Was kann man als Hypnose-Patient falsch machen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, du hast nichts falsch gemacht. Bei der ersten Sitzung ist man oft nervös, will auch beobachten, da kommt es schon vor, dass es nicht so wirkt. Aber auch dann, wenn du nicht alles so gespürt hast, wie er es sagte, ist das unbedenklich, weil ja jeder etwas anders reagiert. Wichtig ist, dass du dich angenehm locker fühlst. Und natürlich auch Vertrauen hast. Ich denke schon, dass es klappen wird. Du musst auch nicht unbedingt eine tiefe Trance haben, das braucht es dazu nicht.

Wie schon erwähnt, kann man als Patientin ohnehin nichts falsch machen. H. ist ein gemeinsamer Prozess und der Hypnotiseur begleitet die Patientin und offeriert einige Angebote von Wahrnehmungen, also z.B. Kribbeln. Das heisst nicht , dass man das spüren muss, oder dass ohne diese Empfindung man nicht in Hypnose geht. Es ist auch für den Hypnotiseur hilfreich, wenn über solche Beobachtungen gesprochen wird, damit er die Möglichkeit hat, Dir einen grösseren Beobachtungs- und Wahrnehmungsraum zu öffnen. Z.B. indem er nicht nur Kribbeln erwähnt, sondern auf andere mögliche Körperwahrnehmungen hinweist. Diese Hinweise sollen nur bewirken, dass die Aufmerksamkeit der Patientin von aussen und von den eigenen Gedanken abgezogen wird und so ein Zustand von Entspannung erreicht wird. Der Hypnotiseur schafft dadurch einen inneren Raum, in welchem kreative Lösungen der Patientin sozusagen - bewusst oder unbewusst - zufallen. Die Hirnforschung hat gezeigt, dass in einem Zustand von Hypnose bestimmte Hirnareale hoch aktiv sind: Das Sehzentrum und der frontale Cortex, der eine wichtige Rolle bei Kreativität und Imagination spielt. So ist es erklärbar, dass unter H. eine Patientin zu neuem Verhalten findet, welches natürlich alternativ schon längt in ihr angelegt war. Es ist NIE der Hypnotiseur, der ein bestimmtes Verhalten von aussen suggerieren oder gar installieren kann. Am besten stellst Du Dir einfach vor auf welche schöne Art und Weise Du Dein Leben gestalten kannst, wenn Du überraschend ein Verhalten ohne Sucht gefunden hast. Mit dieser Vorstellung/Gedanken kannst Du getrost in H. gehen und die Begleitung des Hypnotiseur geniessen.

So wie Du es beschreibst, hat der Hypnotiseur eine direkte Suggestion während der Tranceinduktion benutzt, indem er ein Kribbeln suggerierte. Pech nur, dass Du nun eben dieses Kribbeln nicht verspürtest und durch diesen Widerspruch nicht loslassen und entspannen konntest. Genaugenommen also der sicherste Weg, einen Klienten NICHT in Trance zu versetzen. In meinen Augen ein klassischer Anfängerfehler, der einem solide ausgebildeten Therapeuten nicht unterlaufen dürfte.
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Du hast also gar nichts falsch gemacht. Du solltest den Therapeuten darauf ansprechen und ihn sogar ggf. wechseln.
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manchmal werden solche methoden bewusst gemacht, um die kritikfähigkeit zu umgehen. bist du hypnotiseur? lg garry moon

@GarryMoon

Nein, ich bin Psychologe, Ericksonianer und Hypnotherapeut ;-)
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Wo also sollte der Witz liegen, während der Tranceinduktion ein Statement in der Yes-Set Reihe zu machen, welches im inneren Dialog durch den Klienten nicht mit Yes sondern mit No beantwortet wird? Sofern ich über hellseherische Fähigkeiten verfüge, kann ich das natürlich tun. Habe ich die nicht, sieht mensch ja, was dabei herauskommt: Schiffe versenken!
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lg holodeck

@holodeck

ja ja das dachte ich mir psychologe-ericksonianer...lg garrymoon

@holodeck

Aha - wieder ein Mal "Dogmenkrieg". Und das soll dem Fragesteller helfen? Vertrauen ist da, anscheinend auch Wirkung - trotzdem den Therapeuten wechseln? Am Besten zu dir? Erikson ist sehr gut, nur leider wird in der Psychologie meist nur ein winziger Teil seiner niedergeschriebenen Arbeiten, verwendet. Auch direkte Suggestionen haben ihren Vorteil! Am Besten, wenn man mehrere Werkzeuge benutzt - und die behindernden Dogmen begräbt.

@user180

Sorry, aber ich sehe keinen Krieg und führe auch keinen ... Fakt ist, dass direkte Suggestionen erst ab einer bestimmten Trancetiefe funktionieren und angewandt werden sollten. In der Regel jedoch nicht während der Tranceinduktion.

hallo mollymobb, du musst nicht alles genau verspüren, was der hypnotiseur zu dir sagt. ich lese aber aus deinen zeilen heraus, dass du dir nicht sicher bist in hypnose gewesen zu sein. bespreche dies mit deinem therapeuten, denn es gibt sehr viele menschen die in trance waren und denken sie waren es nicht. dein therapeut könnte dann mit einen convincer arbeiten, sodas du die hypnose besser erleben kannst. was hat sich denn nach dieser sitzung für dich verändert? lg garry moon

In der 1.Sitzung sollte es nur eine Enspannung sein. Ich weiß nicht ob es schon eine Hypnose war. Was ist ein convincer? Nach dieser 1. Sitzung, welche zu einem Großteil aus dem Gespräch über mich, mein Leben, meine Probleme, meine Ängste usw. bestand, denke ich sehr viel nach. Ich denke viel über "alte Geschichten" nach. Montag war der erste Termin, Dienstag brauchte ich Urlaub. Ich fühlte mich durcheinander. Ich denke seitdem oft über meine Ziele und neue Lösungswege nach. LG mollymobb

@mollymobb

hallo, das du daran arbeitest ist gut und normal. ein convincer ist ein beweis für die hypnose und ist für viele klienten ganz wichtig. es wird zwar immer getrommelt, dass das nicht so ist, ist aber quatsch. Sprich mit deinem therapeuten darüber. lg garry moon

bei so einer Therapie solltest du Vertrauen aufbauen und nichts Falsches behaupten, denn sonst kommt nix bei raus.Also ehrlich sein!

Psychotherapie (tiefenpsych.): Hat die individuelle Persönlichkeit des Therapeuten irgendeine Art Einfluss auf den Behandlungserfolg des Patienten/Klienten?

Hallo zusammen,

ich (m/40J.) mache seit 2 Jahren (ca. 70 Sitzungen gehabt) einzeln eine Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundiert.

Nach meinem Verständis resultiert der Behandlungserfolg aus dem erfolgreichen "Durcharbeiten" der "Übertragungswiderstände" ggü. dem Therapeuten. Er und ich sprechen diesbzgl. die gleiche Sprache, mittlerweile. Am Anfang der Therapie habe ich ihm öfter diese und jene Verhaltensweisen vorgeworfen. Er meinte dann immer, diese Vorwürfe hätten etwas mit mir zu tun und dass die Persönlichkeit des Therapeuten (neben aller ihm bewussten Stärken und Schwächen) in meiner Therapie keine Rolle spielen würde/sollte bzw. keine Bedeutung hätte/haben sollte.

Nun habe ich gehört, dass "...die erfolgreiche Durcharbeitung der Übertragungswiderstände beim Patienten auch in unterschiedlichem Ausmaß von der spezifischen Interaktion mit dem Analytiker, dessen Gegenübertragung, persönlichkeitsstrukturellen Eigenarten und neurotischen Konflikten abhängig sein kann." --> Was ich mittlerweile nach so langer Zeit auch vermute. Weil: ich stecke total fest, habe während der lfd. Therapie über Monate hinweg gleichbleibende massive Erstickungsgefühle, keinerlei Kraft und bin starr im ganzen Körper, deswegen arbeitsunfähig (Therapeut weiß davon)..... außer der Geist funktioniert noch halbwegs.

Ein Bauchgefühl gibt es bei mir schon lange nicht mehr! Daher kann ich im Moment keine Entscheidung treffen, was die Therapie angeht.

Was sagt ihr dazu ? Spielt die Person des Therapeuten eine Rolle ? (Fachlich vertraue ich ihm eigentlich!) Was habt ihr für Erfahrungen ?

1000 Dank für eure Beiträge !!!

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