Tierärzte, die jagen gehen?

5 Antworten

Kennt ihr Tierärzte, bzw. habt ihr schonmal was von Tierärzten gehört, die jagen gehen ?

Ja, von denen gibt es jede Menge und ich kenne auch einige. Ich bin aber nie auf den Gedanken gekommen, weshalb und inwiefern das paradox sein sollte. Wer das denkt, hat wohl keine rechte Vorstellung vom genauen (und vollständigen!) Berufsbild eines Tierarztes. Das ist nämlich weitaus mehr, als der Zootierarzt im Fernsehen, die selbstlose Versorgung leidender Fundtiere und das Streicheln von süßen Welpen.Es gäbe dann zum Beispiel keine Tierärzte, die sich durch Tätigkeit in der Fleischbeschau zum gewissenlosen Helfershelfer der grausamen Fleischmafia machen würden.

Übrigens: Das Abballern armer wehrloser Kreaturen macht nicht das Wesen der waidgerecht betriebenen Jagd aus.

Hallo allerseits

Warum sollten Ärzte nichr jagen gehen? 

Wenn die Jagd mit Herz und Verstand betrieben wird, gehört viel mehr dazu als dumm durch die Gegend zu ballern. Ein Jagdpächter hat das Wild zu hegen und zu pflegen. Das nimmt viel Zeit und Arbeit in Anspruch und kostet auch noch Geld. 

Es wird nicht ohne Grund ein Tier erlegt und wenn gibt es eine Menge jagdliche Vorschriften.

Der Grund, warum überdurchschnittlich viele Akademiker zur Jagd gehen ist, daß die Jagdprüfung ziemlich anspruchsvoll und ziemlich teuer ist.

Was? Die Jägerprüfung ist anspruchsvoll und teuer? Ich kann weder das eine noch das andere bestätigen. Die Prüfung ist nun wirklich nicht anspruchsvoll, so dass sie selbst Nichtakademiker ohne Vorkenntnisse leicht bestehen und teuer ist sie auch nicht. Die Prüfungsgebühr beträgt doch nur rund 280 Euro.  

@Luftkutscher

In welchem Bundesland und wann haben Sie denn Ihren Jagdschein gemacht? In Thüringen ist das eine aufwendige, teuere und lernintensive Angelegenheit, bevor man vom Treiber bis zum Jagdpächter durch ist. Ich kenne viele, die das Handtuch geworfen haben noch bevor sie auch nur einen Schuß abgegeben haben.

Ich habe eben gemerkt, daß Sie sich gern zum Thema Jagd und Jägerausbildung äußern. Sie haben bestimmt viel Erfahrung.

@jsKYF

Ja, ich bin seit über 35 Jahren Jagdausübungsberechtigter und bilde auch aus. Ich nehme mal an, dass Sie die Prüfungsgebühren mit den Kosten für den Vorbereitungslehrgang zur Jägerprüfung verwechseln. Der Vorbereitungslehrgang ist selbstverständlich teurer als die reine Prüfungsgebühr, aber selbst den gibt es schon für rund 1500 Euro. 

Nach meinen Erfahrungen fallen in den Prüfungen lediglich 10% der Prüflinge durch, wenn sie den Vorbereitungslehrgang bei einem Kreisjagdverein absolviert haben. Bei den professionellen Jagdschulen, die den Unterricht in Vollzeit innerhalb von 2 - 3 Wochen durchziehen, ist die Durchfallquote noch geringer. Meist scheitern die Prüflinge beim jagdlichen Schießen.     

Übrigens macht man den Jagdschein nicht, sondern löst ihn, wenn man die Jägerprüfung mit Erfolg absolviert hat. Ich habe meine Prüfung in Bayern abgelegt, Man sagt, dass dort die Prüfung am schwierigsten von allen Bundesländern ist. 


@jsKYF

jsKYF, was macht den Jagdschein so schwierig?

@katzenjunge

Eine Jägerprüfung ist nicht schwieriger als eine Führerscheinprüfung für PKW. 

Klar. Ich sehe da auch keinen Widerspruch darin. Die Jagd dient in Deutschland ja nicht dem Ausleben niederer Gelüste, indem man Tiere dahin meuchelt. Die Jagd erfüllt eine Ersatzrolle. Sie ersetzt die Raubtiere, die es bei uns nicht mehr gibt. Es geht dabei um Tier- und Waldschutz. Wenn sich bestimmte Tiere zu stark vermehren, dann bekommt unsere Umwelt ein Problem mit dem ökologischen Gleichgewicht.

Besonders als Tierarzt wird man oft zu Drückjagden (Treibjagd) eingeladen, weil falls sich ein Hund verletzt, ist gleich eine Fachkundige Person zur Stelle die ihn versorgen kann.

Was möchtest Du wissen?