Röntgen von Wunden schädlich?

5 Antworten

Wieso sollte das irgendeinen Unterschied machen? Das Hauptproblem bei Strahlenschäden allgemein ist die mögliche Veränderung der genetischen Informationen, also die Mutation. Die ist bei verletzten Körperteilen nicht problematischer als anderswo. Und beim Röntgen ist die Dosis sowieso so gering, dass das keine Rolle spielt (es sei denn, man setzt sich der Röntgenstrahlung dauerhaft aus).

Die Wellenlängen der Röntgenstrahlung sind so klein, da spielt es keine Rolle, ob das Gewebe oberflächlich verletzt ist oder nicht. Der Schaden ist derselbe.

Warum sollte man Wunden röntgen? Und nein, das ist nicht schädlicher als jedes Röntgen.

Vllt, weil man unter der Wunde zusätzlich einen gebrochenen Knochen befürchtet?!

Nein.

Strahlenschäden betreffen alle Zellen mit gleicher Wahrscheinlichkeit.

Verletztes Gewebe wird vom Körper vorrangig entsorgt, ist also noch weniger relevant.

Die biologische Wirkung von ionisierender Strahlung misst man mit der Einheit Sievert Sv. Es gilt 1 Sv sind 1000 mSv oder 1000 000 µSv, also 20 mSv = 0,02 Sv oder 20 000 µSv alles Gamma-Strahlungs-Dosen, keine Beta-Strahlung (die aus Strahlenschutzgründen unproblematisch ist) OK :-)

Durchschnitts-Werte : (Sv=Sievert) BRD, Österreich, Dänemark, Belgien um 2,5 m Sv pro Jahr; Finnland um 8 mSv pro Jahr; Frankreich, Griechenland, Spanien, Schweiz um 5 mSv pro Jahr; Schweden um 6 mSv pro Jahr. Eine Ganzkörper-Röntgen-CT belastet den Menschen mit etwa 20 mSv. Röntgen-Durchleuchtung beim Setzen eines Herzkatheter um 300 mSv pro Untersuchung. Klassische Röntgenaufnahme um 0,1 mSv pro Aufnahme. Die adjuvante Strahlentherapie beim Brustkrebs sorgt schlussendlich für eine Teilkörper-Dosis um 10-60 Sievert pro Brust-Region. Das Essen einer Banane entspricht 0,1 µSv.

In Nord-Spanien, Süd-Finland, Mittel-Frankreich, im Süden des Schwarzwaldes und in West-Österreich liegt die Belastung durch die natürliche Hintergrunstrahlung/Radioaktivität über 10 mSv pro Jahr [ww.world-nuclear.org/uploadedImages/org/info/NaturalbackgroundradiationEurope.gif]. In Guarapari-Brasilien um 20 mSv pro Jahr, am Strand 83 mSv pro Jahr mit Spitzen bis zu 173 mSv pro Jahr. Hotspots mit Spitzenwerte um 260 mSv pro Jahr wurden im iranischen Ramsar gemessen ww.probeinternational.org/Ramsar.pdf.

Rechnung für einen Ski-Urlaub in den westlichen Alpen Österreichs : Wie man der oberen Quelle entnehmen kann, beträgt dort die Hintergrund-Strahlung mehr als 10m Sv pro Jahr. Das bedeutet nun, wenn man da etwa 2 Wochen Urlaub macht, erhält man eine Dosis von 0,38 mSv (10 mSv * 14 Tage/ 365 Tage = 0,38 mSv). Das entspricht etwa der Dosis von 2 Thorax-Röntgenaufnahmen im klassischen Sinne. Arbeitet man nun auf den Pisten eine Saison (etwa 3 Monate), so erhält man dort eine Dosis von 2,50 m Sv, was etwa 12,5 Thorax-Röntgenaufnahmen entspricht. Also eine Woche Ski-Urlaub entspricht der Ganzkörper-Strahlendosis einer Thorax-Lungen-Aufnahme (0,2 mSv).

Rechnung für Fukushima : (siehe auch jciv.iidj.net/map/) In der kontaminierten Zone um das KKW Fukushima-Daiichi liegt die meiste Belastung unter 1000 nSv pro Stunde. 1000 nSv/h = 1 µSv/h =24 µSv/Tag (1 x 24) = 8760 µSv pro Jahr (24 Stunden x 365 Tage) =8,76 mSv pro Jahr. Also bekommen die Japaner dort jetzt hauptsächlich eine Belastung ab, welche z.B. auch die Finnen haben,. Vereinzelt (Hotspots) steigt jedoch die Belastung in der Zone um das KKW-Fukushima Daiichi bis auf 30 µSv/h (30 µ x 8760 = 262800 µ), was nach beschriebener Umrechnung 262,8 mSv pro Jahr sind, wie in Ramsar.

Quellen: en.wikipedia.org/wiki/Banana equivalent dose , de.wikipedia.org/wiki/Guarapari , en.wikipedia.org/wiki/Background radiation , ww.world-nuclear.org/info/inf30.html , de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung, de.nucleopedia.org/wiki/Strahlenrisiko , ww.100-Gute-Antworten.de, de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima#Opfer_und_Verletzte, de.wikipedia.org/wiki/Brustkrebs#Bestrahlung, ww.probeinternational.org/Ramsar.pdf , ww.bfs.de/de/ion/imis/odl_messnetz.html

[ww.kerngedanken.de/2013/03/die-welt-nach-fukushima-teil-1-gefaehrliche-orte/]Würde man dasselbe Dosimeter in der Stadt Guarapari in Brasilien aufstellen, würde er etwa 20 µSv/h anzeigen. Guarapari hat etwas über 100’000 Einwohner. Das sind etwa so viele wie aus der Region von Fukushima evakuiert wurden. Die Stadt erhielt diese hohe radioaktive Strahlung aber nicht durch einen katastrophalen Unfall, sondern durch natürliche Quellen.“

Ich glaube, dass Du Dir jetzt selbst erklären kannst, ob es gefährlich ist, geröntgt zu werden :-)

Wäre netter gewesen, wenn du einfach auf meine Frage geantwortet hättest, da ich nicht so talentiert bin wie du.

Desweiteren gibt es Studien, die eine erhöhte Gehirntumorrate damit in Verbindung bringen.

@GuteFrageha

Dann gib mir einen Link, um "Deine" Studie zu überprüfen :-). Es gibt ja eine Menge im Internet...

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