Was tun nach Kontakt mit MRSA Patienten?

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Zunächst ist entscheidend, wo die Patientin mit MRSA (Staphylokokken mit Resistenz gegenüber best. Antibiotika) besiedelt ist. Häufig finden sich die Bakterien in der Mund- und Nasenschleimhaut oder in chronischen Wunden. Davon hängt ab, ob eine Ansteckung wahrscheinlich ist (bei chronischen, abgedeckten Wunden sehr unwahrscheinlich, auf der Haut oder den Schleimhäuten schon eher möglich).

Sehr gut und richtig ist, dass ihr euch nach dem Kontakt umgezogen und die Hände desinfiziert habt. Diese Maßnahmen der s.g. "Standardhygiene" wirken gegen resistente Erreger genauso gut wie gegen Antibiotika- sensible Keime, werden aber leider häufig zugunsten von Isolierung, Schutzkleidung etc. vernachlässigt. Durch diese Maßnahmen hat sich das Risiko einer Besiedelung schon erheblich reduziert.

Wenn du dich mit MRSA angesteckt haben solltest, bedeutet das für dich selbst derzeit keine Gefahr. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich die Wunde infiziert, da sie scheinbar recht oberflächlich ist und dein Immunsystem sie effektiv abwehren kann. Deshalb kann der Erreger (zum Glück!) nicht im Blut nachgewiesen werden, dort kommt er gar nicht erst hin.

Eine lokale Besiedelung ist dennoch möglich, wie oben gesagt sind die Schleimhäute und die Haut am häufigsten betroffen. Eine Infektion kann also über einen Abstrich dort nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Wenn dabei ein positiver Befund herauskommt, ist das aber auch kein Weltuntergang! Mit lokaler antibiotischer Behandlung und weiteren Hygienemaßnahmen können die Bakterien eliminiert werden (Sanierung), eine Arbeit im Gesundheitswesen ist danach weiterhin möglich.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine der MRSA Keim saß im Tracheostoma des Patienten, und den habe ich natürlich während des Transports nicht berührt...warum auch? Habe nur das Bett geschoben.

Danke für deine ausführliche Antwort!

Die kleine oberflächliche Wunde an der Hand ist nichtmal gerötet, ich denke da wird sich wohl nichts angesetzt haben. Habe den Schnitt gestern zu Hause auch nochmal gesäubert und mit Betaisadona-Salbe eingeschmiert :)

Wenn Du allgemein fit bist und insbesondere Dein Immunsystem ok ist, dann passiert da nichts. Letztlich sind diese ganzen "Krankenhauskeime" zum überwiegenden Teil stinknormale Staphylokokken, nur halt in einer gegen Antibiotika resistenten Mutation. Die können zwar zu Entzündungen an Wunden führen, normalerweise ärgern sie den Menschen aber am ehesten mit Dingen wie Schnupfen oder alle Jubeljahre mal Nasennebenhöhlenvereiterung.

Du weißt ja selbst, dass ein normal gesunder Organismus in der Lage ist, derartige Problemchen innerhalb weniger Tage totzuschlagen.

Du solltest halt in den nächsten Wochen Kontakt zu akut immungeschwächten Personen meiden.

Bei Deiner Kollegin, die ja noch weiter im Arbeitsumfeld Krankenhaus verbleibt, wäre aber ggf. eine Blutabnahme sinnvoll. Und wenn da ein positives Ergebnis rauskommt, darf sie möglicherweise einige Tage nicht zur Arbeit kommen. Denn sie könnte zur Gefahr für andere Patienten werden.

Ich habe mal gehört, wer einmal MRSA hat, hat es immer...dann dürfte ich ja gar nicht mehr in meinem Beruf arbeiten :(

@Tanzmaus2802

Das trifft auf immungeschwächte Patienten leider häufig zu. Da ist die erste MRSA-Diagnose dann gelegentlich schon das "Todesurteil".

Das Problem ist halt, dass derartige resistente Keime mit gängigen Antibiotika nicht mehr bekämpfbar sind. Und mit den Reserve-Antibiotika mittlerweile oft auch nicht mehr. Und dann bleibt's halt bei der Frage, ob das Immunsystem es nun selbst schafft, oder eben nicht. Wenn letzteres, dann Ende auf Raten.

Na dann hoffe ich einfach mal, dass ich mich nicht infiziert hab! Welcher Arzt macht solche Tests? Der ganz normale Hausarzt?

@Tanzmaus2802

Ja, der kann eine Blutabnahme vornehmen und das dann in ein Labor einsenden, welches diese Abklärung überhaupt vornehmen kann. Ggf. kann es erforderlich sein, dass irgendwo ein Abstrich genommen wird.

Aber ganz ehrlich: das bringt doch alles nichts. Ich würde das an Deiner Stelle jetzt einfach erstmal komplett vergessen. Sollte der extremst unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich Deine Miniatur-Schnittwunde da entzündet (sechs Richtige im Lotto sind wahrscheinlicher!), dann kannst Du immer noch zum Arzt gehen. Und DANN sagen, dass da was im Krankenhaus war. Dann wird nämlich ggf. nicht mit Medikation rangegangen, sondern sofort rausgeschnitten.

@Tanzmaus2802

Welcher Arzt macht solche Tests? Der ganz normale Hausarzt?

Ohne Anzeichen einer Infektion testet dich kein Arzt. Aber prinzipiell: jeder Hausarzt macht das.

Letztlich sind diese ganzen "Krankenhauskeime" zum überwiegenden Teil stinknormale Staphylokokken, [...]

Nimm dir das zu Herzen, es sind die gleichen Staphylokokken, die du und andere Tag für Tag mit euch herumtragt! Diese werden durch die Resistenz für einen gesunden Menschen nicht infektiöser oder gefährlicher.

Ich bin am Montag eh beim Arzt zum Blutabnehmen (ab und an macht er das...bringt ihm wahrscheinlich mehr Geld, und mir ein gutes Gefühl), da kann er das bestimmt gleich mittesten ;)

Danke für deine schnellen Antworten! Direkt nach Kontakt mit dem MRSA Patienten hab ich mir gründlich die Hände gewaschen, desinfiziert und die Kleidung gewechselt...da wird wahrscheinlich wirklich nichts passiert sein!

@Tanzmaus2802

Nur mal so am Rande: kaufst Du Dir manchmal ein Hähnchen- oder Putenschnitzel, um das mittags oder abends in die Pfanne zu hauen? Jedes Mal, wenn Du mit rohem Geflügelfleisch zu tun hast, sind die Hände voll von diesen resistenten Keimen. Weil nämlich in der Tiermast unglaublich viele Antibiotika eingesetzt werden, und entsprechend in den Ställen die resistenten Keime Hochkonjunktur haben.

Wenn Du das alles in Deinem bisherigen Leben überlebt hast, dann wirst Du den heutigen Tag auch unbeschadet überstehen.

Ich esse tatsächlich mal ab und an Hähnchen- und Putenschnitzel...Ich denke auch nicht, dass da jetzt was passiert ist. Wollte aber auf Nummer sicher gehen ;)

Das sind ja super Kollegen! Ja, lass dich lieber testen, sicher ist sicher. Aber normalerweise sollte eine Schnittwunde durch ein Papier kein Krankheitsüberträger sein. LG und ich drück dir die Daumen, dass alles gut ausgeht und du gesund bleibst!!!:)

Und wo lass ich mich da testen? Da ich noch in der Ausbildung bin und die schulisch ist, habe ich keinen Betriebsarzt...soll ich zum normalen Hausarzt?

Am besten zum Internisten, zum Hausarzt kannst du aber auch

Alles klar, danke :) Mein Hausarzt ist auch Internist...sollte dann wohl klappen ;) Jetzt heißt es Daumen drücken...:/

Jap, nochmal viel Glück! !!!!

Danke, wird schon werden. Bin am Montag eh zum Blutabnehmen beim Arzt, da wird er das bestimmt gleich mittesten können :)

Krankenschwester als Piercingträgerin - unhygienisch?

Hallöchen! Ab dem 1. August werde ich in der Chirurgie eines Krankenhauses als FSJlerin tätig sein. Ich möchte bis dahin eigentlich ganz gern mein Unterlippenpiercing nachgestochen haben und habe mit der Station auch schon gesprochen, ob man Piercings im Gesicht überhaupt tragen darf. Die Schwestern und Ärzte sagten, dass es in Ordnung ist und es bei Schmuck jeglicher Art einfach darum geht, dass man keinen Patienten damit verletzt (wenn z.B. eine lange Kette in eine offene Wunde gelangt, wenn man sich über den Patienten beugt) oder man selbst nicht verletzt wird (wenn sich ein Patient sich z.B. an mir festhält und an großen Ohrringen hängenbleibt und sie mir ausreißt). Zur Arbeit würde ich dann einfach einen Stud tragen oder den Schmuck komplett weglassen.

Meine Sorge ist nun aber eine andere: Kann ich mir als KH-Arbeiter eine Infektion im Stichkanal zuziehen?? Im Krankenhaus schwirren ja überall Bakterien herum (habe auch mit Patienten zutun, die von den bekannten Krankenhauskeimen infiziert sind) und es kann durchaus sein, dass man sich mal unbewusst im Gesicht (auch an der Lippe) berührt und sich nicht vorher die Hände desinfiziert hat. Sollte ich das Piercing lieber erstmal lassen, oder brauch ich keine Bedenken zu haben, dass sich mein Stichkanal entzündet oder ich mir sonstwas einfange, wenn ich immer brav die Hände desinfiziere und bei Kontakt mit "gefährlichen" Patienten wie angewiesen Mundschutz trage??

Danke schonmal!!

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