Skoliose Op mit 16 Jahren!

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Hallo,

das ist eine sehr schwere OP, die mit hohen Risiken verbuden ist - auch, wenn Du sie in einer Fachklinik machen lässt -, und Du solltest Dir unbedingt eine zweite Meinung einholen, ggf. sogar eine dritte.

Ich wurde vor 1 1/2 Jahren operiert. Vor der OP hat man mir und meiner Mutter gesagt, ich würde hinterher schmerzfrei sein, alles machen können und völlig uneingeschränkt sein. Also unterschrieb meine Mutter die Einverständniserklärung. Jetzt weiß ich, dass das alles Lügen waren. Ich habe deutlich mehr Probleme als vorher.

Ich musste etwa anderthalb Wochen vor der OP ins Krankenhaus, wegen den ganzen Voruntersuchungen. Das waren:

  • EKG
  • Lungenfunktionstest
  • MRT
  • Röntgen (einmal auf der "orthopädischen Streckbank" und einmal so)
  • diverse Bluttests
  • eine neurologische Untersuchung

Manche müssen auch noch zur Myelographie, aber das musste ich zum Glück nicht; die soll sehr unangenehm sein.

Am Abend vor der OP musste ich mit Desinfektionsmittel duschen.

Am Morgen der OP wurde mir mein ganzer Rücken rasiert. Dann musste ich erneut mit Desinfektionsmittel duschen und so ein "hübsches" Krankenhaushemd anziehen.

Dann wurde ich in den OP gebracht. Dort musste ich erst einmal ein paar Minuten auf die Ärzte warten. Die erste Kanüle hat man mir bei vollem Bewusstsein gelegt. Das war schon ziemlich schmerzhaft. Man gab mir eine Spritze, und ich dachte: "Ach, mach doch mal kurz die Augen zu."

Sieben Stunden später bin ich dann auf der Intensivstation aufgewacht. Meine Mutter war bei mir. Da ich einen Beatmungsschlauch im Hals hatte, konnte ich eine Stunde lang nicht sprechen. Ich hatte Schmerzen. So starke Schmerzen hatte ich vorher noch nie gehabt. Ich konnte zwar dank eines "Schmerzdrückers" alle paar Minuten Morphium bekommen, ohne klingeln zu müssen, doch auch das machte die Schmerzen nicht besser.

Die Nacht war dann die Hölle. Ich konnte mich nicht selbstständig umdrehen und musste deswegen alle halbe Stunde klingeln. DIe Schwestern waren richtig gemein. Sie haben ständig Sprüche wie "Wenn Du noch einmal klingelst, nehme ich Dir die Klingel weg" gemacht. Und diese Schmerzen...

Den ganzen nächsten Tag über war mir schwindelig. Aufstehen ging nicht, nicht einmal hinsetzen. Essen konnte ich auch nichts. Am Abend wusste ich dann auch, wieso: Ich brauchte eine Bluttransfusion.

Am nächsten Morgen hat man mich wieder auf die Normalstation verlegt. Ich hatte immer noch starke Schmerzen, und dass ich den ganzen Tag lang nicht hatte aufstehen können, hat das nicht besser gemacht. An dem Tag konnte ich auch schon wieder aufstehen, aber nur mit Hilfe. Ich konnte mich ja nicht einmal alleine aufsetzen; das mussten die Schwestern sozusagen übernehmen. Beim Aufstehen mussten sie mir in den ersten vier Tagen nach der OP sowieso wortwörtlich unter die Arme greifen. Ich konnte nicht einmal alleine auf Toilette gehen. Nicht mal die Hose anziehen ging, und so, wie da das Toilettenpapier hing, bin ich da auch nicht rangekommen.

Fünf Tage nach der OP hatte ich dann das erste Mal Rückenschule. Dort habe ich isometrische Spannungsübungen gemacht, die aber nicht viel gebracht haben.

Neun Tage nach der OP konnte ich entlassen werden. Immer noch unter Schmerzen, die auch noch ein paar Wochen angehalten haben. Die vierstündige Autofahrt war schrecklich.

Der Krankenhausaufenthalt insgesamt war die Hölle. Ich habe vor der OP schon fast jeden Tag geweint, weil ich nicht operiert werden wollte, aber es hat trotzdem keiner was gemacht. Man hat mir zwar psychologische Hilfe angeboten, aber der Psychologe hätte die OP auch nicht verhindern können. Und dann noch die Schwestern auf der Intensivstation... Seitdem bin ich schwer traumatisiert; ich weine fast nur noch.

Nach der OP durfte ich ein Jahr lang keinen Sport machen und nicht mehr als 5kg tragen. So etwas wie Achterbahn fahren ging auch nicht. Man sagte mir, nach einem Jahr würde ich wieder alles machen können, wenn alles gut einheile.

Ein Jahr später war ich wieder bei der Nachuntersuchung. Es ist auch alles gut eingeheilt, doch alles machen kann ich immer noch nicht. Vor allem im Sport bin ich stark eingeschränkt. Ich habe ständig Schmerzen und sogar Probleme damit aus dem Auto auszusteigen oder mir die Socken anzuziehen. Dinge, die für andere die leichtesten der Welt sind. Lange stehen, sitzen oder gehen geht auch nicht. Und mir hat man gesagt, ich würde uneingeschränkt sein...

Danke für deine Informationen :)

Aber das kann doch nicht Deine einzige Sorge sein ..Achterbahn zu fahren.Meine Güte das ist doch nicht wichtig.Sei froh wenn Deine Gesundheit wieder hergestellt wird.Es gibt schöneres als Achterbahn.....Dein Arzt wird Dir schon sagen was Du darfst und was nicht

Sei froh wenn Deine Gesundheit wieder hergestellt wird.

Nur leider wird sie das bei solchen OPs nicht immer.

@CountDracula

Ok....das kann ja sein das nicht alles immer glatt geht .Aber generell sollte man doch erst mal davon ausgehen.Jede OP birgt ein Risiko.Das ist schlimm wenn das schiefgeht..aber ich finde halt das die Achterbahn nicht der ausschlagebende Punkt sein sollte.Das schien ja die grösste Sorge zu sein

Lass dir keine Angst machen! Eine Skoliose Op ist nicht so schlimm... Auf Facebook gibt es eine Seite auf der sich Jugendliche und auch Erwachsene über die Op austauschen, vielleicht schaust du mal rein :) http://www.facebook.com/groups/106213369413003/?fref=ts

Und es gibt noch eine geschlossene Gruppe, die sich allgemein über das Thema Skoliose aber auch OP austauscht, also wenn du willst kann ich dich in diese Gruppe auf Facebook einladen, dann schreib mich einfach an!

Viel Glück bei deiner OP!

Danke

... eventuell nicht Achterbahnfahren zu können ist dein Problem?

jaaaa

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