Was tun wenn jemand eine lebensnotwendige Operation verweigert?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du solltest mit den Ärzten Rücksprache halten, inwiefern Deine Freundin durch ihre schweren Kopfverletzungen in der Lage ist, die Reichweite ihrer Entscheidung beurteilen zu können.

Sollte sie die Situation in vollem Bewußtsein der Tragweite richtig einschätzen können, wirst Du nicht gegen ihren Willen handeln können.

Die einzige Möglichkeit sehe ich in weiteren Gesprächen sowohl von ärztlicher/psychologischer Seite als auch mit Dir und Deinen Verwandten/Freunden.

Gebt ihr aber auch Zeit zum Nachdenken und setzt sie nicht pausenlos unter Druck. Das ist wahrscheinlich eher kontraproduktiv.

Rede nachher noch mal mit ihr in Ruhe. Möchte sie nicht verlieren

@121511

Vielleicht vertraut sie Dir an, warum sie gegen eine Operation ist.

Ich wünsche Euch beiden alles erdenklich Gute.

@Auskunft

Danke :)

Hab echt gedacht, dass wir das Schlimmste hinter uns haben und jetzt fängt sie an sich gegen alles zu wehren.

Denke sie steht unter Schock und möchte die OP deshalb nicht, aber vielleicht ist es später zu spät wenn sie sich dafür entscheidet.

Die Ärzte wollen es nochmal mit einem Trick bei ihr versuchen und vielleicht fällt sie darauf rein.

@121511

Danke für das Sternchen!

du kannst einen antrag auf betreuung stellen- dann spricht mit ihr ein richter, um ihre geschäftsfähigkeit festzustellen. allerdings spricht es nicht zwangsläufig dafür, dass jemand nicht geschäftsfähig wäre, wenn er sich einer lebensrettenden OP verweigert.

ein psychologe ist nicht dazu da, einen patienten von einer OP zu überzeugen- das ist der job der mediziner, die erklären sollten, was für vor- und nachteile die OP hat. es ist aber das gute recht jeden patientens, die argumente von ärzten selber zu bewerten.

Ich glaube sie hat gerade eher ein Problem mit der Situation klar zu kommen... Sie würde eigentlich sonst alles tun um wieder Gesund zu werden.

@121511

das kann schon sein, wie du sagst. es kann aber auch sein, dass man in der situation anders denkt, als in dem moment, wo es nicht konkret ist. vielleicht braucht sie einfach ein bißchen ruhe und zeit zum nachdenken. ich glaube, die entscheidung könnte eher in "deinem" sinn ausfallen, wenn du von diskussion abstand nimmst und dir - ohne was zu sagen - ihre befürchtungen oder argumente gegen die OP anhörst.

@Schokolinda

Ich versuche gleich nochmal mit ihr zu reden und erkläre ihr meine Ängste. Vielleicht öffnet sie sich dann und sagt was los ist.

Wenn nicht dann ziehe ich mich zurück und warte ab (notgedrungen)

@121511

ich würde ihr die eigenen ängste nicht erklären- deine freundin ist in einer situation, wo sie wenig energie und genug mit sich selber zu tun hat; da wird sie auf deinen "kram" nicht eingehen wollen.

zudem ist deine freundin die hauptperson in der geschichte- es betrifft sie am meisten, egal wie die entscheidung ausfällt.

es ist klar, dass du auch leidest und ihre entscheidung konsequenzen für dein leben haben wird. jedoch stell nicht (versehentlich) dich in den mittelpunkt- höre ihr lieber zu!

wenn etwas wichtig erscheint, neigt man dazu, überzeugen zu wollen. das kommt beim anderen jedoch meistens nicht gut an- vielleicht kennst du den satz "das gegenteil von gut ist gut gemeint": überzeugungsarbeit kann respektlos wirken, weil sie den entschluss des anderen nicht anerkennt und ihm negative eigenschaften zuschiebt (z.b. rücksichtslos oder naiv zu sein).

lade deine freundin ein, sich auszusprechen. achte darauf, dass es als einladung ankommt, nicht als aufforderung zur rechtfertigung. wenn verschiedene menschen auf sie eingeredet und sie wegen ihrer entscheidung kritisiert haben, dann steht sie momentan in einer ecke.

damit sie dort rauskommen kann, muss erstmal die menschenmauer, die vor der ecke steht, weg. also: hört auf, sie mit argumenten zu behämmern.

mach ihr ein gesprächsangebot mit dem ziel, dass sie sich mal los werden kann und du wenig bis gar nichts sagst.

wenn sie sich bei dir entlasten kann, kann sie dabei ihre situation überdenken und möglicherweise ändert sie ihren entschluss, vielleicht aber auch nicht.

@Schokolinda

Sie spricht ja mit niemanden und zieht sich von allen weg. Ich darf sie seit 2 Tagen noch nicht mal mehr an der Hand berühren.

Hab ihr jetzt nur gesagt, dass ich sie nicht verlieren möchte aber ihre Entscheidung respektieren werde, egal wie sie sich entscheidet wird. Musste aber daraufhin raus, weil mir die Tränen in die Augen geschossen sind.

Momentan sind die Ärzte bei ihr und machen irgendwelche Tests um rauszubekommen wie dringend die OP ist.

Wie wäre es, wenn man die Wünsche der Patientin einfach akzeptiert! Vielleicht möchte sie nicht mehr im Krankenhaus sein, vielleicht möchte sie nicht mehr an irgendwelchen Maschinen hängen und/oder weitere Operationen über sich ergehen lassen und permanent von Ärzten und von dir belabert werden! Es ist ihr Leben und sie kann selbst darüber entscheiden! Ich weiss... ihr seid ein Paar und du liebst sie und möchtest auch sicher nur das Beste für sie, aber wenn man jemanden wirklich liebt... dann muss man auch bereit sein ihn gehen zu lassen und Entscheidugen zu akzeptieren.

Sehe ich ganz genauso..

@Tragosso

Ich würde es ja akzeptieren und sie gehen lassen, wenn es wirklich Aussichtslos auf eine vollständige Genesung wäre... dies ist aber nicht der Fall.

Deshalb kann und will ich sie nicht lassen... genau wie die Ärzte.

@121511

Es geht hier aber nicht um das was du willst!!!!

@FuehledasMeer

Ich müsste jetzt eigentlich an ihre Stelle da liegen und nicht sie. Nur weil ich damals zu faul war noch etwas schnell für einen Kumpel von uns zu holen, ist sie gefahren und der Unfallverursacher ist ihr frontal in die Seite reingefahren.

Mache mir seitdem die schlimmsten Vorwürfe und möchte am liebsten die Zeit zurück drehen.

wir wissen ja nicht, wie schwer die OP wird, welche Langzeitfolgen sie überhaupt haben wird, usw. Ich vermute, dass für sie die Zukunft nicht rosig aussieht, und das will sie nicht. Das muss dann resektiert werden, so schwer das auch fällt. Es ist IHR Leben!

Sie hat die Chance wieder völlig Gesund zu werden.

Es sind keine Lähmungen zurückgeblieben und sie ist eigentlich auch geistig wieder Fit.

Denke sie hat Probleme mit der Situation gerade.

Hi,

solange sie alles versteht was ihr die Ärzte sagen, sie sich also bewusst ist, was die OP bringen würde, und was los ist, wenn sie sie verweigert, kannst du wohl nichts machen außer ihre Meinung zu respektieren.

Niemand sollte sie überreden sondern sie überzeugen und das auch nur die Ärzte und nicht Psychologen oder sogar du. Die Ärzte sind die Einzigen die wirklich wissen was passieren kann und ev. auch wird. Du liebst sie und willst natürlich, dass sie alles überlebt und ihr weiterhin ein Paar sein seid. Der Psychologe versucht Wege in ihren Kopf zu finden und zu schauen was sie dazu veranlasst, dass sie so reagiert. Bis das fruchtet kann es Monate dauern, bis er den echten Grund findet.

Du solltest vielleicht einfach mal ihre Entscheidungen akzeptieren und zu ihr stehen. Sie nicht behandeln wie ein kleines Kind, dem man sagen muss, was es zu tun und zu lassen hat. Ich kann schon verstehen, dass sie den Grund nicht nennt, wenn du sie immer damit nervst, dass sie es machen muss. Da würde ich auch auf Stur stellen, wenn ich merke, mein Partner akzeptiert meine Meinung nicht, und anstatt mir mit meiner momentanen Situation zu helfen, redet er nur wegen einer neuen beängstigenden Situation auf mich ein. Ich würde da eher alle Patienenvollmachten die dich betreffen ändern, damit du nichts mehr zu sagen hast.

Und entmündigen geht wahrscheinlich schon, was aber dauern kann, und dann wäre ich sowas von stock sauer auf dich. Sofortige Trennung wäre angebracht. Wenn mein Partner meine Meinung nicht respektiert ok, schon schlimm genug, aber mich dann noch entmündigen lassen, wo sie dann alles mit mir machen können was sie wollen, weil es ev. gut für mich ist, schrecklichste Vorstellung die es für mich gibt. Nein so eine Person würde ich aus meinem Leben streichen. Das ist wirklich das schlimmste was man mir antun könnte.

Du willst, dass sie lebt, das versteht jeder und die Chancen stehen auch gut, dass es klappt wenn die OP durchgeführt wird. Aber du siehst nicht was sie alles durchmachen muss. Du siehst es quasi nur von außen, aber alles andere kannst du dir nur denken. Man weiß nicht wie viel sie von dem ganzen mitbekommen hat, was sie für Schmerzen hat, die Panik vor den OPs, generell Krankenhaus. Dann ev. Reha, etc. was Wochen, Monate oder Jahre dauern kann. Das will einfach nicht jedern, manche wollen es dann einfach schnell vorbei haben.

Versuch mit ihr zu reden und sie zu verstehen!!!! Das ist was sie jetzt braucht. Sie braucht keinen Typen der ihr nur einredet was sie zu tun hat. Zeig ihr, dass du ihre Meinung respektierst, aber sie auch nachvollziehen willst. Ev. sagt sie dir dann was los ist, oder entscheidet sich später zum Eingriff. Und das musst du auch respektieren. Sie hat jetzt schon genug zu verarbeiten, mach ihr nich noch Angst, dass du sie wie ein Kind entmündigen lässt, damit man mit ihr machen kann was man will. Du hättest so schnell keinen Zugang mehr zum Krankenhaus und zu mir, und hättest mich so sowiso verloren.

Hi

War vorhin nochmal kurz bei ihr und habe ihr Videos von ihrem Pferd und unserem Hund abgespielt. Zumindest hat sie dieses mal nicht gleich die Augen (wie sonst) zugemacht.

Hab das Thema mit der OP gar nicht mehr jetzt angesprochen. Ich habe nur Angst, dass es vielleicht irgendwann zu spät ist wenn sie sich dazu entscheidet und jetzt wäre das Risiko noch kalkulierbar.

Die Ärzte wollen am Montag noch mal mit ihr reden und sie versuchen zu überzeugen. Werde jetzt erstmal den Mund darüber halten, aber wenn sie durch ihre Sturheit erneut in Lebensgefahr gerät und ich entscheiden muss, dann werde ich für die OP stimmen. Sie hat die Chance wieder komplett Gesund zu werden und momentan arbeitet sie mit alle Macht dagegen.

Ich weiß, dass ich nicht weiß wie sie sich fühlt und was in ihr vorgeht... ich würde ihr so gerne etwas abnehmen wenn ich könnte. Das kannst du mir glauben. Ich weiß auch das es für sie gerade alles andere als leicht ist und sie mit der ganze Situation überfordert ist, aber früher hätte sie trotzdem gekämpft und nicht resigniert.

Werde (egal wie sie sich entscheidet) immer an ihre Seite sein und mit ihr gemeinsam durchstehen. Das habe ich ihr auch zuletzt heute Mittag gesagt, aber sie redet ja nicht mit mir.

@121511

Das war sehr gut von ihr, dass du sie nicht noch weiter mit der OP nervst. Sie fühlt sich wohl jetzt schon teils als Kind behandelt, da andere ihr immer sagen, was das beste für sie ist, und du ja eine gewisse Zeit einfach über sie entschieden hast. Sie will nun wohl selber entscheiden.

Sie muss denke ich auch erstmal mit dem ganzen klar kommen, verstehen was passiert ist und wie es nun weitergehen soll. Ich weiß ja nicht, in wie weit sie wieder komplett gesund werden würde, bzw. wie lange das dann dauern würde. Ich hätte auch nicht die Kraft, eine lange Genesungsphase durchzustehen, und hasse Krankenhäuser, würde mich hier wohl auch für das schnelle Ende entscheiden.

Wenn du dann über ihren Kopf hinweg für die OP bist, wenn sie wieder nicht selber entscheiden kann, musst du eben dann mit den Konsequenzen leben. Für einige würde ein Partner der in diesem Fall egoistisch entscheidet, dann nicht mehr in Frage kommen. Sie würden sich fragen, was du in Zukunft noch alles machst, was dir passt, wo sie nichts sagen kann. Das muss dir eben da klar sein, du kannst sie durch sowas noch schneller verlieren.

Sie redet nicht mit dir, weil sie denke ich merkt, dass du nur auf das eine aus bist, und nicht für sie da bist. Egal was du machst, du willst sie damit nur umstimmen, doch für die OP zu sein. Das wird sie einfach merken und, sie sieht, dass du nicht hinter ihr stehst. Sie ist in einer schweren Situation, und da kann man noch viel emotionaler sein, als man so schon ist.

Ich würde wohl an ihrere Stelle, wenn alle auf mich einreden und ich gefahr laufe, dass andere über mich entscheiden wollen, etwas an der Patientenverfügung ändern. Keine Lebenserhaltenden Maßnahmen, etc einfügen. Damit ich wenigstens noch etwas entscheiden kann.

Mit all dem musst du jetzt rechnen und dich darauf auch vorbereiten. Du musst dann damit klar kommen, wenn du über ihren Kopf hinweg etwas entscheidest. Könntest du auch zur OP stehen, wenn sie ev. nicht jetzt durchgeführt wird, sie dann einen schlimmeren Schaden erleidet wie jetzt und ev. immer damit zu kämpfen hat? Du musst da wirklich verdammt gut darüber nachdenken, sie ist deine Partnerin und du willst sie behalten, aber bitte nicht um jeden Preis.

Ich schreibe das alles, weil ich selber jemanden kenne, der mit 25 einen Unfall hatte, dann mit OPs gerettet wurde, die er gar nicht mehr wollte, sie aber doch bekommen musste, dank Mutter. Er ist nun seit 22 Jahren im Rollstuhl, bekommt alles mit, kann aber nicht mehr reden und sich auch sonst nicht mitteilen. Er hat nun schon 10 Selbstmordversuche hinter sich, da er so nie leben wollte. Deshalb reagiere ich bei sowas etwas komisch.

@LilliSpain

Wenn sie die OP machen lässt,  dann kann sie lt. den Ärzten wieder zu 100% hergestellt werden.  

Hatte gestern mit dem Chefarzt ein langes Gespräch gehabt, wo er mir alles genau erklärt hat und mir auch die Gefahren genau erklärt hat. 

Ich gebe offen zu, dass es wohl keine leichte OP ist. Bin aber wirklich nicht egoistisch und wenn sie sich nur noch anschließend quälen würde, dann wäre ich nicht dafür. 

Sie hat aber weder Lähmungserscheinungen noch sonst welche Probleme,  aber sie wird in nahe Zukunft wohl Probleme bekommen.  

Was die Genesungsphase betrifft... sie wird so oder so noch eine Weile in der Klinik bleiben müssen und je nachdem wie sie sich entscheiden wird, dann sehr viel Physio brauchen.  Dies wäre aber in der Klinik, wo sie gerade ist, möglich fortzusetzen,  da hier ein Rehazentrum mit anhängt. Wäre wohl erstmal stationär und wenn sie soweit wäre könnte dies ambulant fortgesetzt werden. Hätte den Vorteil, dass ich immer zu ihr könnte und sie ihr bereits bekannten Physiotherapeuten behalten könnte.  

Sie redet ehrlich gesagt mit niemanden mehr und das seitdem die Ärzte ihr gesagt haben was mit ihr passiert ist. Denke sie steht unter Schock.  

Werde ihr morgen noch paar Fotos von unserem letzten Urlaub mitbringen und ihre beste Freundin bitten bei ihr vorbeizuschauen. Vielleicht braucht sie jemand weibliches zu reden.  

Ich werde jetzt vorerst das Thema nicht mehr ansprechen und die Ärzte machen lassen. Denke sie haben mehr Erfahrungen mit diesem Verhalten. 

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