Was tun gegen popo Schmerzen?

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Im Allgemeinen ist der Hintern von Natur aus nicht dafür gemacht, dass man damit auf einem Sattel platz nimmt. Deine ersten Erlebnisse sind vollkommen normal. Das geschieht auch bei Radfahreern, die über den Winter pausieren. Nichts desto weniger kann man etwas dagegen tun.

Wer nur kurze Strecken fährt, für den sind weiche Sättel das Richtige. Wer dagegen auch mal ab 30 min Am Stück auf dem Fahrrad sitzen möchte, der sollte zu einem härteren Sattel greifen. Hier gilt das gleiche wie im Auto: Ein gut ausgeformter härter gepolsteter Sitz ist besser als eine französische Couch.

Es ist verlockend zu einem Gelsattel zu greifen. Allerdings ist Gel nicht gleich Gel. Jeder Hersteller verwendet unterschiedliche Gelsorten und diese fallen auch noch zwischen den Modellen eines Herstellers unterschiedlich aus.

Ich habe einige Jahre lang gesucht und bin schlussendlich bei einem Carbonsattel hängen geblieben. Kurz davor hätte ich noch gesagt: "Geh mir weg mit dem harten Ding!".

Aber was soll man den nun beachten?

  • Abstand der Sitzhöcker (Knochen) ist maßgeblich für die zu wählende Sattelbreite
  • Addition von ca. 1cm (sportliches Sitzen) bis 3,5 cm (aufrechtes Sitzen)
  • je länger die Ausfahrten, desto härter müssen Sättel gepolstert sein (analog zu Autositzen)
  • selbst bei starker Polsterung sollte das gel nicht weich sein, da man ansonsten sofort einsinkt und damit die Gelpolsterung ad absurdum geführt wird; Prüfung über den Daumendruck: Daumen darf bei höheren Kraftaufwand einsinekn und das Gel muss bei nachlassendem Druck sofort wieder in den Ausgangszustand zurückfinden
  • Sättel mit Loch bringen zumeist keine Entlastung sondern erhöhen das Schmerzempfinden, da der Damm auf den Kanten der Aussparung ruht

Wie stelle ich nun fest ob ich Sitzhöcker- oder Dammbealster bin?

Hier muss man einfach darauf achten wo die Schmerzen herkommen. Die Lokalisierung ist für den richtigen Sattel enorm wichtig. Das kann etwas dauern, aber die Beschäftigung lohnt sich auf jeden Fall. Kommen die Schmerzen Zusätzlich noch aus dem Knie oder Fuß, ist zudem der Sattel für die Person nicht richtig auf dem Fahrrad positioniert. Allein durch die Verschiebung des Sattel und / oder Veränderung der Vorbauhöhe / Vorbaulänge wird ein gänzlich anderes Fahr- und Sitzgefühl eingeführt.

Also wenn man nach einer langen Zeit wieder mal Fahrrad fährt, wird einem auf jedem Sattel der Hintern weh tun. Schließlich ist man es nicht gewohnt auf einem sattel zu sitzen. Ein Bürostuhl ist nicht mit einem sattel vergleichbar. das legt sich aber nach einigen Ausfahrten.

Dann schließt sich allerdings die Zeit an, bei der der Sattel ansich wehtut, es also nichts mehr damit zu tun hat, dass es ungewohnt war. Jetzt hilft nur einen passenden Sattel zu finden. Dabei gilt eine Richtlinie:

Je länger eine Ausfahrt dauert desto härter sollte ein Sattel sein. Da verhält es sich genauso wie im Auto - der Sitz als Couchersatz tut nach kurzer Zeit überall weh.

Ich habe bis heute sechs opder sieben Sättel ausprobiert bis ich meinen Lieblingssattel gefunden habe.

Allerdings lässt sich nicht von Person 1 auf Person 2 schließen. Jeder Hintern ist unterschiedlich. Person 1 sitzt lieber auf dem Damm, Person 2 eher auf den Sitzhöckern, daher dauert es eine Weile bis man den richtigen Sitz gefunden hat.

  • Ich fahre einen SQ Lab Super6 Carbonsattel (seit 1 jahr; wird nicht mehr produziert).
  • Vater: SQ Lab 602 16 cm breit (seit 4 Jahren)
  • Mutter: Terry Molto Gel deluxe (seit 7 jahren)
  • Bruder: Terry Max Fly GT (seit 2 Jahren)
    • ein Freund: Fizik Aliante Cube Edition (seit 1 Jahr)

Bei den SQ Labs sitzt man stäker auf den Sitzhöckern, bei den Terrys eher auf dem Damm. Wer einen tendenziell etwas bequemeren Sattel schätzt ist bei Terry sehr gut bedient. Von Freizeit bis Rennsportgibt es dort viele verschiedene kategorien für Männer und Frauen. Den Mehrpreis holt man durch entspanntes erholsames Sitzen locker wieder herein.Meine ausprobierten Sättel:

  • Fizik Aliante Sport: super schöner gewölbter Sattel, passt meinem Kumpel, aber mir nicht
  • SQ Lab 611: ebenfalls hoch gelobter Sattel, passt uns beiden aber nicht (starke belastung der Sitzhöcker, super Damm-Entlastung
  • SQ Lab Super6: Carbonsattel, finde ich echt klasse, Damm-Entlastung, belastung der Sitzhöcker niedriger als beim 611, schöne Ausformung des Hecks
  • Terry: einige Modelle sehr gut (Fly RS, Fly Max), tendenziell eher für Leute die auf dem damm sitzen können
  • Selle Italia Max Flite: die Ränder der Aussparung in der Mitte drückten
  • Selle Italia Signo T1: auf den ersten 10km i.O., danach Schmerzen an den Sitzhöckern

Und auf den Rat von Fahrradhändlern würde ich mich nicht verlassen. In den meisten Fällen fragen die nur ab, was man für ein Fahrrad fährt und wieviel Kilometer. Meist besteht nur der Drang nach schnellem Umsatz, nicht danach einen Kunden durch einen tatsächlichen Kundennutzen langfristig zu binden. Das ist sehr Schade.

Danke für den Stern. Als nächstes teste ich den SQ Lab 612 in 14 cm Breite und den Selle Italia SLK Gel Flow.

Falls du weitere Fragen haben solltest, schreib mich einfach an - per Privater Nachricht.

Seit gestern täglich? :-) Ok Ich leite jährlich 4 tägige Radfahrten und das für wenig trainierte. 50 bis 80 km pro Tag, also 150 bis 240 Minuten pro Tag. Der 3. Tag ist meist der schwerste für den Popo, dann wird es besser. Vorausgesetzt die Sitzgeometrie stimmt und vor allem die Sattelhöhe dann sind am am Anfang weichere und Gelsättel angenehmer. Für längere Strecken und trainierte Radfahrer sind harte Sättel besser denn gute Radfahrer fahren schneller, treten daher mit wesentlich mehr Kraft und sitzen daher nur mit weniger Druck am Hintern, das Gewicht geht durch die Beine in die Pedale. Weiche Sättel werden auch ein wenig breiter zwischen den Schenkeln und reiben dort dann die Haut auf. Vor allem fahren die Profis ja nicht mit 60 Umdrehungen sondern zwischen 110 und 150, Bahnfahrer trainieren auch auf Kraft zu den Pedalen bei 170 Touren.

Der beste Sattel bring Dir nichts, wenn er nicht zu Deinem Po passt. Als erstes solltest Du herausfinden wie weit Deine "Sitzknochen" auseinander sind. Hierzu einfach mal ein Stüch Wellpappe nehmen, Hose ausziehen und versuchen einen mgl. schönen Abdruck der Knochen zu bekommen. Wenn Du jetzt mit einem Lineal den Abstand der beiden Mittelpunkte ausmisst, weisst Du schon mal den Abstand. Da die meisten Fahrradsättel ca 130 mm breit sind, kann hier schon das erste Problem liegen wenn Dein Becken breiter ist. Wenn Du Dir einen Sattel kaufen willst, unbedingt beachten. Des weiteren sind geeignete Radhosen mit Einsatz auch zu empfehlen, da sie zusätzlich für Dampfung sorgen. (Aber bitte nicht die billigen Hosen). Gegen Wundscheuern gibt es Sitzcremes und gegen die Schmerzen hilft nur durchhalten, aber es wird täglich besser werden. Versprochen

Wenn du regelmässig weiterfährst geht das schon weg.Ich fahre nur den Flite,ganz klar mein Sattel.Nun sitzen meine Sitzbeinhöcker auch nicht so weit auseinander und ich komme gut mit schmalen Sätteln zurecht. Weiche Sättel sind mir ein Grauen.Da bekomme ich auch PoPo Aua obwohl ich täglich fahre.Am besten fährst du mal zu einem Fachhändler und siehst dir die Modelle mal an die die da haben.Möglicherweise kannst du auch probefahren. Skeptisch bin ich übrigens auch bei Sätteln mit Aussparung im Dammbereich.Hört sich alles toll an....ich komm da überhaupt nicht mit klar.... Was für ein Rad bewegst du denn ?????

Es gibt speziell gepolsterte Hosen dafür - werden auch beim Cycling/Spinning getragen, die könnten Abhilfe schaffen oder irgendwann die Gewöhnung - es gibt aber auch Gel-Sattelüberzüge.

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