen.

Wie gesagt: Diese Vorstellungen wurden aufgestellt zu einer Zeit, als niemand je eine Leiche seziert hatte oder die Funktionen unserer Organe nennen hätte können.

Es gibt schlicht weder Meridiane noch diesen Energiefluss.

Nun ist aber die Frage berechtigt, ob man denn mit den Nadeln wirklich nur Placeboeffekte auslöst oder ob unsere Nervenbahnen - die ja sehr wohl mit den Nadeln traktiert werden - in einer Weise reagieren, die bestimmte Wirkungen erzielt. In diesem Falle wäre zwar die Begründung nach wie vor krachfalsch, eine Wirksamkeit könnte die Akupunktur dennoch vorweisen.

Die Akupunktur wird deshalb - obwohl eben von ihren Annahmen her widerlegt - intensiv untersucht. Das ist nicht so ganz einfach, weil eine Doppelverblindung hier schwierig ist. Es zeichnet sich bisher aber folgendes Bild ab:

1) Die Akupunktur scheint bei Schmerzen eine leichte Placeboüberlegenheit vorweisen zu können. Positive Effekte traten vor allem bei Schulterbeschwerden und bei Gelenkerkrankungen auf, teilweise auch bei chronischem Juckreiz.

2) Dabei ist es egal, ob die Nadeln in die klassischen Akupunkturpunkte gesetzt werden, oder daneben. (Es ist ohnehin so, dass es "die klassischen Akupunkturpunkte" nicht gibt; es gibt verschiedene Schulen, die einander widersprechen, wo diese Punkte sein sollen. Das passt gut zu diesem Studienergebnis.)

3) Schlafstörungen sind nicht bei den genannten Beschwerden. Eine Wirksamkeit der Akupunktur bei Schlafstörungen über Placeboeffekte hinaus ist also nicht belegt. Es gibt hier zwar wenige Studien, doch sind diese aufgrund schwerster Qualitätsmängel nicht aussagekräftig. Sogar die der Alternativmedizin extrem positiv gegenüberstehende Carstens stiftung kann sich zu einer Empfehlung bei Schlafstörungen nicht durchringen und weist darauf hin:

""Es ist ein aus allen Wissenschaftsbereichen bekanntes Phänomen, dass Studien mit eher negativen Ergebnissen seltener veröffentlicht werden als solche mit positiven Ergebnissen. Dieses ist auch bei der Behandlung von Schlafstörungen mit Ohrakupunktur möglich, ja sogar wahrscheinlich: Es ist bekannt, dass Akupunkturstudien aus China überproportional häufig positive Ergebnisse berichten [2]. Daher wurde in dieser Zusammenfassung möglicher Weise die Güte der Therapie überbewertet. Zu Nebenwirkungen der Ohrakupunktur ist so gut wie nichts bekannt, besondere Vorsicht ist daher angeraten.
Es kann daher zum derzeitigen Zeitpunkt (trotz der grundsätzlich positiven Ergebnisse) nicht uneingeschränkt zu einem Behandlungsversuch mit Ohrakupunktur geraten werden. (...)
Grundsätzlich ist es gut, den Körper an einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus zu gewöhnen, ein Entspannungsverfahren zu erlernen (das erleichtert es "abschalten" zu können), sich ausgewogen zu ernähren - abends nicht zu üppig, sportlich zu sein, koffeinhaltige Getränke zu meiden und abends ein warmes Fußbad zu machen. Wichtig ist auch, dass man sich nicht über Schlaflosigkeit ärgert, besser ist es die Zeit zum Lesen zu nutzen. ""

Grüße

Ich habe einmal Akupunktur bekommen (allerdings nicht gegen Schlafstörungen). Es war absolut wirkungslos.

Akupunktur macht man nicht bei Schlafstörungen, sondern bei einer Störung des Energieflusses.

Und was macht der Heilpraktiker?

@Pangaea

Ja, in erster Linie macht er Umsatz. Die Nadeln verdachtsmäßig irgendwo hinsetzen bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen, das kann ich auch: Wo ist das Problem ?

@berndkleve

Versuchs vielleicht mal mit Homöopathie; eine bekannte von mir hat Homöopathie bei Schlaftsörungen gemacht.

Akupunktur ist immer so eine Sache, wenn man ohne Diagnose, die Nadeln verdachtsmäßig irgendwo hinsetzt.

Akupunktur  kann helfen, bekämpft aber nur die Wirkung, nicht  die  Ursache,  deshalb  gen ermitteln  wo die Schlafstörungen  herkommen.

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