Rückwirkend Krankenkasse zahlen, als Selbstständiger?

11 Antworten

zum 1.5.2015 habe ich ein Kleingewerbe angemeldet

Falsch. Du hast ein Gewerbe angemeldet, und von § 19 UStG Gebrauch gemacht.

Gezahlt habe ich irgendwas um die 145€ pro Monat an die Krankenkasse.

Immerhin. Allerdings ist das der reduzierte Mindestbeitrag, und der ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Unter anderem besagt das Gesetz, dass freiwillig Versicherte in der GKV ihre tatsächlichen Einkünfte zeitnah anhand der Steuererklärung nachweisen müssen, die Grundlagen für die Berechnung finden sich in § 240 SGB V.

Ab dem 1.1.2016 hab ich ein Gewerbe angemeldet mit dem ich auch Mehrwertsteuer ausweisen kann.

Falsch. Du hast schlichtweg gegenüber dem FA auf die Anwendung von § 19 UStG verzichtet.

Mir war klar, dass ab diesem Zeitpunkt die Beiträge höher werden

Falsch. Die Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist diesbezüglich vollkommen irrelevant.

Nun aber kam von meiner KK ein schreiben, nachdem ich meinen Steuerbescheid 2015 eingereicht habe

Das hingegen ist der springende Punkt.

, ich solle für die Zeit der Gründung meines Kleingewerbes nachzahlen!

Korrekt. Aufgrund der Tatsache, dass bei Neugründungen die Einstufung des zu leistenden Beitrags bei Selbstständigen nach einer Einschätzung und nicht nach aktuellen monatlichen Zahlen erfolgt, kommt es ggfs. zu einer Nachzahlung, sobald der erste Steuerbescheid vorliegt.

Kann ich da irgendwas tun?

Nein. Der Bescheid ist korrekt; du kannst die KK nur um Ratenzahlung bitten.

Du mußt nach deinem Einkommen einen Krankenkassenbeitrag zahlen, wie andere gesetzlich Versicherte auch. Bei deinem bisherigen Beitrag war dein Einkommen nicht berücksichtigt, weil du es nicht angegeben hast. Deshalb muß du nachzahlen. Du kannst dir ja eine billigere private Krankenkasse suchen. Bei der der Kassenbeitrag nach dem persönlichem Risiko berechnet wird.

Gute PKV-Tarife kosten auch nicht weniger. Kostenersparnis ist niemals ein guter Grund für den Systemwechsel.

Wenn du in 2015 mehr verdient hast und eben weniger KK-Beiträge gezahlt hast, musst du nachzahlen. Die Beiträge für 2016 werden anhand der Umsätze aus dem Vorjahr (aufgrund der Steuererklärung 2015) berechnet. 

Wenn du in 2015 aber einen Studententarif hattest, könntest du bei deiner KK mal nachfragen, ob die erzielten Umsätze in 2015 gilt und du deswegen nicht nachzahlen musst.

Ich habe ja sogar nachweise das ich dort bis Ende 2015 als Student angemeldet war. Gibt ja Studienbescheinigungen etc.

@WRC85

Schick diese Bescheinigungen unbedingt mal an die KK und telefonier vorab mit ihnen. Ein Steuerberater kann dir auch hier weiterhelfen, da die meist viel damit zu tun haben, auch wenn es nicht direkt um Steuern geht.

@WRC85

Jeder Arbeitnehmer zahlt seinen Beitrag nach seinem BRUTTO-Einkommen und wird überhaupt nicht gefragt, ob er das möchte.

Als Selbständiger ist man eben auch selbst verpflichtet, sich mit den Gesetzen auseinander zu beschäftigen.

Unwissenheit zählt nicht, und kostet dann manchmal auch RICHTIG Geld

Selbständige, die sich der Krankenkasse gegenüber nicht äußern, werden erst einmal zum Höchstsatz eingestuft.

Wenn man sich selbständig macht, erhält man eine ziemlich eindeutige ToDo Liste. Wenn man die richtig abarbeitet, gehört eben auch der Kontakt zur Krankenkasse dazu.

Wer das nicht ordentlich macht, sollte sich dann lieber NICHT selbständig machen.

Deine Krankenkasse interessiert nicht ob du ein Kleingewerbe ausgibst. Entscheidend ist das als selbstständiger Unternehmer tätig bist und somit die Beiträge zur Krankenversicherung auf der Basis deiner Einkünfte erhoben werden. Generell gilt das zunächst einmal ein Beitrag aufgrund deiner Angaben erhoben wird. Die Kasse prüft dann durch deinen Einkommensteuerbescheid nach inwieweit dies korrekt war. Von deiner Einkünfte höher aus so steigt logischerweise auch dann Beitrag und du musst nachzahlen. Genau dies ist hier passiert und du kannst dagegen gar nichts unternehmen. Allerdings hätte dir das doch irgendwie klar sein müssen, denn das Thema Versicherung dürfte bei einem Selbstständigen schon zu Beginn der Tätigkeit ganz oben auf der „To-Do-Liste" stehen, oder?

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