Vater immer schwächer - wieviel Zeit?

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Mein Vater starb heute vor einem Jahr auf der Intensivstation, deshalb fühle ich sehr mit dir und deiner Familie. Ich habe damals sehr viel über den Tod nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass man Menschen in Deutschland sehr oft gegen ihren Willen mit Gewalt am Leben erhält. Ich weiß, der Fall von meinem Vater ist anders als in eurer Situation, aber eines habe ich gelernt: Der Tod ist ein Prozess bei dem der Körper nach und nach seine Funktionen aufgibt. Es ist ein natürlicher Prozess. Von deiner Beschreibung her habe ich das Gefühl, dass dein Vater in diesem Prozess schon drin ist, da er kaum noch etwas isst etc. Ich sehe bei euch zwei Möglichkeiten: a) Ihr macht jetzt so weiter wie jetzt und lasst zu, dass der Sterbeprozess von alleine weitergeht. Ich glaube nicht, dass er noch mehr als 6 Monate leben wird, oder b) ihr wartet, bis es ihm richtig schlecht geht und schickt ihn ins Krankenhaus, wo er wahrscheinlich von Maschinen umgeben sein wird, zwangsernährt wird und mit Gewalt am Leben erhalten wird.

Egal, was ihr macht, es wird sehr schwer. Bitte sei aber deinem Vater nicht böse. Ich glaube nicht wirklich, dass er überhaupt noch wirklich zurechnungsfähig ist. Er will euch ja nicht quälen. Ich glaube, ihr braucht auf jeden Fall eine Pause von dieser schweren Arbeit. Gibt es eine Möglichkeit, ihn für eine Woche oder zwei in ein Heim zu geben, damit ihr euch erholen könnt? Ich meine, ich hätte davon mal etwas gehört.

Hallo und vielen lieben Dank für Deine Antwort. Natürlich wäre eine Kurzzeitpflege möglich, allerdings möchte ich meinem Vater diese Situation ersparen, damit er sich nicht abgeschoben fühlt.

also jetzt so nur vom lesen könnte das zu den Phasen vor dem Tode gehören.
Diese Phasen variieren stark und bei dem opa meines Freundes ist es genau so.
hört sich jetzt bescheuert an ich weiß.
Eine dieser Phasen ist selbstüberschätzung bzw. unerklärliche Aggression.
Dagegen kann man nichts machen bzw kann es nicht ändern.

(mit Phasen vor dem Tod meine ich nicht, dass er bald stirbt, aber jeder macht diese Phasen irgendwann mal durch)

hoffe ich war nicht zu direkt und wünsche euch viel Glück:)
LG Chantal

Vielen Dank nochmals für Eure hilfreichen Antworten! Mein Vater ist am 31.10. über Nacht friedlich alleine eingeschlafen - zu Hause in seinem Bett. Ich mache mir viele Gedanken, wie und warum sein Heimgang letztendlich doch so schnell und v.a. relativ plötzlich kam. Einige Tage davor konnte er sich kaum aufrichten, nicht einmal, um zu Trinken. Wir halfen ihm stets dabei, er trank also vermeintlich genug. Wie auch immer: uns und v.a. ihm ist es erspart geblieben, über einen Heimaufenthalt oder eine 24h Betreuung nach zu denken. Dagegen hätte er sich mit Sicherheit gesträubt. Liebe Grüße Daniel

Ich sehe uns mittelfristig nicht mehr in der Lage, meinen Vater so zu
versorgen, erst recht nicht, wenn sein körperlicher und geistiger Abbau
so voran schreitet.

ich weiss nicht, woran dein vater leidet.. wenn es demenz ist, dann kann ich dir die alzheimer gesellschaft ans herz legen.

oder aber den pflegestützpunkt in deiner nähe.

ich hoffe, du hast solange dein vater noch "klar" war, alle vollmachten eingeholt, die du künftig brauchst??

ich kenne deine situation.. alles gute.!

Einen Familienangehörigen zu pflegen und dazu noch ein Elternteil ist nicht einfach. Das ihr es solange durchgehalten habt, bewundere ich. Standen vor ein paar Jahren auch vor der Entscheidung, selber pflegen oder Altenheim. Haben uns dann für ein Alten-Pflegeheim entschieden. Denn du gehst, wenn du berufstätig bist, an deine Grenzen und wirst irgendwann dann selber krank. Ich kann euch nur raten, ein Alten- Pflegeheim zu suchen. Es muss ja nicht unbedingt in eurer unmittelbaren Nähe sein (schaut wie hoch die Kosten sind). Es wird euch hinterher besser gehen, wenn der Vater ausschließlich von einem Pflegepersonal betreut wird und ihr ihn nur noch besuchen könnt.

Vor dieser Frage standen wir schon häufiger, allerdings ist mein Vater noch so klar bei Verstand, um einen Heimaufenthalt abzulehnen. Gegen seinen Willen geht da nichts - und soll es auch nicht.

@MaxG68

versucht es doch einmal mit einem Spaziergang in einem Altenheim. Sucht euch vorher Eins aus, informiert euch wie die Einrichtung so ist, unterhaltet euch mit der Heimleitung und fragt, ob ihr mit dem Vater das Heim mal besuchen dürft. Ich glaube nicht, dass es abgelehnt wird. Habe ich hier in unserer Region (Nds) noch nicht gehört. Manche Heime haben auch Tag der offenen Tür. Das wäre ein guter Anfang.

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