Was bedeutet Autismus?

3 Antworten

Es ist keine "Erkrankung", sondern eine angeborene Begabungslage.

Menschen mit autistischen Zuegen nehmen die Welt anders wahr. Das Gehirn arbeitet vorwiegend so, dass logische Verknuepfungen funktionieren, aber wenig die soziale Intuition. Reize werden sehr stark und ungefiltert wahrgenommen und muessen deswegen gut sortiert beim Menschen mit Autismus ankommen, sodass er damit umgehen kann.

Das fuehrt zu einigen gemeinsamen äusseren Merkmalen wie z.B. Ueberforderung in sozialen Situationen, stattdessen viel Beschäftigung mit sich selbst, Gelingen des Lebens mit guten Routinen.

Wie stark und wie genau der Autismus ausgeprägt ist, ist verschieden: Vom nicht sprechenden Menschen, der den ganzen Tag schaukelt, um sich zu beruhigen und der seine eigene Hygiene nicht auf die Reihe kriegt, bis hin zum gut angepassten oder kreativ-erfolgreichen eher-Einzelgänger, der öffentlich nicht weiter auffällt.

Dass Menschen mit Autismus sich durch besondere Seiten auszeichnen, hängt genau mit dieser Begabung-Behinderung zusammen. Das eine im Hirn funktioniert weniger, dafuer funktionieren andere Seiten (bei manchen) ausserordentlich gut. Auch das kann sehr extrem sein, wie bei Zahlenkuenstlern oder Musikgenies, die aber ihre Lebensfunktionen nicht selbst in den Griff bekommen, oder weniger extrem wie bei den meisten anderem Personen mit Autismus. "Charakterlich" sollen viele Menschen mit Autismus als direkt und ehrlich wirken, weil sie soziale Spielchen und Intrigen wenig verstehen und interessieren, auf der anderen Seite wirken sie oft verletzend oder gemein, weil sie ebendiese Spielchen zum Beispiel von angebrachter Höflichkeit nicht verstehen. Das beste ist: einfach so nehmen wie sie sind.

Autismus (v. gr. αυτός „selbst“), von der Weltgesundheitsorganisation als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert, wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich bereits im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Andere Forscher und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt [1]. In den aktuellen Diagnosekriterien wird zwischen Frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und dem Asperger-Syndrom unterschieden, welches oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr auftritt. Quelle und mehr Infos: http://www.wikipedia.de

Ja - diese Beschreibung trifft es genau! Mein kleiner Sohn (7) ist auch Autist.(Kanner) Gruß kanga

Zu diesem Thema gab es vor Jahren einen phantastischen Film mit Dustin Hoffman und Tom Cruise http://www.filmstarts.de/produkt/37298,Rain%20Man.html

... der genau EINEN Autisten beschreibt, und leider einen, wie es ihn nur extrem selten gibt, da er zeitgleich Savant ist. Savants, die zeitgleich Autisten sind, gibt es gerade mal 50 auf der ganzen Welt. Die meisten Autisten sind also keine Savants.

Das Vorbild für Raymond im Film, Kim Peek, war übrigens gar kein Autist.

Viele Autisten müssen dank des Films mit Klischees kämpfen.

Ich finde den Film nicht schlecht, im Gegenteil, aber er macht den meisten Autisten das Leben nicht leichter.

Andere gute Filme über Autisten, die dem Alltag näher kommen:

Snow Cake

BenX

Adam

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