Sollte man Kinder dazu zwingen, ihren Teller leer zu essen?

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Hier spricht ein "Kind" mit Erfahrung: Meine Eltern wollten immer, dass ich mein Essen aufesse. Teilweise ging das so weit, dass alle anderen vom Tisch bereits aufgestanden sind und ich solange sitzen bleiben musste, bis der Teller leer ist. Um aufstehen zu dürfen, musste ich einen leeren Teller vorweisen. Als Kind wird man bei so einer Geschichte natürlich erfindungsreich. Eintöpfe wanderten bei Abwesenheit der Kontrolleure ;-) logischerweise direkt in den Topf zurück. Bei Gemüse und Kartoffeln funktionierte das meist auch, der Rest musste eben runtergequält werden. (Das ist übrigens bis jetzt nicht aufgefallen.) Ergebnis dieses Erziehungsversuchs: Eigentlich wurde meine Sturheit dadurch nur noch mehr geweckt -> jetzt als Erwachsener esse ich deswegen immer noch nicht das, was mir nicht schmeckt (ist relativ viel). Essen ist für mich teilweise reine Zeitverschwendung (ich lasse Mahlzeiten auch schon mal ausfallen). Ich bin logischerweise auch kein dickes Kind geworden (und bin es als Erwachsene auch nicht; ich bin auch kein Hungerhaken.). Ich würde jedem, der Kinder hat, raten, seine Kinder nicht zu zwingen, das ganze kann nur nach hinten losgehen! Übrigens nur so zur Info: ich liebe meine Eltern immer noch ;-)

Ab etwa Kindergartenalter habe ich das Essen im Topf oder in Schüsseln direkt auf den Tisch gestellt. Die Kinder durften sich selbst das Essen auf ihren Teller geben, wussten aber - klappte ehrlich gesagt nicht auf Anhieb -, dass sie dann aufessen mussten! Von Ausnahmen abgesehen, war das für die Kinder und auch für uns ein stressfreies gemeinsames Essen.

Niemals würde ich meine Tochter (8 Jahre) zwingen, den Teller aufzuessen! Das wäre in meinen Augen eine von mehreren Formen des psychischen Kindesmissbrauchs! Dass meine Eltern von mir das Aufessen verlangt haben, kann ich heute ein wenig verstehen, weil sie ihre Kindheit in Kriegszeiten verbringen mussten und deshalb vielleicht Angst hatten, diese Zeit kommt wieder, weswegen man alles und möglichst viel essen sollte, von dem, was man kriegen kann...

niemals........ich bin gelernter kindergärtner und vor allem war ich auch mal kind. in der grundschule wurden wir gezwungen, die mahlzeit aufzuessen...ich bin 30 und noch heute traumatisiert von dicken, puren fettstücken im gulasch. ich puhle jedes kleinste erkennbare fettstück vom fleisch und meist ist mir das essen dann bereits vergangen.

kleiner tipp: meine eltern haben zuhause mit den zutaten gesichter,blumen auf dem teller gemalt, und wir haben zusammen gekocht. da hat´s fast immer so gut geschmeckt, dass nix mehr übrig blieb - ohne zwang.

als erzieher hab ich einmal pro woche kita-mcdonalds mit den kids veranstaltet und wir haben zusammen aus eher unbeliebtem gemüse pommes geschnitten. das fleisch kam zwischen zwei brotscheiben und fertig war der köstliche bigmac. die kinder haben´s geliebt und teuer isses auch nicht.

einfach ein bissel kreativ sein und mit den kindern kommunizieren - dann wirds auch kinderleicht. zwang ist nie gut.

LIEBE Shira, schmeckt es den Kindern nicht oder sind die Teller zu voll? Naschen sie heimlich? Oder haben sie vielleicht irgend einen Stress, der appetithemmend wirkt?

was bringt es, die Kinder zu zwingen? Ich halte nix davon. Du würdest es auch nicht gut finden, oder?

Liebe Grüsse an dich Raimund

Shira 
Beitragsersteller
 10.08.2007, 18:42

Meine Kinder sind schon lange groß. Ich bin natürlich ganz Deiner Meinung LIEBER Raimund. Ich finde es überhaut nicht gut!