Verdacht auf Absence Epilepsie Tochter 4J. stationäre Aufnahme, was wird gemacht?

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Hallo BlackAngel1982,

in der Regel wird ein normales EEG, ein Schlaf-EEG und/oder ein Schlafentzugs-EEG geschrieben. Daher die drei Tage Aufenthalt. Ein MRT ist auch sinnvoll und gehört mit zur Standarddiagnostik. Da bei so einem kleinen Kind allerdings eine Sedierung notwendig ist, sie darf sich halt nicht bewegen, wenn sie in der Röhre liegt, ist das stationär sinnvoller als ambulant. Bei einer Absence-Epilepsie wird man beim Schlafentzugs-EEG in der Einschlafphase und bei der Hyperventilation im normalen EEG typische Veränderungen sehen, insofern ist die Diagnostik da recht genau.

Nicht alle Kinder werden auch direkt in der Klinik auf die Medikamente eingestellt, das geht auch zuhause, wenn die Eltern sich das zutrauen, bzw. der Arzt es ihnen zutraut. Die Medikamente werden eingeschlichen, d.h. die Dosis wird, je nach Medikament und Anfallssituation, im Abstand von einige Tagen immer wieder erhöht. Bei einer Absence-Epilepsie sollte der Effekt der Medikamente eigentlich rasch sichtbar sein, meist nach wenigen Wochen. Es hängt aber alles von den Ergebnissen der Untersuchungen ab, wie das weitere Vorgehen sein wird.

Man behandelt die Anfälle, nicht das EEG, denn es gibt genügend Menschen mit einem auffälligen EEG, die keine Anfälle haben und andererseits Menschen, bei denen im EEG nichts zu sehen ist, die aber Anfälle haben. Das EEG zeichnet ja nur die Veränderungen an der Hirnoberfläche auf, alles was tiefer drin passiert ,kann man mit einem normalen EEG nicht feststellen.

Es gibt ein kleines Bilderbuch, mit dem man die Kinder auf das EEG vorbereiten kann. Wenn Du mir eine PN schickst, kann ich Dir zumindest die pdf noch heute zuschicken.

Vielen dank für diese super ausführliche Antwort. PN ist unterwegs, wenn es geklappt hat ...

Es wird wohl beim EEG und ein paar Standarduntersuchungen wie Blutbild etc. bleiben, Epilepsien dieser Art lassen sich im ganz normalen EEG gut erkennen. Vielleicht wird sie auf ein Medikament eingestellt, da ist es bei Kindern ganz sinnvoll, das in der Klinik zu machen. Langzeit-EEG werden zur Vorbereitung für eine Epilepsie-OP gemacht, das wird hoffentlich nicht notwendig sein. Es ist gut möglich, dass das ersten Medikament gleich gut anschlägt, das ist wichtig, denn gerade Kleinkinder mit Absencen können durch eine unbehandelte Absence-Epilepsie Entwicklungsrückstände aufbauen, das wäre gar nicht gut. Zum Glück läßt sich diese Epilepsieform heute schon sehr gut beherrschen.

Der Verdacht auf Epilepsie muss abgeklärt werden. Bisher besteht ja nur der Verdacht. Daher macht man eben ein EEG, wobei ein Langzeit-EEG sicherlich sinnvoll wäre. Deine Tochter ist noch sehr klein, es kommt also drauf an, wie sie damit umgeht. Es entscheidet der Arzt, was hier angebracht ist. Die stationäre Aufnahme erfolgt vermutlich in erster Linie um die Anfälle zu beobachten, wie häufig und wie lange diese auftreten. Wenn die Diagnose bestätigt wird, wird deine Tochter Medikamente nehmen müssen. Aber da gibt es auch welche, die besonders auf Kinder und die Art der Epilepsie abgestimmt sind. Sämtliche Medikamente müssen nicht durchprobiert werden, das ist eine Horrorvorstellung von Defram. Man wird deiner Tochter ein Medikament verschreiben, sobei natürlich die Dosierung ausprobiert werden muss. Mit der richtigen Dosierung tritt Besserung ein, wobei deine Tochter auch anfallsfrei bleiben kann. Alles Gute für Euch.

Ich bin da kein Fachmann, jedoch denke ich, dass die Ärzte einen Anfall aufnehmen wollen und auf ihn dann sozusagen warten. Ich denke ein Langzeit EEG macht mehr Sinn. Epilepsie kann viele Ursachen haben und es gibt viele Medikamente, die laut eines Kumpels von mir, durchprobiert werden müssen in der Hoffnung, dass Besserung folgt.

es gibt viele Medikamente, die laut eines Kumpels von mir, durchprobiert werden müssen in der Hoffnung, dass Besserung folgt.

Was ´ne Horrorvorstellung, macht nicht gerade Mut.

@StupidGirl

Ich bin da kein Fachmann. Aber die Ehefrau meines Kumpels soll so vorgegangen sein. Epilepsie scheint viele Ursachen zu haben, weswegen man da schauen muss, was tatsächlich hilft. Aber sie ist anfallsfrei seitdem. Nach 6 Monaten soll angeblich das Gehirn diese "Anfallprogramme" vergessen und man ist genesen.

@Defram

Nach 6 Monaten soll angeblich das Gehirn diese "Anfallprogramme" vergessen und man ist genesen

Schön wär´s... Dann müssten die betroffenen Personen ja nur höchstens ein Jahr Antiepileptika einnehmen.

@Mondelfe

Und wie lange ist das her mit der Ehefrau deines Kumpels? 30 Jahre? Das könnte vielleicht hinkommen.

@StupidGirl

Das ist noch aktuell. Die Anfälle haben abgenommen. Laut Arzt arbeitet man nun mal auf diese 6 Monatstherapie hin. Wenns klappt super, wenn nicht, wird sie länger auf diese Medikamente angewiesen sein.

In der Kinderklinik kannst du als Mutter auch mit deiner Tochter einziehen, und somit wärend denn Untersuchungstagen bei Ihr sein. Dir entstehen dabei keine Unkosten, da die Krankenkasse diese Übernimmt. Absancen sind kleine "Bewustseinstörungen", die in der Regel bei kleinen Kindern auftretten. Diese können aber auch bei einer guten medikamentösen EWinstellung im Entwicklungsalter von ca. 6 Jahren wider ganz verschwinden. Auch ist beim ersten "Anfall" dieser Art zu Unterscheiden zwichen einen Fieberkrampf und denn ersten wirklichen Anfall. Bei der Untersuchung im Krankenhaus wird volgendes gemacht. Als erstens müsst du dem behandelten Neurologen erklären was und wie die Angelegenheit abgelaufen ist. Dann wird ein Blutbild bei deiner Tochter gemacht. Dann kommt das "EEG" (Elektro - Enzavolo - Gramm). Dieses ist nicht schmerzhaft - es sieht aus alswenn Sie eine alte Motorradhaube aufkriegt - Hinten sind noch viele Drähte drann und Sie muss dann ein - und Ausatmen. Es dauert ca. 10 Minuten. Es kann aber auch möglich sein, das Sie ein 24 Std. EEG kriegt. Dann hat Sie ein kleines Aufzeichnungsgerät dabei was aussieht wie ein I-port. Und nach den dritten Tag weißt du was Sache ist. Ich möchte dir aber nicht Vorenthalten, daß die Suche nach den geeignetten Antiepileptika etwas Zeit und Gedult in anspruch nimmt! Führe auch einen Anfallskallender, daß ist wichtig für die nachvolgenden Untersuchungen. Und schließe dich einer Selbsthilfegruppe für Anfallskranke an. Die Adresse findest du bei KISS oder in denn Briefkastenzeitungen am WE. oder bei mir! Hier noch etwas Info für dich: http://www.de-nrw.de/index.php?id=index

Ich hoffe das ich dir weiterhelfen konnte!

Warum muss sie in eine Selbsthilfegruppe? Das kann man wohl schreiben, dass es soetwas gibt, aber versuchen sie die Mutter dazu zu bringen ist schon dreist, nur weil du eine Gruppe leitest. Der Neurologe wird der Mutter es schon selbst erzählen, dass es soetwas gibt und wo. Und Schreiben kannst du auch nicht. EEG: Elektozephalographie heißt es. Das EEG wurde von Hans Berger 1924 erfunden und es wird heute noch genauso angewendet bis auf eine neue Technik. Per PV -Aufzeichnung und das Langzeit EEG gab es Früher noch nicht. Aber die Elektroden werden verklebt. Auch bei Kindern egal wie alt sie sind. Tammy

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