Was ist Asperger-Autismus genau?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe selbst die Diagnose Asperger und kann daher sagen: Zwischen "nach außen hin normal wirken" und "nicht schlimm" liegen Welten. Welten!

Es ist ja schon erwähnt worden, dass das Asperger-Syndrom, zusammen mit den anderen "Einzeldiagnosen" gerade abgeschafft wird, da Autismus ein Spektrum ist und das auch den Fachleuten immer mehr klar wird. Außerdem wird auch immer offensichtlicher, dass sich Autismus aller Arten bei Frauen und Mädchen anders äußert, als bei unseren männlichen Kollegen - und dadurch werden nun langsam auch mehr Mädchen diagnostiziert, die sonst durchs Raster gefallen wären, da Mädchen wohl oft bei gleichschweren Symptomen besser als neurotypisch (nicht autistisch) durchgehen können - jedenfalls habe ich das so gehört. Wie stark die Symptome aber eigentlich sind, kann man von außen kaum beurteilen.

Ich versuche das Mal an einem Beispiel aus meinem Leben zu erklären. Bei Autisten funktioniert die Filterung von Sinneswahrnehmungen nicht so, wie bei den meisten anderen Menschen. Das führt bei mir z.B. dazu, dass ich ein Problem mit der Konsistenz von Pilzen habe. (Übrigens nicht mit dem Geschmack, sondern mit der Konsistenz) Das haben sicher andere Menschen auch und für die ist es unangenehm. Aber für mich fühlt es sich eher so an, als würden mir die Zähne rausgezogen werden.
Na ja, als ich klein war, und dazu gezwungen wurde, Pilze zu Essen, habe ich natürlich einen Schreikrampf bekommen. Für mich eine völlig logische Reaktion, für den Rest der Welt im Zweifel eher ein Zeichen für ein völlig verzogenes Gör.
Nun wussten meine Eltern allerdings zum Glück, dass es da ein Problem gab, und ich musste niemals etwas essen, was ich nicht essen konnte. Das führte manchmal zu Diskussionen in Restaurants und mit meinen Großeltern, aber nicht mehr zu Schreikrämpfen. Bis heute ist es für mich völlig unmöglich, Pilze zu Essen, wenn sie nicht z.B. zu Cremesuppe verarbeitet sind. Deshalb mache ich es eben nicht und bin vielleicht ein bisschen "wählerisch", aber nicht wirklich seltsam.
Na ja, und so gibt es eben verschiedene Trigger, die meinen Sinnen Probleme machen. Na ja, und andere Symptome des Autismus - aber alles in allem studiere ich inzwischen recht erfolgreich, und erscheine den Leuten vielleicht "ein wenig anders, nerdig" oder so etwas, aber von den allermeisten Problemen bekommt man gar nichts mit, solange man mich nicht besonders gut kennt.

Ich hoffe, damit konnte ich dir ein wenig weiterhelfen.
Bitte bedenke bei meiner Erklärung aber, das jeder Mensch anders ist, und auch jeder Autist, also ist meine Erfahrung nicht für alle Autisten und auch nicht für das Kind deiner Tante einfach so gültig.
Wenn du noch Fragen hast, stell sie ruhig.

Asperger ist eine leichtere Form von Autismus, allerdings wird diese Diagnose gerade abgeschafft. Es fällt nun alles unter die Autismus-Spektrums-Störungen, welche ganz verschiedene Ausprägungen haben können. Ich werde diesen Ausdruck der Einfachheit halber in meiner weiteren Erklärung trotzdem verwenden.

Was einen Asperger-Autisten von einem Neurotypischen unterscheidet ist vorallem das nicht vorhanden sein eines intuitiven Wissens, wie man sich in sozialen Situationen zu verhalten hat. D.h. sie müssen Dinge erst erlernen, die für andere Kinder ganz selbstverständlich sind. Z.b. wie man mit anderen Kinder spielt, wie man sich unterhält, was der andere einem durch Körpersprache mitteilen möchte.

Wenn ein autistisches Kind diese Dinge jedoch erlernt hat (soweit das erlenen möglich ist) ist es auf den ersten Blick kaum noch von einem nicht-autistischen Kind zu unterscheiden.

Auch ich bekomme oft zu hören, dass ich überhaupt nicht autistisch wirke und das freut mich, weil es mir zeigt, wie gut ich mich schon an die geltenden gesellschaftlichen Normen anpassen konnte. Die feinen Unterschiede und Abweichungen werden oft nur von Menschen gesehen und erkannt, welche das Kind wirklich über einen langen Zeitraum hinweg in den unterschiedlichsten Situationen erleben. Ein Lehrer würde wohl nie herausfinden, dass das Kind ein Problem mit Körperkontakt hat, auch wenn es jedem Tag bei ihm im Unterricht sitzt. Ich hoffe du verstehst, was ich meine.

Wie schlimm es ist, eine Autismus-Spektrums-Störung zu haben, kann wohl nur der Betroffene selbst sagen. Alles andere sind lediglich Vermutungen.

Könntest du mir vielleichg beschreiben wie du dich fühlst  ( Du hast ja in anderen Worten geschrieben dass du Autismus hast) wenn das dann nicht zu Privat für dich wäre :)

@fragemaus0612

Ich kann es gerne versuchen, es wäre allerdings sehr hilfreich, wenn du konkrete Fragen stellen würdest. Ich fühle mich ja nicht immer und überall gleich :)

Autismus ist in aller Kürze eigentlich eine Wahrnehmungsstörung, die zu ganz vielen verschiedenen Problemen und Verhaltensweisen führt.

Das alles hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Onkel Google kann dir aber bestimmt die ein oder andere Frage beantworten.

lies meine Website www.as-tt.de, dann weißt du sicher mehr über Autismus. Wenn Du dann noch Fragen hast - was sicher der Fall ist, wenn du ernsthaft an diesem Thema interessiert bist - dann kannst du mich gerne direkt über die Kontaktfunktion dieser Website kontaktieren - ich werde dir deine konkreten und ernsthaften Fragen gerne beantworten.

Anmerkung: ich bin männlich, Autist und habe über 60 Jahre Lebenserfahrung.

Was ist Autismus?

Autismus ist eine komplexe und vielgestaltige neurologische Entwicklungsstörung. Häufig bezeichnet man Autismus bzw. Autismus-Spektrum-Störungen auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken.

Quelle : http://www.autismus.de/was-ist-autismus.html

Was möchtest Du wissen?