Warum sterben viele Menschen nach einer Chemotherapie?

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Das kommt drauf an.

Ich habe eine der härtesten Chemotherapien bekommen, die seinerzeit verfügbar war. Der Krebs war per Operation schon weg, aber prophylaktisch wurde eine Monster Chemotherapie und Bestrahlung durchgeführt.

Die Therapie hätte mich fast umgebracht. Ich konnte fast ein Jahr nichts Essen, später nicht einmal mehr Trinken, die Ärzte haben meiner Mutter mehrfach zu verstehen gegeben, dass ich den nächsten Morgen wohl nicht erleben würde.

Alles ausschließlich Folge der Therapie und nicht der Erkrankung.

Ich habe in verschiedenen Krankenhäusern Menschen gesehen, die haben, die Diagnose Krebs als Todesurteil verstanden, haben sich hingelegt und sind gestorben.

Als mir die Diagnose gegeben wurde, saß ich auf dem Rückweg im Auto, stand vor einer roten Ampel und dachte nach. Dann drückte ich auf die Hupe und schrie:"Du kriegst mich nicht, du Arsch."

Zu keinem Zeitpunkt habe ich geglaubt, ich würde sterben. Es ging mir hundserbärmlich dreckig, alles schmerzt, die Mundschleimhaut faulte mir regelmäßig ab, eine Lungenentzündung nach der anderen, Leukos im Keller, betroffene Gesichter der Ärzte. Ich war damals 28 Jahre alt.

Das ist jetzt bald wieder 28 Jahre her und ich bin, was das angeht, quietschfidel.

It´s a mind game.

Natürlich gibt es in jeder individuellen Krankheitsgeschichte harte Fakten, die über das Überleben entscheiden, aber die Einstellung dazu ist ein wesentliches Element. Wer sich aufgibt, ist verloren, wer kämpft hat eine bessere Chance, zu überleben.

Langer Rede, kurzer Unsinn: warum jemand nach einer Chemotherapie stirbt, kann verschiedenste Ursachen haben.

Ein Rezidiv, also die Therapie hat nicht dauerhaft gewirkt und der Tumor kommt wieder.

Die Therapie ist eine starke Belastung. Bei der Verabreichung einiger Medikamente kam das Personal in Ganzkörperschutzanzügen. Das zehrt aus, eventuell werden Organe geschädigt. Das ist immer Gift, was man da verabreicht bekommt.

Die Innere Einstellung. Selbst wer im akuten Zustand noch die Kraft zu kämpfen hatte, kann nach vermeintlich überstandener Krankheit in ein Loch fallen. Alles ausgepowert. Und dann reicht es vielleicht nicht mehr.

Was ich unter anderem gelernt habe ist, dass jeder seine eigene Krankheit hat. Da lässt sich nichts von einem auf den anderen übertragen. Ob die Therapie hilft oder einen am Ende sogar umbringt, ist immer abzuwarten.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Super, das du damals die Kraft dagegen aufbringen konntest und hast nicht aufgehört zu kämpfen. Und nochmal super, das du bereit bist so offen darüber zu berichten.

@Concetta64

Vielleicht war das auch ein Aspekt, der mir geholfen hat, dass ich von vornherein mit jedem, der Zuhören wollte, darüber gesprochen habe. Dabei habe ich weder Selbstmitleid verströmt noch um welches kokettiert.

Es war für mich von der Perspektive von vornherein ein lästiges, aber befristetes Übel.

Ich kann nun natürlich wohlfeil darüber plaudern, weil meine Strategie geklappt hat. Hätte ich aber nicht nach dem vierten Therapiebloch die Reissleine gezogen, hätten die mich mit der Therapie wohl tatsächlich umgebracht. Ich habe darauf bestanden, das bestimmte Dinge verändert werden müssen.

Die Ärzte waren erstmal perplex, dann kritisch und dann kreativ. Und haben tatsächlich Verfahren entwickelt, die einen guten Teil der schlimmsten Nebenwirkungen gemildert haben.

Da haben die tatsächlich was bei gelernt.

@realsausi2

Häftig was sie erlebt haben habe echt Respekt vor Ihnen und ich danke für Ihre Antwort ein paar Fragen habe ich aber noch was für Krebs hatten Sie und haben Sie denn Ärzten gesagt was Sie endern sollen und was genau

@realsausi2

Welche Dinge genau waren es, die laut Ihrer Einstellung verändert werden sollten ?

Welches Verfahren haben die Nebenwirkungen gemildert ?

Sorry, aber ich frage so genau nach, weil mein Freund den Lungenkrebs besiegt hatte, er aber wieder ausgebrochen ist und er jetzt nach dem 5. Chemozyklus völlig kraftlos und abgemagert ist. Er schirmt sich von der Außenwelt komplett ab.

Wer sich aufgibt, ist verloren, wer kämpft hat eine bessere Chance, zu überleben.

Das heißt aber im Umkehrschluss NICHT, dass, wer eine Chemo abbricht oder sie gleich von vorn herein ablehnt, "verloren" hat - NEIN - er kämpft auf andere Art - eben WEIL er nicht aufgeben will.

Jemand der von Chemo und CO nicht überzeugt ist, sollte NIEMALS gezwungen werden, diesen Weg zu gehen, sondern er sollte ermutigt werden, SEINEN Weg zu gehen.

Im Übrigen: Ganz toll, dass Du diesen Horror überlebt hast! Ich freu mich von Herzen für Dich darüber.

In meinem Umfeld (Bekannten- Verwandtenkreis) gab es leider nicht so viel Glück: Sie sind ALLE daran gestorben, wurden z.T. auch sehr aggressiv dazu gedrängt....

Wirksam ist sie schon, wenn auch nicht immer. Aber eine Chemo garantiert nicht, dass auch alle Krebszellen zerstört werden, manche können sich quasi der Chemo entziehen und im Körper schlummern. Sowas kann Monate, Jahre und in seltenen Fällen sogar Jahrzehnte gut gehen, bis die Zellen zu neuem Leben erwachen. Allerdings kann eine Chemo auch das Gegenteil bewirken, also ein schnelles Ableben statt Heilung, denn die Chemo belastet den Körper stark und kann das Immunsystem stark schwächen, wodurch es Krebszellen einfach gemacht wird. Zudem macht die Chemo keinen Unterschied zwischen Krebszellen und gesunden Zellen, es werden alle angegriffen. Besonders bei alten und geschwächten Krebspatienten muss eine Chemo gut abgewogen werden, um gesundheitliche Nachteile zu vermeiden.

"...Warum sterben viele Menschen nach einer Chemotherapie?" (Ihr Zitat)

Chemotherapie bringt in vielen Fällen von vornherein keine Heilung - sondern ist nur als "lebensverlängernde Maßnahme" gedacht. Nichts anderes, als diesen Zweck, erfüllt sie (von einem mehr, vom anderen weniger, kommt ganz darauf an, wie man individuell auf die Behandlung reagiert) in diesem Fall auch. Spricht jemand ganz schlecht darauf an, hält sich selbst dieser Erfolg "in Grenzen".

Ist die Chemotherapie zur "Heilung" gedacht, tut Sie das u.U. auch. Allerdings ist Sie das "schärfste" und "langwierigste" Geschütz, das gegen den Krebs aufgefahren wird und hat daher gewaltiges Nebenwirkungspotiental. Für manchen Erkrankten heißt es daher nicht selten: Unabänderlich am Krebs zu sterben oder Roulette zu spielen, um vllt. doch noch zu überleben.

Die wenigsten sterben an der Chemo, sondern an der Erkrankung selbst. Eine Chemo kann wirken oder auch nicht, je nach Grunderkrankung "hilft" eine Chemo von 5 - 95 %.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Da haben die Dich aber, wie üblich in der Branche, FALSCH ausgebildet!

Den Unfug glauben ja nicht einmal Onkologen, obwohl sie damit Ihre Patienten gewinnbringend um die Ecke bringen!

Nur 3% der deutschen Onkologen würden eine Chemotherapie machen lassen - uploaded 23.03.2015 - 7:01 -  https://www.youtube.com/watch?v=2bpcStvwaSw

"Chemotherapie ist Mord!" - DAS sagen Onkologen über ihre eigene Behandlung! [AUFGEDECKT] - uploaded 16.11.2017 - 9:36 - https://www.youtube.com/watch?v=hC5r7Pc1jyg

Was Ihr über Krebs nicht wissen sollt... - veröffentlicht am 16.10.2015 - 19:21 - https://www.youtube.com/watch?v=HI7DOgj1sJI

Ich hoffe Du kannst jetzt aus den Links etwas mit Substanz lernen!

Nee, sie sterben an dem Krebs, den sie vorher NIE hatten.........

Ja, das frag ich mich auch, wenn es doch DIE "Therapie" sein soll, die als "einzige" "helfen" soll....

In meinem Umfeld hat diese Horror-Tortur niemand überlebt, sie sind alle gestorben, Nachbarn, wie Freunde, Bekannte und auch im Verwandtenkreis.

Ich frage mich ernsthaft, wieso immer noch so "eisern" daran festgehalten wird - wahrscheinlich schreibt es die Gewinnmaximierung der Pharma vor - solche Medis kosten ja Tausende........und helfen nix - im Gegenteil, oft ist der Krebs danach geradezu explodiert (bei zwei meiner Cousinen war es so.....)

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