Sohn (7) Diagnose Aspergersyndrom. Gibt es hier Betroffene oder Angehörige?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Betroffene bzw Angehörige/ Eltern werden vielleicht verstehen was ich meine.
Unter dem Aspekt dass er ziemlich wahrscheinlich das Aspergersyndrom hat, muss das die Hölle für ihn sein.

Ja, ich bin selbst betroffen aber ich habe mich nie so benommen. Ich kam damals ohne Betreuung durch die Schule, durch eine Ausbildung und durch die Uni. Es ist auch ein Unterschied ob man "nur" von AS redet oder zusätzlich ADHS hinzukommt. Das beinflusst auch und das nicht minder.

Ich würde den Schulen und den Lehrern keinen Vorwurf machen in der Hinsicht was ihr schon alles zu hören bekamt denn auf der andere Seite muss man auch sagen, dass dein Sohn nicht der einzige Schüler ist auf den man Rücksicht nehmen muss und ein Pädagoge kann sich nicht nur vollumfänglich auf einen Schüler konzentrieren und auf diesen therapeutisch einwirken. Das ist nicht deren Aufgabe.

Wenn er ein derart aggressives Verhalten an den Tag legt, was für eine Regelschulbesuch nicht tragbar ist, dann wird eine Schulbegleitung kaum hilfreich sein. So wie ich deine Frage verstehe, habt ihr die Diagnose bisher noch nicht schwarz auf weiß. Das wird aber wiederum benötigt um entsprechende Nachteilausgleiche stellen zu können und diese werden bis zur Genehmigung oder Ablehnung ihre Zeit benötigen. Eine schnelle Lösung wird es für das Problem nicht geben.

Sofern es genehmigt wird wäre es denkbar vorübergehend eine Einzelbeschulung zu beantragen oder eine Teilbefreiung zu erwirken oder eine Fernflexschule (das Angebot ist bundesländerabhängig und ich weiß nicht ob das für einen 7-jährigen in Frage kommt). In der Realität ist das allerdings nur sehr schwer umsetzbar da auch die Schulen mitzureden haben und dies kaum- bzw. nur mit viel Widerstand genehmigt wird. Nur wenige Kinder haben bisher einen Schulbegleiter, noch weniger sind teilbefreit vom Unterricht und die Schulen sind unaufgeklärt. Ihr habt natürlich auch jede Möglichkeit euch an den Bundesverband für Autismus zu wenden für weitere Informationen und evtl. Möglichkeiten.

Vielen Dank für deine Antwort :-)

Unser Sohn ist nun seit 16.12 zuhause und bis nach den Weihnachtferien noch krank geschrieben. Die feste Diagnose heißt :

Atypischer Autismus und ADHS.

Er bekommt seit 5 Wochen nun Medikinet und das tut ihm gut. Er hat mehr Ausdauer und Geduld, seine Spezialinteressen zu verfolgen, rennt nicht mehr wie angetrieben rum und kann sich endlich auf etwas konzentrieren. Nun sitzt er teilweise 8-10 Std am Tag Da und beschäftigt sich nur mit einer Sache. Wir vermuten dass diese Ausdauer jetzt Autismus typisch ist. Vorher konnteer dies nie ausleben, weil das Adhs im Weg stand. Er macht momentan einen sehr glücklichen Eindruck. Auch wenn er in seiner Welt versinkt.

Nun sieht es so aus dass er ab 07.01 wieder zur Schule müsste. Jedem ist klar, dass er in seiner alten Schule keine Zukunft hat. Zu große Klasse, er hat auch schon einem bestimmten Ruf und wird schikaniert. Auch die Klinikschule meinte dass er definitiv am BESTEN eine 1:1 Betreuung bräuchte, dies aber wahrscheinlich kaum möglich sein wird.

Kurz nach den Ferien ist unser großer Termin beim Jugendamt. Auch die Dame vom Schulamt und die "alte" Lehrerin meines Sohnes möchte kommen.

Das Jugendamt ist für einen Platz in der Tagesgruppe und der dazugehörigen Schule.

(Wir sehen das kritisch. Dort gibt es zwar Autistische Kinder aber eben auch einfach nur die "schwer erziehbaren" die die Sau raus lassen. Die Lehrerinen von der alten Schule schlagen die Hände überm Kopf zusammen und schreien "bloß das nicht. Ihr Sohn ist zu sensibel und wird sich dort viel Mist aufschnappen". Das Jugendamt sagt, er bräuchte diese feste Strukturen dort und die Betreuung)

Die Lehrerinen der alten Schule fänden es gut, wenn unser Sohn auf eine andere Grundschule wechseln würde. Neustart sozusagen MIT einem Schulbegleiter.

Wir Eltern stehen irgendwie zwischen den Stühlen. Was seine Aggressionen angeht, sehen wir auch eher die Möglichkeit 1, weil keine andere Regelschule solch ein Verhalten dulden kann. Andererseits sehen wir jetzt, dass seine Aggression mit dem Medikiment fast komplett zurück geht und er sehr fokosiert "arbeiten" kann.

Mit seiner jetzigen Ruhe und Gelassenheit empfinden wir eine Tagesgruppe (08:00 Uhr - 16:00 Uhr) als zu unpassend weil er extrem seinen Rückzug braucht. Sein Zimmer zuhause ist seine Burg. Wenn er das nicht hat, geht es ihm schlecht.

Schulbegleitung und Wechsel in eine andere Grundschule ist aber auch schwierig da wir bisher auf die örtliche Schule hier angewiesen waren. Ich habe keinen Führerschein, kann mich aus persönlichen Gründen auch nicht dazu überwinden. Mein Mann arbeitet viel, weit weg von hier und muss zu Uhrzeiten los, wo es ihm nicht möglich ist unseren Sohn in eine entfernte Schule zu fahren und abzuholen. Ein Schulbegleiter wird diese Aufgabe wohl eher nicht übernehmen, oder? (Privat PKW usw. Da gibt es sicher Grenzen).

So sieht unsere momentane Situation aus. Auch wenn es unserem Sohn gerade gut geht, weil er zuhause in seinem Nest ist, wir momentan nur die nötigsten Dinge fordern wie anziehen, Zähne putzen, waschen und Mahlzeiten,... so wissen wir auch dass der Tag sich für ihn auch bald wieder ändern wird und wir ihn nicht ewig in Watte packen können.

Neben Schulbegleiter, Jugendamt und Selbsthilfegruppen (für Eltern und den Knaben!) unbedingt in Eurer Gemeinde oder dem Landkreis nach Organisationen bzw. Vereinen suchen, die den "Aspergern" helfen.

Beispiele für Namen solcher "Vereine" können z.B. sein: Autismus-Kompetenzzentrum oder Autismus-Oberbayern.

Neben allen nötigen Unterstützungen, die die öffentliche Hand reicht, kann bei den "Vereinen" nach ehrenamtlicher persönlicher Begleitung gefragt werden. Eine solche "Eins zu Eins"-Begleitung kann zum i-Tüpfelchen aller Bemühungen werden.

Seit über zehn Jahren begleite ich einen "Asperger". Sei mehreren Jahren ist er im ersten Arbeitsmarkt in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis.

Bitte geben Sie nicht auf! Ich wünsche Ihnen Energie und Kraft!

Bloß keine Regelschule, damit tut ihr ihm keinen Gefallen.

Es gibt mit Sicherheit Selbsthilfegruppen, notfalls im Internet. Oder ihr fragt den Kinderarzt bzw. das Jugendamt danach.

Danke! Ja das empfinden wir auch so. Gerade in seiner Schule eskaliert er immer besonders heftig. Es sind 30 Schüler in seiner Klasse. Unter dem Aspekt dass er ziemlich wahrscheinlich das Aspergersyndrom hat, muss das die Hölle für ihn sein. Das schlimme dabei ist dass er in 2 Wochen aus der Klinik entlassen wird und vorerst weiter auf seine alte Schule soll. Lernortüberprüfung soll gemacht werden. Mit dem Jugendamt haben wir heute zum ersten Mal auch Kontakt aufgenommen. Ändert leider nur nichts daran dass unser Sohn, bis man weiteres Unternehmen kann, vorerst wieder in seine alte Schule zurück muss :-( Furchtbar....

Mit einer vernünftigen Betreung müsstet ihr anspruch auf einen schulhelfer haben, der das Kind in der Schule begleitet, weiß ich zumindest von einem ähnlichen Fall. Informiert euch besser über selbsthilfegruppen.

https://aspies.de/

Danke! Ja es wird demnächst eine Lernortüberprüfung stattfinden. Erst danach können wir uns weiter um eine Schulbegleitung kümmern. Wird sich alles leider in die Länge ziehen :-(

Autismusverdacht, Entwicklungsverzögerung - Kindergarten lehnt Integrationshilfe ab

hallo,

mein sohn ist 3 1/2 seit 8 wochen im kiga und geht dort auch sehr gerne hin. die erzieher sind dort aber mit seinem verhalten überfordert es wurde der heilpädagogische fachdienst zu rate gezogen. die kinderpsychologin vom fachdienst meint es bestehe ein verdacht auf autismus. ich muss dazu sagen dass auf meinen sohn wenn überhaupt die atypische autismus form zutreffen würde. er ist sprachverzögert wodurch es nicht einfach ist mit der kommunikation er kann aber durchaus sagen was er möchte und die sprache entwickelt sich immer weiter, er kreischt ab und zu wenn ihm was zuviel wird oder schmeisst sachen, das ist aber nicht ständig so, er hat eine kontaktstörung. das wars allerdings auch schon an anzeichen für autismus. nun hat der kiga mir verkündet dass mein sohn ab dezember nicht mehr in den kiga gehen darf und sie den vertrag mit mir kündigen. die integrationskindergärten in meiner stadt, die mir vom fachdienst empfohlen worden sind, sind bis ende 2012 voll ich müsste meinen sohn quasi 1 jahr zu hause betreuen. es gibt noch keinerlei diagnose bei meinem sohn. ich habe erst für dezember einen termin in der kinderpsychiatrie bekommen. ich könnte eingliederungshilfe für meinen sohn beantragen, es würde 1x die woche eine heilpädagogin und 3x die woche eine begleitende hilfe in den kiga kommen die nur für meinen sohn da sind. ich habe dem kiga vorgeschlagen ihn nur in dieser zeit und an diesen tagen in den kiga zu bringen so dass sie vollkommen entlastet wären mit seiner betreuung aber der kiga hat einfach abgelehnt. sie schmeissen meinen sohn einfach raus und ich weiß nicht was ich tun soll. ich möchte ihn keinesfalls in einen behindertenkiga schicken da mein sohn nicht geistig behindert ist und den umgang mit normalen kindern braucht um sich zu entwickeln! ich bekomme keinen platz in einem integrationskiga, im regelkiga bekommt mein sohn gar nicht erst die chance sich mit hilfe einzugliedern und wenn ich ihn daheim betreue kann ich nicht mehr arbeiten gehn! hat jmd ähnliches erlebt und kann mir einen rat geben? darf der kiga die eingliederungshilfe einfach so ablehnen? bin dankbar für jeden ratschlag!

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