Sind frei verkäufliche Medikamente grundsätzlich ungefährlich, im Gegensatz zu den vom Arzt auf Rezept verschriebenen Medikamenten?

5 Antworten

diese formulierung klingt, als könnte man grundsätzlich nichts giftiges kaufen- stimmt aber nicht. man kann sich beispielsweise mit fettlöslichen vitaminen die nieren ruinieren.

der gute mann ist apotheker, kein arzt. er kann nicht wissen, welche gründe der arzt hatte, dir genau dieses medikament zu verschreiben. denn manchmal muss man nebenwirkungen in kauf nehmen. und das kann nur der arzt, nicht der apotheker entscheiden.

Da hat der Apotheker nicht ganz Recht. Damit ein Medikament nur apotheken- aber nicht rezeptpflichtig ist, muss es eine gewisse Sicherheit nachweisen. Aber in entsprechend viel zu hohen Dosierungen kann es auch bei apothekenpflichtigen Medikamenten erhebliche Nebenwirkungen geben.

Bestimmte " Verschreibungspflichtige" Medis haben nicht selten schon gravierendere Nebenwirkungen als freiverkäufliche.

...Man kann aber prinzipiell als "Pauschalaussage" nicht behaupten, freiverkäufliche Medikamente sind "nebenwirkungslos" und immer "ungefährlich". Auch da gibt es Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, über die man besser Bescheid wissen sollte. Auch "größer angelegte" Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, mitunter.

Womöglich hatte der Apotheker an ein bestimmtes Medikament gedacht, dass womöglich wirklich "nebenwirkungsärmer" und verträglicher ist, als das verordnete.

"...Womöglich hatte der Apotheker an ein bestimmtes Medikament gedacht, dass womöglich wirklich "nebenwirkungsärmer" und verträglicher ist, als das verordnete." (Zitat)

...An ein anderes Medi dachte er anscheinend wirklich - hatte das überlesen gehabt.

Nein, frei verkäufliche Medikamente sind grundsätzlich nicht ungefährlich. Nimm zum Beispiel das beliebte, frei verkäufliche, Schmerzmittel Ibuprofen. Das führt sehr oft zu Magenproblemen und wenn man es vom Arzt verordnet bekommt, schreibt ein guter Arzt auch immer noch etwas für den Magenschutz dazu. Das weißt du als Kunde, der etwas gegen Kopfschmerzen braucht, aber nicht unbedingt und wunderst dich dann, dass du Magenschmerzen hast oder sogar eine Gastritis entwickelst.

Und ganz ehrlich: Wenn dein Apotheker lieber Arzt geworden wäre, dann hätte er Medizin studieren sollen. Oder hat es dafür nicht gereicht?

Apotheker sind oft hilfreich, sie wissen viel. Bevor ich zum Arzt gehe, frage ich den Apotheker. Für Spezialisten wie euch kommt das natürlich nicht infrage.

@Blindipop

Apotheker dürfen empfehlen, keine Frage- Diagnosen stellen dürfen die nicht.

Eines sollte dir klar sein, die Gewinnspanne bei frei verkäuflichen Präparaten ist wesentlich höher als bei rezeptierten Medikamenten- eine überzeugende Beratung hat also durchaus ihren Sinn.

@Blindipop

Spezialisten? Ist man gleich ein "Spezialist", wenn man medizinische Fragen dem Mediziner überlässt?

Und wie hilfreich Apotheker sind, sieht man ja immer, wenn Apotheken getestet werden. Da kommt jedesmal ähnliches raus: Häufig eine schlechte Beratung, weil der Umsatz zu oft im Fokus steht!

Apotheker haben sicherlich ihre Berechtigung. Aber die Aussage: "Freiverkäufliche Medikamente sind ungefährlich!", ist eine gefährliche Falschaussage und eines Apothekers unwürdig. Da muss man kein "Spezialist" sein. Das sollte auch dir klar sein.

Ganz richtig ist das nicht. Aber es ist da meistens nicht der Stoff selber, der gefährlich ist, sondern das Leben damit. ZB Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die können da genauso sein wie bei verschreibungspflichtigen Sachen. Oder klassische Selbstmedikation: Anstatt die Ursache seiner Probleme zu suchen und diese zu behandeln, behandelt man mit frei verkäuflichen Schmerztabletten oder sonstigem Zeug. Dadurch wird die Ursache immer heftiger, bis man diese möglicherweise nicht mehr heilen kann. Man merkt es nur nicht, weil man den Schmerz oder welche Symptome auch immer nicht mehr hat.

Das gilt für echte Medikamente. Stoffe, die Leute nur benutzen, um sich medizinisch zu versorgen, die aber keine Medikamente sind, die sind um einiges gefährlicher, unter Umständen. ZB Leute, die Terpentin trinken, weil das Krebs vorbeugen soll oder sowas.

Sprich nochmal mit deinem Arzt und dem Apotheker darüber, warum dir das verschrieben wurde, und warum das andere nicht. Vielleicht hatte dein Arzt einen konkreten Verdacht, bei dem MCP besser wäre, echt behandelt und nicht nur Übelkeit dämpft. Der Apotheker hat davon natürlich keine Ahnung. Oder Vomex A hätte sich mit einem deiner anderen Medikamente, die du eventuell nimmst schlecht vertragen... Frag die Beteiligten.

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