Sollte man seinem Kind erzählen, daß es das Produkt künstlicher Befruchtung ist?

5 Antworten

Es ist unglaublich anmaßend, zu behaupten, ein Mensch könne Menschen produzieren. Da stellt sich der Mensch über die gesamte Schöpfung, doch gleichzeitig stellt er sich ja damit, indem er sich selbst zum Produkt macht, unter die unterste Stelle in der Natur.
Es ist uns doch nicht einmal möglich, ein einziges Getreidekorn zu produzieren! Wir können es sehr wohl in die Erde legen, gießen, den Boden auflockern u.s.w.
Sehr wohl können wir uns einbilden (und Einbildung ist ja auch eine Art Bildung), wir hätten Getreide produziert, doch das einzige, das wir dabei gemacht haben war, die Naturgesetze zu beachten und zu unseren Zwecken zu nutzen. Sehr wohl können wir ddann aus den geernteten Getreidekörnern Mehl gewinnen und damit Brot produzieren.
So ist bereits das Wort "Pflanzenproduktion" irreführen.
Und bei der so genannten "Tierproduktion" verhält es sich genauso, sogar "Fleischproduktion" ist ein Wort, das es zwar gibt,aber nicht der Realität entspricht. Tiere haben Bewußtsein, haben Seelen - wie kann sich jemand einbilden, sowas könne man produzieren?

Noch viel krasser ist demnach die Idee, der Mensch wäre ein Produkt - er besitzt doch menschliches Bewußtsein, er hat eine Seele er hat so wundervolle Anlagen und Eigenschaften wie Neugier, Fröhlichkeit, Musikalität, Kreativität, Wissensdurst, Sehnsucht nach Vollkommenheit, Sanftmut, Ungeduld,. Lernfähigkeit, Liebreiz, Anmut, Ehrgeiz, Streben nach Sicherheit, Selbstzufriedenheit und viele, viele andere mehr. Und wenn man es ganz genau betrachtet, ist jeder Mensch für sich ein einzigartiges Wunder.
Und da gibts die Idee, daß man so etwas produzieren könnte?
Man kann sehr wohl irrtümlich glauben ein Mensch könne ein Produkt sein, man kann auch ungestraft einen Menschen als Produkt bezeichnen und das können sogar sehr viele und auch sehr lange Zeit tun, was aber nicht bedeutet, daß es so wäre.
Das marktwirtschaftliche Vokabular hat sich schon so in unsere Gehirne eingebrannt, daß wir gar nicht mehr merken, was wir da unbedacht nachplappern oder glauben. Vielleicht sollten wir alle unsere Köpfe ein bisserl ausmisten? Wir, die wir glauben aufgeklärt zu sein, rutschen doch ganz schön oft noch auf der Seife aus. Lassen wir uns doch nicht heruntermachen - auch nicht von uns selber!
Selbstbetrug ist auch Betrug!
Hören wir doch endlich damit auf, uns unter unserem Wert zu verkaufen, hören wir doch überhaupt damit auf, uns zu verkaufen, wir sind sowieso unbezahlbar.
Sehen wir uns doch endlich so, wie wir wirklich sind: ganz, ganz großartige, wundervolle, überraschende Wesen!

Ein Kind kann vielleicht ein Früchtchen sein, aber niemals ein Produkt!
Ich nehme an, du bist noch nicht erwachsen oder hast zumindest (hoffentlich) keine Kinder.

Gut gesagt!

Ein Kind ist sehr wohl ein Produkt. Das Woerterbuch der deutschen Sprache sagt: "Produkt(lat.) Erzeugnis, Ergebnis. Die Produktion, produzieren...)" Das Zeugen ist Akt, der ein Ergbnis hervorbringt, eben das Produkt Kind, das dann die Chance hat ein Fruechtchen oder kein Fruechtchen, sprich liebes Kind zu werden. So ist das halt mit der Sprache.

@Bruno

Vielen Dank für den Beistand! Ich habe mich in der Tat nur an das Wort gehalten, welches wir selber in der Reproduktionsklinik (wieder dieses Wort) stets gehört haben. @gottesanbeterin: Ich bin sehrwohl erwachsen und habe zwei wunderbare Kinder, die ich über alles liebe!!! Man sollte nicht jedes Wort so dermarßen auf die Goldwaage legen!!!

@dinorli

Gern gemacht. Auch wenn ich nicht wusste dass erwachsene Mutter hinter der Frage. LG aus Griechenland.

Diese Antwort von "gottesanbeterin" ist überhaupt nicht hilfreich und eher entmutigend für Leute, die hier Hilfe suchen. In anderen Fragen und Antworten habe ich wesentlich flapsigere und schnoddrigere Ausdrucksweisen erlebt, die unkommentiert hingenommen werden. Wenn du, liebe Gottesanbeterin, deine Kinder so (gnadenlose Kritik statt Frage beantworten) behandelst, dann frage ich mich, wer denn da nicht richtiger mit seiner Einstellung liegt - jemand, der sich Sorgen darüber macht , wie er mit solchen Themen umgehen soll oder eben du..... Nichts für ungut, aber ich hüpfe bei solchen Kommentaren leicht aus der Hose....

@Wieselchen1

Superlieben Dank für diesen netten Kommentar! Mir tut der Beistand wirklich total gut. Ich fühlte mich für einen kleinen Moment schon zur Rabenmutter degradiert.

Warten bis das Kind alt genug ist um die Sache zu verstehen oder verschweigen. Ich könnte mit beidem leben. Das ist ja was anderes als eine Adoption, bei der das Kind tatsächlich andere leibliche Eltern hat. Ein positiver Aspekt für das Kind ist aber sicher, dass es ein erwünschtes und ersehntes Kind war. Zwingend wissen muss ein Kind das meiner Meinung nach nicht, schon gar nicht solange es wirklich noch ein Kind ist.

Ich würde es nicht als völlig zu schützendes Staatsgeheimnis behandeln, aber auch nicht in einer großen Aktion als lebenswichtige Info verkünden.

Konkret sähe das dann so aus, dass ich es nicht von mir aus erzählen würde (warum auch?), aber falls das Kind durch irgendeinen blöden Zufall darauf stößt, nicht "ertappt" reagieren, sondern so locker wie möglich damit umgehen, damit nicht irgendein Gefühl beim Kind aufkommt, dass seine Entstehung irgendwas mit "Peinlichkeit" zu tun hat.

So oder so ähnlich hätte ich es auch formuliert... "klasse"

@Capuccino

Danke schön :-)

Wenn das Kind mal fragen sollte, würde ich es ihm sagen und auch erklären warum. Ansonsten würde ich darüber schweigen.

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