Quecksilber gefährlich? Muss ich jetzt zum Arzt gehen?

5 Antworten

War es denn sicher ein Quecksilberthermometer und ist es dabei kaputt gegangen, bzw. das Quecksilber ausgetreten?

Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das bereits bei Zimmertemperatur Dämpfe abgibt. Der eingeatmete Dampf wirkt stark toxisch. Deswegen soll man, falls so ein Thermometer mal kaputt geht, das Quecksilber auch sofort in ein geschlossenes Glas zusammenkehren (nicht anfassen!) und den Raum gut lüften. In so einem Thermometer ist allerdings nicht so viel Quecksilber. Daher gilt auch "Eine akute kurzzeitige Quecksilberexposition ist unter den Bedingungen eines in der Wohnung zerbrochenen Thermometers oder einer Energiesparlampe gesundheitlich nicht besorgniserregend."

Falls jedoch in nächster Zeit folgende Symptome auftreten solltest du einen Arzt aufsuchen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, trockener Mund-Rachen-Raum

Ps: bei einem zerbrochenen Quecksilberthermometer dürfte die Menge der austretenden Dämpfe zu gering sein, um akute oder Chronische Vergiftungserscheinungen zu verursachen.

Die bisherigen Antworten sind falsch: Es gibt keine akute Quecksilbervergiftung!

Metallisches Quecksilber wurde sogar in früheren Jahrhunderten als Abführmittel benutzt.

Gefährlich ist aber die chronische Vergiftung. Sie kamen oft genau so zustande, wie Du es beschreibst: Durch zerbrochene Thermometer, und den hohen Dampfdruck des Metalls, das in winzigen Kügelchen in den Ritzen von Bretterfußböden verblieb. Deshalb ist deine Sorge berechtigt.

Du kannst dem aber relativ leicht entgegenwirken: Besorge dir aus der Apotheke Zinksulfat Pulver, und streue es aus. Es hüllt die Quecksilberkügelchen ein, sodass sie einfach aufgekehrt werden können.

Beschreibe aber dem ApothekerIn, wozu Du das Pulver verwenden willst. Ich bin mir nämlich nicht mehr völlig sicher, ob es Zink- oder ein anderes Sulfat ist. Achte darauf, dass der/die Weißkittel nachschlagen, wenn sie dir unsicher erscheinen.

ok danke also sollte ich deiner meinung nach nicht zum arzt gehen ?

@xloxlo1

Nein, das ist nicht nötig. Doch Du solltest sicherheitshalber die Reinigung im Zimmer durchführen, wie beschrieben. Bedenke, dass das Quecksilber in alle Richtungen wegspritzt. Ohne die beschriebene Methode kannst Du eventuell verbliebene Kügelchen nicht aufnehmen, bzw. unschädlich machen.

Sterben wirst Du ohnehin nicht daran. Dafür ist wahrscheinlich die Menge zu klein. Es ist aber eine grundsätzliche Frage der Raumhygiene. 

Hallo, Deine Antwort ist zwar teilweise richtig, aber wenn Du schon einen Rat gibst,wie man die Quecksilberkügelchen bindenkann, dann sollte der schon stimmen. Zinksulfat oder irgendein anderes Sulfat ist Quatsch. Das nützt gar nichts. Zum Binden von ausgeleufenem Quecksilber gibt es: 1.) Zinkstaub, das ist metallisches Zink (Wirkung ist umstritten). 2.) Jodkohle (wüßte ich nicht, wo man die kaufen kann) und 3.) Mercurisorb, ein Quecksilberbindemittel der Fa. Carl Roth in Karlsruhe. Daneben kann man die Kügelchen angeblich auch mit einem blanken Kupferdraht berühren und "amalgamieren" (hat bei mir allerdings auch noch nie funktioniert).

@Jo3591

Jo, kannst Du gerne machen. Ich empfehle weiterhin den "Quatsch", den ich gelernt, und 30 Jahre lang in der Apotheke angewendet und empfohlen habe.

@Wurzelstock

Da sieht man wieder mal, was man vom guten Rat eine Apothekers halten kann.

@Jo3591

Jo, in den Apotheken kann sich keine abgehobenen Eigenbrödeleien leisten. Deine klugen Betrachtungen besagen, dass das eine Mittel nicht funktioniert, das andere umstritten, und das dritte nicht erhältlich ist. Von deiner verschrobenen Quecksilberkügelchenjagd mit einem Kupferdraht gar nicht erst zu reden. Mercurosorb kannte seinerzeit kein Mensch. Einen Rat enthält deine Antwort nicht - war ja auch nicht beabsichtigt.

Mein Zinksulfat funktioniert: Ausstreuen - zusammenkehren. Probier es doch einfach mal aus, falls dir ein Thermometerbehälter auseinandergespritzt ist.

Angesichts der früheren Frage zum gleichen Thema:

Ich empfehle autogenes Training und etwas Baldriantee. Sollten sich die Symptome nicht bessern wäre der Besuch eines Facharztes der Psychologie oder Psychiatrie zur Behandlung einer Hypochondrie angeraten.

Alles was es zu der Sache zu sage gibt findet sich hier: 

http://www.bcp.fu-berlin.de/chemie/chemie/sicherheit/entsorgung/einzelchemikalie...

Zunächst mal wäre zu klären, ob es sich wirklich um ein Quecksilberthermometer gehandelt hat. Das kann man ja leicht nachprüfen. Wie hier bereits mehrfach erwähnt, sind diese Thermometer heute nicht mehr in Gebrauch, man verwendet heute meist rot eingefärbten Alkohol. Zur Toxizität von metallischem Quecksilber siehe:

http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll?f=templates&fn=default.htm&vid=gestisdeu:sdbdeu

Du hast die Frage vor ein paar Stunden schon einmal gestellt. Und Du hast auch richtige Antworten bekommen.
Noch einmal: Dein Hausarzt hat recht. Es gibt keinen Grund überzureagieren!

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