Sind Energiesparhäuser stärker Schimmelgefährdet?

12 Antworten

In den neuen Niedrig-Energie-Häusern (NEH) gibt es keine Schimmelbildung, wenn bei der Montage der Lüftungsanlage alles fachgemäss installiert wurde und nicht irgendjemand ein Fenster zum Lüften aufmacht.

Wer in so einem NEH die Fenster zum Lüften aufmacht, sollte sich das Geld für ein solches Haus sparen.

Reinweg die Lüftungsanlage(kontrollierte Be- und Entlüftung) ist für das Lüften (Luftaustausch) verantwortlich. Die Anlage wird so eingestellt, dass die Zuluft an den Zulufträumen (Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer, ...) zugeführt wird und in den Ablufträumen (Küche, Bad, WC, ...) die Abluft entnommen und diese im Lüftungsgerät über einen Kreuz- oder Gegenstromwärmetauscher die Frischluft vorwärmt. Somit geht beim Luftwechsel kaum Energie verloren.

Wenn Du neu bauen solltest lass Dich bitte gut beraten, bei der Wahl deiner Heizungs- und Lüftungsanlage. ggf einfach melden

Richtig gebaut, ist die Schimmelgefahr geringer, wie in alten Häusern von 1900.

Wichtig ist eine Luftdichheit, damit nur kontrolliert gelüftet werden kann und ein optimale Dampfbremse. Die Dampfdichte muss von innen nach außen geringer werden, damit Wasserdampf nach außen weg kann. Gut sind daher auch Naturdämmstoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen und weiterleiten können. Wenn das stimmt, ist keine große Schimmelgefahr da. Eine automatisch Lüftung, mit oder ohne Wärmerückgewinung ist sehr sinnvoll, aber nur wenn das Haus Luftdicht ausgeführt wurde.

Häuser von 1900 entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard, insbesondere bei der Wärme und Feuchtigkeit im Haus (Bad). Durch diverse Umbauten sind häufig Fehler gemacht worden, die heute saniert werden müssen.

Häuser von 1900 waren für die Zeit vielleicht gute Häuser, aber einige wurde auch als Spinner abgetan. Die bessernen Häuser sind aber ohnhin Fachwerkhäuser, die schon vor längerer Zeit gut gedämmt wurden und weit aus länger wie 100 Jahr halten.

Ein massive Bauweise ist heute schon deshalb ein Fehler, weil jeder Architekt weiß, dass Häuser nach 30-50 Jahren erstmals umgebaut werden (neue Menschen, neue Technik, neue Standards...). Massive Bauten lassen sich nur aufwendig umbauen, während Holzrahmenhäuser auch in 30 Jahre einfach umgebaut werden können.

"... während Holzrahmenhäuser auch in 30 Jahre einfach umgebaut werden können.". wenn sie nicht dann schon längst weggegammelt sind, weil beim Umbau die Bauphysik zig-mal mißachtet wurde.

Als Beispiel mag die problematische Innendämmung bei Holzrahmenhäusern dienen, bei denen durch die Anbringung der Innendämmung der Taupunkt von außen nach innen verlegt wird. Oftmals wird dabei durch fehlende oder unvollständige Dampfsperre soviel Feuchtigkeit in Isolierung und Wandaufbau geleitet, dass es dort zu Schimmelbildung, Feuchtigkeitsansammlungen und Frostschäden kommt: Totalschaden!

zu einem richtig geplanten Energiesparhaus gehört definitiv eine Anlange zur kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung dazu. Schließlich sind ja bis zu 30 % des Wärmeverlustes eines Gebäudes auf Lüftungswärmeverluste zurückzuführen. Mit einer Wärmerückgewinnung kann man ca. 50 % davon wiedergewinnen - in Kombination mit Wärmepumpe sogar noch mehr. Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit. Grobe Sünden sind z.B. Wäschetrocknen in der Wohnung oder hohe Schränke an den Aussenwänden. Lüften sollte man wenn die Luft draussen kühl ist und möglichst viel Feuchtigkeit aufnehmen kann - also lieber morgens und nicht zur Mittagszeit. Beim Kochen und nach dem Duschen/Baden muss natürlich sofort gelüftet werden.

Wir lernen Neues: "Lüften sollte man, wenn Luft draussen kühl ist und möglichst viel Feuchtigkeit aufnehmen kann!"

Früher hörte ich immer, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Gemeint war vielleicht, nicht die warme, feuchtigkeitsgesättigte Außenluft durch den Keller mit kalten Wänden schicken (dort schlägt sich die Feuchtigkeit dann nieder).

die Schimmelgefahr ist in diesen hermetisch abgeriegelten Häusern gering solange sich kein Mensch und Tier darin befindet welche durch Atemluft und Transpiration Feuchtigkeit abgeben. Also einfach bauen verriegeln und möglichst nicht darin wohnen.

Die Schimmelgefahr verursacht das Feuchtewesen Mensch. Wir geben ja doch jede Menge Wasser an unsere Umgebung ab. Und vor lauter Dämmung und Dichtung kann das nicht entweichen.

Deshalb ist die kontrollierte Be- und Entlüftung bei Niedrig- und Nullenergiehäuser ein absolutes Muss.

Mit einem manuellen Lüftungverhalten ist das kaum zu schaffen - es sei denn man verhält sich schon äußerst diszipliniert.

Die Schimmelgefahr kommt von Verarbeitungsfehlern, die leider in der Praxis vorkommen. Durch Leckagen bei der Dampfbremse/-sperre kann punktuell die feuchte Raumluft in die Dämmung eindringen, dort auskühlen und dann das Schwitzwasser entstehen lassen.

Man spricht dann von Wasserfallen...

Grüße Frank

Frank:

  1. Nicht nur Mensch, auch die Pflanzen und Tiere verdunsten.

  2. Schwitzwasser im Mauerwerk: kann im Winter zum Sprengen der Mauerung führen (Eis dehnt sich aus gegenüber "nur Feuchtigkeit"). Das gibt sehr böse, strukturelle Hausschäden.

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