Sich von alten und ungenutzten Dingen trennen - wer weiß gute Tipps, um loszulassen?

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Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten, und dennoch ist es schwerer.

Detlev Fleischhammel

Hallo!

Du hast ganz richtig erkannt, dass es einzig am eigenen Gedankengut liegt, ob man sich leicht oder eher schwer von was auch immer, trennen kann.

Sobald man an Dingen auffällig hängt, egal nun, welcher Gedanke dahinter steht, hat man in jedem Fall Sorgen mit dem Loslassen und Akzeptieren.

Wie kann man das überwinden und wie fällt das Ausmisten leichter?

Mittels anderen Gedanken darüber. Sprich umdenken.

Wie hier viele ja schon schrieben, ist natürlich ein Wegwerfen nicht zwingend nötig. Es ist etwas aufwendig, aber man bekommt seine Sachen gut z.B. über Ebay Kleinanzeigen, wo es auch eine "Verschenkeabteilung" gibt, weg, damit sie noch verwendet werden.

Von einer anderen Seite her betrachtet ist das ganze Leben ein ständiges Stirb- und Werde. Altes geht, Neues kommt. Und dies ständig.
Goethe drückte es so aus:

Und so lang du das nicht hast,

dieses Stirb und Werde,

bist du nur ein trüber Gast

auf der dunklen Erde.

Ich gebe ihm recht damit.
Denn wenn man diesen Rhythmus verweigert, dabei nicht mitmachen will, dann nimmt man dem Leben das Lebendige.
Sicherlich gibt es auch in deinem Leben Erinnerungen an all die Vorteile davon, wenn bei dir mal was quasi gestorben oder gegangen ist, sich veränderte .....
Wenn du dich daran erinnern willst, könnte dir dies Mut geben, immer wieder Altes mutig gehen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass es gut ist, dass es gut weiter gehen wird, dass alles in Ordnung so ist, weil es deiner Erfahrung nach ja schon öfter so war
und natürlich auch beim Umdenken helfen.
Alles Andere (im Außen) ergibt sich dann von ganz allein bzw. das Ausmisten will mit der neuen Einstellung viel leichter gelingen.

Helfen kann auch, wenn man daran denkt, dass in Wirklichkeit alles nur geliehen ist und man ganz am Ende ja doch alles gehen lassen muss - und dies auch gut so ist. ;-))
Bis dahin üben wir halt im Kleinen ...... ;-))

Werde den Gedanken los, dass Dein Glück von irgendetwas außerhalb Deiner Selbst abhängt.

Neale Donald Walsch

Du musst ja nicht die

nicht mehr benötigten Dinge wegwerfen.

Mein Rat:

Sortiere erst mal in

  • C ... zu klein, zu groß, zu unmodern, zu hässlich, zu unnütz - an denen Dein Herz nicht hängt
  • B ... zwar unnütz und in den letzten 3 Jahren nicht verwendet oder angesehen, aber zu schade
  • A ... hübsch und materiell oder ideell wertvoll, aber nicht nötig

Das hilft schon mal. Dann trennst Du Dich von der C-Kategorie, das fällt am leichtesten.

Mit der großartigen Erfahrung, die Du gemacht hast, wenn Du die Sachen erst mal weggegeben hast, nimmst Du auch leicht Kategorie B in Angriff.

Bei Kategorie A kannst Du Dich selbst überlisten, indem Du Dir 3 Dinge (nicht mehr!) davon heraussuchst, die Du doch erst mal noch behältst - alles andere kommt weg.

Von Kleidung kannst Du Dich am leichtesten trennen, vor allem, wenn sie Dir nicht mehr steht, passt oder nicht mehr zu Deinem Stil passt. Die tollsten Sachen kannst Du an Freunde oder Verwandte verschenken, die freuen sich vielleicht noch. Alles andere stellst Du bei ebay-Kleinanzeigen für kleines Geld ein, damit sie Interessierte bei Dir abholen können - oder Du gibst sie gleich bei Umsonst-Läden, Sozialkaufhäuser oder gemeinnützige Einrichtungen ab (in die Kleidersammlungscontainer würde ich sie nicht geben).

Über Haushaltsgegenstände freuen sich junge Leute im Bekanntenkreis, die gerade ihre erste Wohnung beziehen - oder Studenten oder Leute mit Gartenhaus.

Bücher kannst Du entweder

  • an interessierte Freunde oder Verwandte verschenken
  • bei ebay-Kleinanzeigen verkaufen
  • an die Bücherei Deiner Kommune-Gemeinde geben - oder Schulen oder Kliniken schenken, die nehmen sie dankend an

Du wirst sehen:

Werden die Dinge, die Du in den letzten 2 Jahren nicht mehr benutzt hast, einem sinnvollen Zweck zugeführt, wird es Dir viel leichter fallen und sogar gut tun, sie wegzugeben.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo, in vielen Städten gibt es Geschäfte oder Sammelstellen, wo man Dinge hinbringen kann, die noch "gut" sind (Sozialkaufhäuser, Caritas oder Diakonie...).

Manche dieser Geschäfte nehmen fast alles, also auch kleine Elektrogeräte, Töpfe, Spielsachen, Kleidung sowieso.

Du kannst auch ganze Kartons vollpacken und dorthin bringen: Es wird arme Menschen geben, die sich sehr über Deine Sachen freuen!

Und ja, Weggeben befreit ungemein, finde ich. (Nur muss man aufpassen, dass man danach nicht auf Shopping-Tour geht!)

Ich habe mit 4 Kisten gearbeitet.

A - wird regelmäßig genutzt, wird benötigt, ist intakt/funktionsfähig, passt

B - Noch brauchbar, aber reparaturbedürftig, Saison-Artikel (Beispiel Weihnachtsdeko), war teuer wird aber kaum genutzt, passt grad noch (ev. abänderbar)

C - das klassische Steh-Rumchen, angeschafft, aber bestenfalls 1-2x genutzt oder doppelt vorhanden, Passt nicht (mehr)...., emotional aber noch "brauchbar" (man kann sich nicht trennen)

D - Defekt, objektiv ein Fall für die Tonne

Dann gings los:

D vorsortiert zur Entsorgung und jeden Tag einmal losgegondelt: Wertstoffhof (Papier, Pappe, Kartonagen), Altglascontainer, Kleidercontainer, Recyclinghof, Müllverbrennung.

A - Schränke/Regale/Schubladen von innen gründlich gereinigt, System überlegt (wo kommt was hin), nach diesem System sorgfältig eingeräumt. Was übrig blieb, in Kiste B geräumt.

B - Stück für Stück vorgenommen, repariert/geflickt/hergerichtet. Genau überlegt, ob man es wirklich braucht. Und dann zum allergrößten Teil über Ebay und Co vertickert und den verbliebenen Rest ein Wochenende beim Flohmarkt verkauft. Den dann noch vorhandenen Rest in Kiste C gestopft.

C - Nachdem ein Großteil schon weg war, fiel die Trennung von C sehr leicht. Auch hier: Verkauft, was noch einen Wert hatte, Brauchbares, aber Unverkäufliches soweit vertretbar gespendet zB ans Sozialkaufhaus, der Rest.... wie Kiste D schubweise entsorgt.

Ich habe tatsächlich fast 2 Monate dafür gebraucht, bin aber jede Woche mindestens einmal dran gegangen und habe "weiter gemacht".

Mein Sparbuch ist um einen ansehnlichen 3-stelligen Betrag gewachsen, meine vorher unübersichtlich überquellenden Schränke/Regale und Schubladen sind jetzt sauber aufgeräumt, sinnvoll eingeräumt, man findet wirklich alles auf einen Griff.

Und....ich fühle mich sehr viel wohler und entspannter. Und, das Beste daran.... WEIL ich einen (wieder) Überblick habe, was ich besitze, verfalle ich nicht mehr in einen "Oh, das muss/will ich haben" Effekt. Sprich, ich kaufe sehr viel überlegter ein, was sich im Budget deutlich bemerkbar macht... ich gebe spürbar weniger aus.

"Das ist zu schade zum Wegwerfen" "Das ist zu teuer"

Wann wurde es das letzte Mal genutzt? Wenn das länger als 2 Jahre her ist, hast Du es nicht vermisst. Dann überlege, ob Du es verschenken oder verkaufen kannst. Falls nicht, dann in den Karton mit den Wegwerfsachen.

"Das hat mir jemand Anderes geschenkt,..."

Grundsätzlich: Die Erinnerung lebt im Herzen, nicht in Dingen. Hast Du noch eine andere Sache, die dich an die Person erinnern? Falls ja, dann kann dies weg.

"Vielleicht könnte ich es ja doch wieder brauchen"

Wann wurde es das letzte Mal genutzt? Wenn das länger als 2 Jahre her ist, hast Du es nicht vermisst... Zwei Winter und Sommer sind gekommen und gegangen, ohne Nutzung.

Man wirft nichts weg, was noch funktioniert

Gebe es weg oder verkaufe es. Es gibt Sachen, die überleben sich einfach, wie z.B. Röhrenfernseher. Solche Sachen sind ersetzt worden durch Besseres. Die können weg.

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