Steißbeinfistel, normal das es von innen gelblich wird?

1 Antwort

Moin.

Eine leichte gelbliche Verfärbung insbesondere der Wundränder ist durchaus normal, wenn die Granulation einsetzt. Das Dir Deine Ärzte aber keine Wundpflegetipps mit auf den Weg gegeben haben, ist hingegen schon ziemlich ungewöhnlich. Du solltest den Ärzten unbedingt mal einen weiteren Besuch abstatten und darauf bestehen, a) in der erforderlichen Wundpflege angeleitet und b) per Rezept mit den nötigen Materialien versorgt zu werden.

In jedem Fall solltest Du allerdings auch Deinem Hausarzt mal einen Besuch abstatten. Ggf. übernimmt dieser dann auch die Wundnachsorge.

Generell gilt folgendes:

Ein großes Problem einer großflächigen, offenen Wunde ist die Infektionsgefahr, die auch durch die Nähe zum Anus nicht gerade geringer wird. Auch sollte man für die Zeit, die die Wunde noch nicht vollständig verschlossen ist, nach dem Stuhlgang nicht wie gewohnt nach hinten, sondern mit feuchtem Toilettenpapier eher in kreisenden Bewegungen, oder seitlich  abwischen. Du möchtest einfach nicht, dass irgendwas, was Deinen Darm verlassen hat, in die Nähe der Wunde kommt.

Normalerweise besteht die Versorgung einer solchen Wunde in den ersten 10 bis 14 Tagen in einem morgendlichen und einem abendlichen Sitzbad in lauwarmem Wasser mit Zusatz von Betaisodona-Lösung (eine desinfizierende Jod-Lösung, Apotheke) oder Kamillosan (Kamillen-Extrakt). Anschließend sollte Betaisodona-Salbe (Apotheke) zusammen mit einer Tamponade aus fusselfreier, steriler Gaze in die Wunde eingebracht (kann, um ein Verkleben mit der Wunde zu vermeiden auch mit ADAPTIC umwickelt werden), mit einer Kompresse, z.B. L-Gazin, abgedeckt und mit einem großflächigen Pflaster, z.B. Fixomull stretch, fixiert werden.

Nach 14 Tagen, wenn die Wundflächen zumindest oberflächlich verschlossen sind, hört man mit den Sitzbädern auf und ersetzt die Betaisodona-Salbe durch eine Wund- und Heilsalbe wie etwa Bepanthen. Tamponade und Abdeckung werden dabei für weitere 14 Tage beibehalten, nur eben mit Bepanthen.

Nach weiteren 14 Tagen lässt man die Tamponade weg, trägt die Wundsalbe zwei, bis drei Mal am Tag vorsichtig mit dem Finger auf und behält für weitere 14 bis 21 Tage nur die aufgeklebte Kompresse als Schutz vor "mechanischen" Belastungen der Wunde (Scheuern der Unterwäsche) bei.

Bis hierher sollten auch Bewegungen, einschließlich des Sitzens vermieden werden, bei denen Deine Po-Backen gespreizt werden und somit ein Zug auf die Wundstelle kommt.

Sobald die Wundflächen vollständig verschlossen sind, kann man die Abdeckung weg lassen. Die Wunde wird dann in den folgenden Monaten langsam von unten her zu wachsen.

Bleibt abschließend und in Anbetracht der Tatsache, dass Dir die Ärzte keine Wundpflege-Tipps mit auf den Weg gegeben haben, nur zu hoffen, dass sie wenigstens gründlich operiert haben. War bei mir seinerzeit nicht der Fall. Mein Sinus pilonidalis musste vier Mal unters Messer, zog sich drei Jahre und endete mit einer sehr unschönen Narbe.

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