Warum sollte man kaltgeschleuderten Honig nehmen?

2 Antworten

Um mal eine qualifizierte Antwort zu geben (bin selbst Hobbyimker): Kaltgeschleudert impliziert, dass es eine alternative Schleudermethode gäbe - man denkt sofort an "Warmgeschleudert". Aber: gibt es nicht. Jeder (geschleuderte) Honig wird bei Raumtemperatur geschleudert. Ganz einfach weil: wenn es zu kalt ist, wird Honig zähflüssig, man bekommt ihn nicht aus den Waben. Ist es umgekehrt zu warm, schmilzt das Wachs - dann werden die Waben weich und diese Sauerei will kein Imker aus der Schleuder popeln. Abgesehen davon: die Waben sollen ja wiederverwendet werden.

Alternativen zum geschleuderten Honig sind, Tropf- oder Presshonige, bei denen die Waben zerstört werden.

Die Antwort von "minister" ist Blödsinn. Auch industriell hergestellte Honige werden zum schleudern nicht erhitzt - allenfalls hinterher, damit diese flüssig bleiben (aber auch das macht ein Hobbyimker, denn einen cremigen Honig kann man sonst nicht in Gläser abfüllen). Im übrigen werden nicht die Enzyme bei Erwärmung zerstört (Amylase hält bis ab 80° aus). Das Problem ist HMF. Das entsteht bei erwärmung von Zucker (nicht nur im Honig). Solange der Honig nicht zu warm gemacht wird (nicht wärmer als 40 Grad) nimmt er auch keinen Schaden. Erst bei Temperaturen darüber entsteht Hydroxymethylfurfural (HMF) das als gesundheitsschädlich gilt.

Vermutlich kommt daher die Mär vom "kaltgeschleudert ist besser als warmgeschleudert".

Abschließend kann man sagen: Kauf regional beim Imker, dann kannst du ihn auch fragen.

Es kann doch nur kalt geschleudert werden, erhitzt der Imker den Honig, muß er diesen mit der Wabe erhitzen, und die Wabe besteht aus Wachs. Noch nie habe ich gehört daß die Industrie Honig schleudert, dann muß sich ja eine Industrie Bienen halten!

Natürlich hält auch eine Großimkerei, die Honig "industriell" erzeugt Bienen. Vgl. auch National Geographic Ausgabe Mai 2015.

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