Wann ist man beim Psychologen ein Patient und wann ein Klient?

5 Antworten

man ist immer ein patient, also ein mensch der seine medizinische dienste in anspruch nehmen muss. man unterscheidet unter kassen- und privatpatienten. letztere müssen die arztrechnung selber bezahlen, bekommen später von ihrer provaten versicherung das geld erstattet. in diesem licht könnte man meinen der privatpatient ist ein klient (kunde). sachlich gesehen ist dieser klient weiter ein patient, weil er seine heilung sucht.

Ich würde sagen in der therapeutischen Psychologie ist man ein Patient und bei Coaching oder Unternehmensberatung zum Beispiel ein Klient.

Nicht jeder, der zum Psychologen geht, ist krank und deshalb Patient.

Klient bist Du im psychologischen Coaching.
Machst Du ein Coaching, z.B. zum Abbau Deiner Sprechhemmungen vor großen Gruppen, oder zur Verbesserung Deines Führungsverhaltens, so bist Du ein Klient. Die Honorare sind bei Coaching auch mehrwertsteuerpflichtig.

Gehst Du zum Psychologen aufgrund einer Störung mit Krankheitswert und übernimmt die Kosten für eine Therapie die Krankenkasse, oder lässt Du Dir eine Rechnung über Therapie ausstellen, dann bist du ein Patient.

Patient / Patientin: von einem Arzt, einer Ärztin oder einem Angehörigen anderer Heilberufe behandelte oder betreute Person (aus der Sicht dessen, der sie [ärztlich] behandelt oder betreut oder dessen, der diese Perspektive einnimmt)

Quelle: DUDEN

Da Psychologe kein Heilberuf ist, kann ein Psychologe auch keine Patienten haben.

Klient / Klientin: jemand, der [gegen Bezahlung] Rat, Hilfe bei jemandem sucht, der jemanden beauftragt, seine Interessen wahrzunehmen

Quelle: DUDEN

In Bezug auf Psychotherapie ist das Wort eigentlich ein Anglizismus des engl. "Client", was man am Ehesten mit "Kunde" übersetzen müsste (client-centered counselling müsste also eigentlich mit "kundenorientierter Beratung" übersetzt werden, klingt im Deutschen aber zu wirtschaftsorientiert). Prägend war Carl Rogers, der dies (client-centered counselling / psychotherapy) bereits in den 1940er Jahren etablierte. Dahinter steht aber schon ein Abgrenzungsversuch zur damals vorherrschenden Psychoanalyse, die bekanntlich in medizinisch-ärztlicher Tradition stand und fast ausschließlich von Ärzten ausgeübt wurde und daher die Bezeichnung Patient / patient verwendete. Rogers wollte sich vom Arzt-Patient-Verhältnis abkoppeln. Später nannte er seine Hernagehensweise übrigens dann person-centered (eingedeutscht "personen-zentriert", eigentl. übersetzt: "Mensch-bezogen").

In den USA werden heute Couseling Psychology und Clinical Psychology unerscheiden und es sind zwei verschiedene Studiengänge nach dem Bachelor. Beide schließen mit dem PhD ab, bei beiden sind die Absolventen das, was man hier in Deutschland "Psychologischer Psychotherapeut" nennt. Counseling ist dabei aber person-centered und die Couseling Psychologists sprechen von "clients", die Clinical Psychologists sind meistens kognitiv-verhaltenstheraopeutisch ausgerichtet, vereinzelt auch psychoanalytisch, und sprechen von "patients".

In Deutschland ist dies in den Psychotherapie-Richtlinen so geregelt, dass bei Richtlinienpsychotherapie immer von Patienten die Rede ist, also gegenüber Krankenkassen und denn Gutachtern.

Im internen Gebrauch unter Psychotherapeuten hängt dies in der Regel von der Ausrichtung des Therapeuten oder seinem persönlichen Geschmack ab.

Ich würde da aber auch nicht zu viel hinein interpretieren. Psychotherapie bleibt, egal ob man von Klient oder Patient spricht, eine Behandlung bei vorliegen einer ernsthaften psychischen Erkrankung.

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