Weinen bei Psychologin?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Was du beschreibst, dürfte mit Scham zu tun haben.
In der etwas distanzierteren Situation am Telefon kannst du eher 'loslassen', während offenbar die nähere, persönliche Gesprächssituation deine Hemmung größer sein lässt.
Natürlich wäre es zu wünschen, du könntest auch in einer solchen Situation deinen Gefühlen, bzw. Tränen 'freieren Lauf' lassen.
Ich denke, das wird irgendwann auch möglich sein.
Was helfen kann: in einer solchen Gesprächssituation nicht (weiter)zu reden, sondern den Mut zu haben im Schweigen deinen Atem tiefer werden zu lassen und dabei das Gefühl von Traurigkeit sich sanft immer weiter ausweiten zu lassen.

Mir erscheint es wie ein Symptom deines Grundproblems.

Nein, es ist nicht schlimm... weder moralisch noch körperlich. Aber es kann ja ein Ziel sein, vor anderen Weinen zu können.

Frag dich oder mit der Unterstützung deiner Psychologin vielleicht selber mal, was dich daran hindert vor ihr oder anderen zu weinen.

Was steckt dahinter? Ist es Scham, ist es, weil du es dir selbst verbietest, ist es, weil du es so gelernt hast (Erfahrung/ Model) fürchtest du eine Katastrophe, wenn du vor anderen weinst und wenn ja, wieso? Was hemmt dich, es zu tun.

Aber prinzipiell ist es erstmal nicht schlimm... aber seine Gefühle nicht ausdrücken zu können, baut innere Spannungen auf. Du hast aber das "Glück" dass du zumindest alleine Weinen kannst.

Was aber ist der Ursprung des Weinens an sich? Trauer, Wut? Verzweifelung oder etwas anderes?

Dies kann dich in Kombi mit der obenstehenden Fragestellung an dich selber ggf. noch weiter führen.

Wie auch immer- viel Erfolg und alles Gute Dir!

Hallo Videre,

Danke für deine Offenheit und deine Frage! Mit dir ist nichts falsch. Auch wenn du im Moment nur weinen kannst wenn du allein bist! Du bist in Ordnung wie du bist! Manchmal erlauben wir uns nicht etwas im Beisein von anderen zu tun, weil wir über uns über andere und auch über das was wir uns nicht erlauben Ansichten, Definitionen und Bewertungen haben! Es ist nichts richtig oder falsch das wir die Bewertungen und Ansichten haben! Auch ich kenne solche Bewertungen und Ansichten und verstehe dich gut! Solche Ansichten sind mit unter einfach wenig hilfreich! Doch es ist genauso wie wir bewusst oder unbewusst die Wahl treffen solche Ansichten an zu nehmen, so können wir genauso auch die Wahl treffen solche Ansichten auf zu geben und uns die Dinge erlauben bei den wir es uns im Beisein von anderen bisher nicht erlaubt haben!

Wann hast du denn die Wahl für dich getroffen nicht mehr im von anderen zu weinen?

Was würde für dich möglich wenn du keine Ansicht darüber hast ob du im Beisein von anderen weinen kannst oder nicht?

Was hindert dich daran diese Ansichten, Bewertungen über dich, über das was du dir nicht erlaubst und andere auf zu geben und die Wahl neu zu treffen nämlich dir zu erlauben im Beisein von anderen zu weinen?

Es ist nichts falsch mit dir! Auch nicht wenn du mit dem Verstand keine Antwort auf meine Fragen findest oder bei deiner bisherigen Wahl bleibst! Du bist in Ordnung so wie du bist!

Liebe Grüße

Sirka

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite als Coach für Frauen mit kranken Personen

Also ICH pers. hab auch als Kleinkind zuletzt vor anderen Menschen geweint. Ist normal, da man sich in der Gesellschaft zusammen reißt bzw idR maskiert agiert.

Das DEIN Anliegen nicht wichtig genug sein könnte kannst du auch streichen. Mal ganz profan, der Therapeut verdient Geld mit jeder Sitzung. Ergo will er soviel Patienten haben bzw Sitzungen halten wie es nur geht. Natürlich gibts Patienten, die werden von Ärzten und Therapeuten leicht bevorzugt behandelt, meist Langzeit Patienten oder welche, mit schwereren Problemen. Ein Arzt mit etwas Erfahrung kann das abwiegen.

Denk nicht über diesen Müll nach, sondern konzertiere dich auf deine Heilung, bzw das was der Therapeut gerne wissen würde über dich bzw dir rät zu tun.

Irgendwie ist es mir peinlich, weil ich vertraue meiner Psychologin, sie schafft es auch immer mich zu beruhigen

Da hast Du Deine Antwort.

Es ist schwer, sich vor Menschen, die man nicht gut kennt, denen man nicht vertraut oder von denen man nicht will, dass sie wissen, wie es einem geht, Schwäche zu zeigen. Das geht bei fremden Menschen, zu denen man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, deutlich besser. Zudem wissen Therapeuten / Psychologen, wie man jemanden auffängt, dem es nicht gut geht.

Man fühlt sich also doppelt geborgen. Wieso soll man jemandem, dem man zwar vertraut, der aber nicht dasselbe Verständnis davon hat, von Dingen erzählen, ohne dann richtig von dieser Person aufgefangen zu werden.

Das klingt hart, aber Du wirst viele Dinge, die in Dir vorgehen, selbst nicht richtig verstehen. Wie sollst man es dann jemandem erklären, der davon noch weniger Ahnung hat. Das ist anstrengend und nicht das, was Du in diesem Moment brauchst.

Es ist gut, dass Du so ein gutes Verhältnis zu der Therapeutin hast. Mach Dir keine Sorgen, dass Du nicht vor anderen weinen könntest. Du könntest es, suchst Dir aber Deine Geborgenheit bei einer Person, wo Du am meisten zurück bekommst (Verständnis, das Auffangen etc.).

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Intensive Beschäftigung mit der menschlichen Psyche

Sehr schöne Antwort, aber ich glaube, du hast den Fragesteller falsch verstanden. Es geht ihm nicht darum, dass er bei der Therapeutin weinen kann und bei Fremden nicht, sondern darum, dass er beim Telefonieren mit der Therapeutin weinen kann, aber in den Sittzungen vor Ort nicht. Und ja, dieser Kommentar ist völlig entbehrlich.

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