Warum kommt in Afrika die Sichelzellanämie stark öfter vor als in Europa?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Diese Erbkrankheit ist ein schöner Beweis der Evolutionslehre, die manche nicht wahr haben wollen. Die Krankheit kommt (selten) überall auf der Welt vor. Durch den Austausch eines einzelnen Nukleotids in der DNS des Menschen wird eine einzige Aminosäure im Proteinmolekül ausgetauscht, das für den Sauerstofftransport in den roten Blutkörperschen verantwortlich ist. Wer die Mutation trägt, hat Mühe, genügend Sauerstoff aufnehmen zu können. Das führt zu Kurzatmigkeit, Müdigkeit, rasche Erschöpfung, ein Grund, warum die Krankheit selten ist: Die Träger haben einen Evolutionsnachteil.

Aber in den Malariagebieten stellt sich heraus, daß die Malaria-Erreger sich in den betroffenen roten Blutkörperchen nicht vermehren können, daß die Sichelzellanämiker also vor der gefährlichen Malaria geschützt sind. Das wiegt den Evolutionsnachteil der Kranken bei weitem auf, und so tritt die Erbkrankheit in den malariagebieten viel häufiger auf.

Ohne weitere Worte. ;-)

Das mit den Sichelzellen hat der kgunther schon sehr gut erklaert. Malaria kommt genauso wie HIV aus Afrika, deshalb gibt es neben der Sichelzellen-Anaemie auch andere Effekte, wie z.B. spezielle Antikoerper und Gegenmassnahmen, die es vielen Afrikanern erlauben, die Malaria relativ unbeschadet zu ueberstehen. Ganz nebenbei gibt es z.B. in Kenia und Uganda Menschen, die gegen drei HIV (AIDS) Typen mitlerweile immun sind, auch das ist eine Anpassung die im Moment untersucht wird...

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