Psychotherapie ohne Approbation des Behandlers

5 Antworten

Wenn es nötig ist, muss die Krankenkasse auch weitere Therapien übernehmen; ein vielleicht notwendig werdender Klinikaufenthalt wäre teurer. Alle zwei Jahre kann man ohnehin eine Therapie neu beantragen.Eine anerkannte systemische Verhaltenstherapie gibt es übrigens nicht, sondern nur eine Systemische Therapie (mehrjährige Ausbildung und Zertifikat z.B. von der Systemischen Gesellschaft), deren Ansatz z.B. der Einbezug des familiären Systems des Patienten in die Therapie ist.

Das schon, allerdings zahlen die KKen lediglich bei entsprechender Qualifikation, also fachbezogenes Studium (Medizin oder Psychologie) und Therapieausbildung in Verhaltenstherapie, Analyse oder tiefenspsychologischer Therapie.

Ich halte das auch für sinnvoll. Wir gehen ja auch nicht zum Gärtner, um uns die Haare schneiden zu lassen. Das heißt natürlich nicht, dass der ein oder andere Gärtner nich auch ganz toll Haare schneiden kann. :-)

@Grandi

Von PT über KK ohne Quali war bei mir nicht die Rede - ganz im Gegenteil: Die Zweijahresfrist ist nicht zwingend und somit muss die Pat. auch nicht auf Th. ohne KK-Zulassung zurückgreifen.

Die Behandlung einer Depression mit möglicher Suizidalität gehört keinesfalls in die Hände eines nicht approbierten Therapeuten mit zweifelhafter Ausbildung und noch zweifelhafteren Methoden. Eine Verhaltenstherapie sollte zwar Teil aber nicht Schwerpunkt der Behandlung einer depressiven Störung sein. Hier wäre übrigens aber auch der approbierte psychologische Psychotherapeut nicht die richtige Anlaufstelle. Lass dich von deinem Hausarzt zu einem Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie überweisen. Erkläre deinem Hausarzt, was los ist. Wenn er die Dringlichkeit der Therapie erkennt, wird er für dich so rasch wie möglich einen Therapieplatz organisieren.

Das sehe ich anders, und ich bin "betroffen" Ich vertraue, nach 2 "Fehlversuchen" meinem Behandler. Ich bin nun schon seit einigen Monaten dort, und erkenne sehr viel besser, wo bei mir der Knackpunkt ist. Ich lerne endlich mal vertrauen, und was es heisst, kein ausgelieferter depressiver Mensch zu sein, sondern erkenne meine Ressourcen und erfahre Wertschätzung. Darum geht es mir- einen Weg zu finden um meinen "Keller" aufzuräumen. Klingt wahrscheinlich, für die die den systemischen Weg nicht kennen, abstrakt ; aber es ist mein Weg und ich wünsche hier auch als Individuum gesehen zu werden, nicht als depressiv Kranker. Das ist ein Leichtes, aber jeder Mensch erfährt es anders, und ich möchte Annerkennung für meinen Weg.

@DSK2012

Es ist natürlich dein Recht, dass du deinen Weg gehst. Dann aber darfst du nicht erwarten, dass die Solidargemeinschaft dafür die Kosten übernimmt, wenn dein Therapeut keine Kassenzulassung hat.

Es gibt da zwei Probleme: erstens das Verfahren. Systemische Verhaltenstherapie gibt es so Thimeth gar nicht (das dürfte "Marke Eigenbau" sein) - natürlich gibt es systemische Aspekte in der Verhaltenstherapie. Aber: Es gibt als eigenständige Methoden nur Systemische Therapie und Verhaltenstherapie, nicht eine Systemische Verhaltenstherapie. Krankenkassen dürfen außerdem nur Verhaltentstherapie bezahlen. Zweitens: Heilpraltikerleistungen dürfen von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden; das gilt grundsätzlich auch für Homöopathie (d.h. eine solche Behandlung muss von einem Arzt mit Kassenzulassung ausgeführt werden). Heilpraktikerleistungen müssen daher für GKV Patienten privat zusätzlich versichert werden. Die Erstattungsfähigkeit einer privaten Krankenkasse und einer Zusatzversucherung liegt bei psychotherapeutischen Leistungen, die durch einen Heiplpraktiker erfolgen, zZ bei 26 Euro / Std. D.h. selbst da müsstest du erheblich bei deinem Heilpraktiker zuzahlen.

In frage käme ja bei langen Watezeiten noch das Kostenerstattungsverfahren: http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/News/BPtk/2012/20120420/BPtK_Ratgeber_Kostenerstattung.pdf

Doch, es gibt die biografisch-systemische Verhaltenstherapie. Sie ist eine der vielen Methoden, die die Verhaltenstherapie zu bieten hat.

Was die ursprüngliche Frage betrifft, vermute ich, dass der Therapeut kein Psychologie-Studium als Grundlage für seine Ausbildung vorweisen kann, denn ansonsten hätte er sich ohne viel Mühe approbieren lassen können. Ohne Psychologiestudium als Grundlage für den Therapeuten, hast du allerding gar keine Chance auf Erstattung deiner Kosten durch die Krankenkasse. Auch das sogenannte Erstattungsverfahren, das genutzt werden kann, wenn die Wartezeiten zu lang sind, entfällt in diesem Fall.

Was die Unterstützung im Falle deiner Krankheit betrifft, gibt es auch unter den vielen niedergelassenen (und damit automatisch auch approbierten) Therapeuten ganz sicher jemanden, mit dem die Chemie stimmt - du müßtest dich aber auch darauf einlassen können. Letztendlich ist es eine Frage der Güterabwägung: Kosten selber zahlen oder auf einen Therapieplatz warten?

@Grandi
  1. Auch wenn Herr Zarbock das gerne hätte, gibt es dennoch keine biografisch-systemische Verhaltenstherapie.

  2. Ein Diplom-Psychologe kann sich nicht ohne viel Mühe approbieren lassen. Ganz im Gegenteil. Es gibt derzeit wohl kaum etwas aufwändigeres und mühevolleres Unterfangen.

  3. Auch Heilpraktiker haben sich niedergelassen, wenn sie eine eigene Praxis betreiben. Auf eine Approbation kann man nur zurückschließen, wenn jemand die Berufsbezeichnung Psychotherapeut, Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichentherapeut führt (und natürlich die psychotherapeutischen Arzt und Facharztbezeichnungen). Das bezieht sich aber nur auf die berufsrechtliche Anerkennung. Über die sozialrechtliche Anerkennung sagt dies nichts aus. Bei einem Psychotherapeuten ohne sozialrechtliche Anerkennung ist das genannte Kostenerstattungsverfahren möglich, sofern der Psychotherapeut eine Fachkunde in Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologische-fundierter und/oder Analystischer Psychotherapie verfügt und eines dieser Verfahren im Zuge der Kostenerstattung abrechnet.

@MSPriv

Neugierige Zwischenfrage eines Zaungastes:

Was veranlasst Dich zu der Aussage, dass es die "biografisch-systemische Verhaltenstherapie" nicht gibt?

Oder meinst Du damit, dass sie nicht anerkannt sei (von wem auch immer)?

Ist Herr Zarbock "persona non grata" ?

ich frage wirklich rein aus Neugierde; ich hab noch nie etwas von ihm gehört, bin lediglich etwas befremdet ob der Identitäts-Leugnung dieser (seiner?) Therapieform. :-)))

Für Dich sehe ich die Möglichkeit einer privaten Krankenzusatzversicherung. Je nach Tarif übernimmt diese dann auch den Heilpraktiker. Schau aber bitte genau in den Leistungskatalog hinsichtlich der Übernahme von Kosten (Anzahl an Stunden/Sitzungen pro Jahr, Abrechenbarkeit von Minuten pro Sitzung etc.).

Der Satz für Psychotherapeuten liegt bei den gesetzlichen Krankenkassen allerdings auch nur bei knapp über 80 €, bei den privaten knapp über 100 €.

Ich hoffe, Dir ist damit ein wenig geholfen.

Eine Feuerversicherung versichert kein brennendes Haus und eine private Krankenversicherung übernimmt nicht so ohne weiteres die Behandlungskosten, wenn der Leistungsfall bei Vertragsabschluss praktisch schon eingetreten ist. Die Kosten für die Zusatzversicherung übersteigen in solchen Fällen die der Behandlung deutlich.

@Djoser

Das kann so sein, muss aber nicht. Grade bei den ZUSATZversicherungen ist es leichter, den Versicherungsschutz zu akzeptablen Kosten zu erlangen.

Die Würdigung/Bewertung der Krankengeschichte des Patienten ist von PKV zu PKV unterschiedlich. Es ist definitiv einen Versuch wert, zumal wir beide nicht wissen, was alles in der Akte steht.

@HerzKasper67

den Versicherungsschutz zu akzeptablen Kosten zu erlangen.

... und daran wird es scheitern.

@Djoser

Wer aufgibt, ohne gekämpft zu haben, kann nie gewinnen.

@HerzKasper67

Wer aufgibt, ohne gekämpft zu haben,

Und wer seine Zeit damit vertrödelt, pausenlos aussichtslose Kämpfe zu kämpfen, dem bleibt keine Zeit mehr, die eventuell aussichtsreichen zu fechten und zu gewinnen.

Wenn sie die Therapie zahlt aber nicht beim Heilpraktiker sondern nur beim Arzt, dann musst du dir eben einen Arzt suchen, der die gewünschte Therapie anwendet.

Danke für Deine Meinung, dennoch werde ich mir keinen Arzt mehr suchen, der meint, für mich das Beste zu wollen. Das habe ich bereits hinter mir.- Freiwillig in die Klinik um dort unfreiwillig festgehalten zu werden- Nein Danke! Ich habe noch genug Verstand und eigenen Willen, um nicht in die Massenabfertigung zu wollen." Die Würde des Menschen ist unantastbar" Es ist mir unbegreiflich, warum ich nicht in diesem Land, die Freiheit habe, um selbst zu entscheiden, was mir gut tut; ich zahle doch brav meine Beiträge und will der armen Kasse doch nun gar nicht zu sehr auf der Tasche liegen. Und dabei befürwortet doch meine K-Kasse gerade Homöopathie. Ja,ja Gesetz ist Gesetz und Macht ist Macht.

@DSK2012

dennoch werde ich mir keinen Arzt mehr suchen, der meint, für mich das Beste zu wollen.

Das habe ich dir doch gar nicht empfohlen.

Freiwillig in die Klinik um dort unfreiwillig festgehalten zu werden- Nein Danke!

Das habe ich dir ebenfalls nicht empfohlen.

Ich habe noch genug Verstand und eigenen Willen, um nicht in die Massenabfertigung zu wollen.

Das habe ich dir ebenfalls nicht empfohlen.

" Die Würde des Menschen ist unantastbar" Es ist mir unbegreiflich, warum ich nicht in diesem Land, die Freiheit habe, um selbst zu entscheiden, was mir gut tut;

Die wurde dir hier doch von niemandem genommen .

ich zahle doch brav meine Beiträge und will der armen Kasse doch nun gar nicht zu sehr auf der Tasche liegen.

Du musst eben VORHER den Vertrag genau lesen, welche Beiträge du zu zahlen hast und welche Leistungen dir dafür zustehen.

Und dabei befürwortet doch meine K-Kasse gerade Homöopathie.

Schön und gut aber deswegen muss sie doch nicht automatisch auch alle anderen gewünschten Therapien bezahlen.

Ja,ja Gesetz ist Gesetz und Macht ist Macht

Das ist kein Gesetz sondern ein Vertrag, den du mit deiner Krankenkasse vereinbart hast.

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