Trotz Lungenkrebs und COPD kann einer Pat. das häusliche Sauerstoffgerät entzogen werden?

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Die Verordnung einer Sauerstofftlangzeittherapie muss ja nicht zwangsweise das Krankenhaus ausstellen. Wer hat denn bislang die Verordnung übernommen? Wenn die Voraussetzungen für die Verordnung einer Sauerstofflangzeittherapie (http://www.sauerstoffliga.de/medien/divers/Dokumente/Leitlinien/Leitlinie%20LTOT%202008.pdf) vorliegen sollte auch ein Lungenfacharzt diese verordnen können.

Vielen Dank für den Hinweis. Die Fachabteilung (Pneumologie) im Krankenhaus hatte das letzte Mal das Rezept ausgestellt. Bei einem niedergelassenen Lungenfacharzt war sie schon seit 2 oder 3 Jahren nicht mehr, weil Sie ja alle paar Wochen/Monate ins Krankenhaus musste und fast schon Stammgast in dieser Abteilung war.

Also ersten: Die Verordnung bzw. Folgeverordnung für die LOT bzw. LTOT, die Sauerstoff-Langzeittherapie kann auch der Hausarzt ausstellen das muss nicht zwingend das Krankenhaus oder der Pneumologe machen. Bei mir läuft es auch über meine Hausärztin.

Zweitens: Das ist schon richtig das es strenge Bestimmungen gibt was die Verordnung des Sauerstoffes anbelangt. Z.B: muss bei einer BGA ohne Sauerstoffzufuhr (drei Messungen), der CO2 Wert zwischen 55 - 60 mmHg sein (oder so um den dreh auf den ganz genauen Wert setze ich mich nicht fest), das man auch Sauerstoff verordnet bekommt. 

Ganz klar ist zu berücksichtigen, wenn ein Patient/Patientin mit hohem Alter schon Jahrelang eine Langzeit-Sauerstofftherapie hat und auch mal gute Werte bei der BGA hat, weil es ist natürlich auch tagesabhängig, wie es einem geht, das man demjenigen nun nicht den Sauerstoff wegnimmt von jetzt auf gleich. Aber das kommt leider immer wieder vor, weil man nur diese strengen Bestimmungen vor Augen hat und nicht auf den einzelnen Fall eingeht. 

ERGÄNZUNG: Gestern habe ich mit der Krankenkasse gesprochen. Die Mitarbeiterin war sehr verständig und meinte, von deren Seite bräuchte man kein neues Rezept. D. h., eigentlich sollte jetzt alles i.O. sein, da die Krankenkasse ja für das Gerät bezahlt. Nur leider macht jetzt die Firma, welches das Gerät geliefert und gewartet hat, Schwierigkeiten. Die Bürokraten dort sind der Meinung, gemäß dem Vertrag mit der Krankenkasse bräuchte man einmal im Jahr ein neues Rezept. Also soll die 82jährige, fast blinde Patientin mit Lungenkrebs, COPD, Gehbehinderung usw. solange zu ambulanten Termin ins Krankenhaus gehen, bis die Messung ihrer Blutgaswerte wieder so schlechte Werte ergibt, dass man gemäß Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Pneumologie und der Atemwegsliga berechtigt wäre, ein neues Rezept auszustellen.** Wie gesagt, die Sachbearbeiterin der Krankenkasse (welche ja das Gerät und die Wartung bezahlt !), sieht das nicht so eng. Aber beim Krankenhaus und dem medizinischen Dienstleister stellt man sich stur und pocht auf Einhaltung der Vorschriften...

Ich würd hier raten zu einem niedergelassenen Lungenfacharzt zu gehen. Auch wenn sie lange nicht mehr bei ihm was solls. Erzählt ihm von der Atemnot. Er verordnet sicherlich eins...

Ergänzung: gerade habe ich mit dem behandelnden Arzt gesprochen. Seine Auskunft: die jetzt gemessenen Blutgas-Werte seien nicht schlecht genug, um die Verordnung eines Sauerstoffgerätes zu erlauben. (Bezug: Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Pneumologie, der Atemwegsliga (Asmussen?) von 2008 und Vorgaben der Krankenkassen) Er vermutet, dass auch in den vergangenen Jahren eigentlich kein Sauerstoffgerät hätte verordnet werden dürfen, weil die Blutgas-Werte nicht schlecht genug waren. Als einzige Möglichkeit sieht er an, dass die Patientin kurzfristig einen neuen ambulanten Termin zwecks Messung der Blutgas-Werte vereinbart. Falls diese dann „schlecht genug“ seien, könne ein neues Dauerrezept für den Sauerstoff-Konzentrator ausgestellt werden. Auf meinen Hinweis, dass es sicher auch ein psychologisches Problem und einen menschlichen Aspekt gäbe bei einer 83jährigen Patientin mit Lungenkrebs, COPD und div. anderen schweren Erkrankungen, der jetzt das lange Jahre gewohnte Gerät entzogen werden soll, wusste er auch keine Antwort...

was für ein unfug: wir behandeln doch menschen, keine laborwerte......

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