Trockene Alkoholiker, einmal Alkoholiker immer Alkoholiker?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Alkoholiker sagt man so lange zu einem Menschen, wie er keine normale Einstellung gegenüber dem Alkohol hat. Auch trockene Alkoholiker sind oft noch jahrelang süchtig - sie haben nur gelernt, mit diesem Drang umzugehen und ihn zu kontrollieren.

Danke, endlich mal eine hilfreiche Antwort.

@Rompeprop

Vielleicht sogar bald die "hilfreichste Antwort"! ;)

@Rompeprop

Hier eine fundierte Erklärung, dass man ein Leben lang Alkoholiker bleibt, auch wenn man "trocken" ist: http://www.a-connect.de/stufen.php

Der entscheidende Satz: Gegen die Alkoholkrankheit gibt es keine Heilmittel. Die Krankheit ist die Angst, sich selbst zu äußern - das ist das Grundproblem. Und diese Grundangst bleibt, wie auch die Alkoholkrankheit, ein Leben lang.

Die Sucht bleibt LEBENSLANG. 

Ein "Drang"???  entsteht nicht, wenn der Alkoholiker BEDINGUNGSLOS KAPITULIERT ("surrender"). Das KLICK ist eine Frage von Sekunden und eines Geistesblitzes auf dem Weg in die Klinik - wie "Bis hierhin hat dich GOTT gebracht" ... und dieser Typ lächelte nach 10 Jahren endlich wieder,  murmelte DANKE und ist seither nüchtern...

Ein mir Bekannter hatte am ersten Tag in der "Klapse" einen unheimlichen Durst auf KAFFEE, kaufte am Kiosk 25g Nescafé, und er blieb seit 1971 bei Kaffee...

Ein Alkoholiker bleibt ein Alkoholiker. Eine Heilung gibt es nicht, jedoch einen Stop der Krankheit. Auch wenn jemand schon 20 Jahre trocken ist, bleibt er dennoch ein Alkoholiker allerdings eben ein trockener Alkoholiker. Ich weiß dass es schwer einzusehen ist, auch wenn man schon so lange trocken ist, trotzdem noch ein Alkoholiker zu sein. Ich haben von Alkoholikern gehört, die es geschafft haben, irgendwann kontrolliert trinken zu können. Mir ist aber niemand persönlich bekannt. Dieses Phänomen ist eine absolute ausnahme. Die meisten Alkoholiker meinen natürlich, dass sie zu diesem geringen Personenkreis zählen und versuchen immer wieder aufs neue kontrolliert zu trinken. Leider erleiden sie dadurch auch immer wieder Schiffbruch. Mich eingeschlossen. Fakt ist, dass wir alle ein Suchtgedächtnis haben. Dieses Suchtgedächtnis wird jedesmal wieder aktiviert, wenn wir irgendetwas riechen, schmecken, sehen oder hören, das mit Alkohol zu tun hat. Selbst wenn es uns nicht unmittelbar zum Trinken animiert, so wird aber dieses Ereignis im Suchtgedächtnis abgespeichert. Bildlich kann man sich vielleicht ein Fass vorstellen. Immer wenn wir einen Anstoß für das Suchtgedächtnis bekommen, dann landet das in diesem Fass. Immer und immer wieder. Irgendwann ist dieses Fass aber voll und dann läuft es über = Rückfall, wir trinken wieder. Meinen dann wahrscheinlich auch noch, dass das aus heiterem Himmel geschah. Wirklich aber ist, dass wir unser Fall ein ums andere Mal gefüllt haben bis es schließlich überlief. Um dieses Fass nicht zu füllen, vermeide ich jedwige Konfrontation mit Alkohol oder was damit zusammenhängt (Werbung, Alkohol in Speisen, Gerüche von Aromen, Ansicht von Alkoholflaschen, Beisein von Trinkgelagen usw.) Natürlich ist mir dabei völlig klar, dass ich all diese Dinge nicht vollkommen vermeiden kann, das wäre ja utopisch, aber durch einen geregelten Tagesablauf, Dingen, die mir Freude machen und das Bewußtsein über meine Krankheit und deren Gefahren versuche ich so ausgeglichen und zufrieden wie möglich zu sein. Das schützt mich vor einem Rückfall. Eine sehr große Rolle dabei spielen soziale Kontakte und die Selbsthilfegruppen. Ich wünsche Allen, das sie über ihr Trinkverhalten nachdenken und entsprechende Maßnahmen treffen können.

Du hoffst anscheinend dass jemand sagt, dass Alkoholiker wieder zu gesunden Menschen werden können. Hat es einen bestimmten Hintergrund?

Alkoholkranke haben eine, sagen wir "Narbe" im Gehirn und so wie eine Narbe auf deinem Oberschenkel von einer großen Verletzung nie weggehen wird, so wird die Narbe im Gehirn nie heilen. 

Deshalb sagt man auch Schwangeren, dass sie keinen Alkohol trinken dürfen, denn davon kann das ungeborene Kind eine Narbe im Gehirn erhalten und ist schon bei der Geburt gezeichnet. Es kann sehr leicht einer Sucht erliegen - so wie ein trockener Alkoholiker gegen Alkohol kämpft, muss das Kind gegen jede Versuchung einer Sucht von Anfang an ankämpfen. Das ist fast aussichtslos. Oft werden die Kinder dann auch zu Süchtigen.

Eine Sucht hat viele Gesichter. Sie ist oft weniger körperlich belastend als psychisch. Deshalb ist es so wichtig in welchem Umfeld, mit welchen Menschen wir aufwachsen und leben.

Der Vergleich mit der Narbe ist sehr gut!!! - 

Aber, nachdem ein Alkoholiker BEDINGUNGSLOS KAPITULIERT hat, gibt es weder Kampf, noch Krampf noch "heldenhaften Verzicht??? (auf den Strick?)"

 Ein Mensch aus Finnland sagte einst:"EIN Glas ist zu viel, 1000 Gläser sind zu wenig."

Lieber Fragesteller - alle -

eine Anwort, die FALSCH ist, als hilfreich zu bezeichnen, nur weil sie in das eigene Bild passt, scheint leider weit verbreitet zusein. - Ich kenne mich durch  eigene Anschauung bestens aus

 und "oft noch jahrelang süchtig" ist einfach DUMM! - Irgendwo liegt ein Sinn darin, wenn jemand Süchtiger, süchtig wird - und ein Auftrag - bewußt zu leben . nach der nassen Hölle...

Ein Glas Sekt nach 41 Jahren.... das hat eine gute Freundin aus Österreich mit Absturz und ihrem Leben bezahlt!

hallo ich bin trockener alki, und das schon seid vier jahren und ich werde es so lange bleiben wie ich lebe, ein alki wird nie in seinem leben wieder in maßen trinken können ein glas und er wird nach kurzer zeit wieder jeden tag zur flasche greifen

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