Plötzlich behindert

5 Antworten

Hee!! hast du nicht zugehört: wenn die Ärzte sagen, dass die Chance sehr gering ist, dann haben sie zwei ganz tolle Sachen für dich gesagt: erstens: es ist nicht!!!! unmöglich, und zweitens gehen die mit schönster Regelmäßigkeit von irgendwelchen "Normalfaulpelzschluffies" aus, jemanden mit Ehrgeiz und sportlichem Durchhaltevermögen haben die schlichtweg nicht auf dem Plan. Zeig' es ihnen, dass sie sich in deinem Fall geirrt haben - trainieren/üben usw. und dann mal sehen wo du landest, es MUSS ja nicht für die Olympiaqualifikation in einer Laufdisziplin reichen... Kopf hoch, gute Besserung, viel Spaß in der Reha - und hau' rein, von nix kommt nix!

Sport gibt es auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Es gbit verschiedene Möglicheiten Fahrrad zu fahren (hängt von den Einschränkungen ab), Rollstuhlfahrer können schwimmen, können fechten, spielen Basketball und fahren Ski. Lediglich skaten kann ich mir schwer vorstellen. Also selbst wenn du im Rollstuhl bleiben solltest kannst du all das noch machen.

Aber jetzt mal ganz ehrlich, wenn du so ein Sportler bist, dann weißt du auch wie man trainiert und wie viel Arbeit das ist. Das ist ein Riesenvorteil für dich, denn Reha ist eigentlich nichts anderes. Du wirst noch einiges aus dir rausholen können. Gib nicht auf, weil irgendein Arzt gesagt hat es wird bei Einschränkungen beleiben. arbeite daran alles aus dir rauszuholen was irgendwie geht. Du schaffst das!

Da ICH aufgrund einer Halbseitenlähmung KEINE Chance habe, mich außerhalb der Wohnung mit dem Rolli vorwärts zu bewegen, benötige ich einen Rolli mit Elektroantrieb, was meiner angeborenen Bequemlichkeit SEHR entgegenkommt. Aktuell habe ich das Problem, dass ich mich auf den Apparat absolut NICHT verlassen kann: Im Display des Rollis wird mir eine "gefüllte" Batterie angezeigt, während ich aber schon auf dem Weg zu meinem nächsten Aldi oder Lidl (ca.150 Meter) die Meldung bekomme, dass der Strom gleich "alle" ist.

ICH (linksseitig gelähmt) kann zwar nicht mehr laufen und meine linke Hand ist "unbrauchbar", aber ich fühle mich NICHT "behindert" sondern "anders begabt": Ausser zum Duschen oder zum Putzen meiner Wohnung benötige ich keinerlei 'Hilfen oder Unterstützung: Beispielsweise bin ich mit diversen Hilfsmitteln in der Lage SO gut zu kochen, dass ich bei etwas fitteren Nachbarn gelegentlich Neid errege.

Hallo, ich bin's nochmal. Ich hatte vorher nicht mehr Zeit, deshalb hier mal ausführlich.

Ich sitze wie gesagt seit 2 Jahren im Rollstuhl, ebenfalls durch einen Autounfall (Inkompletter Querschnitt, habe aber Restgehvermögen und kann mich kurzzeitig mit Hilfe auf den Beinen halten).

Ich war damals nur vier Wochen im Krankenhaus und kam dann zur Frühreha, da war ich dann fünf Monate lang, musste das Schuljahr natürlich wiederholen.

Das Schlimmste ist in so einer Situation, dass dich deine Familie und Freunde bemitleiden. Dadurch ziehst du dich aber nur selber runter und ertrinkst im Selbstmitleid.

Ich hatte das "Glück", dass meine Tante einen Mann kennt, der wegen Kinderlähmung auch Rollstuhlfahrer ist. Das war besser als ich anfangs gedacht hatte, da mir der Bekannte Tipps geben konnte und mich quasi aus meinem "Schneckenhaus" rausgeholt hat. Ich bin mir zwar immer überfordert vorgekommen, sagte immer "Ich kann das nicht" und schaffte es letzten Endes doch.

In der Reha ist es auch wirklich so, dass da kein "Ich kann das nicht" geduldet wird. Du musst es zumindest versuchen und auch wenn du es nicht glaubst: Meistens kannst du es dann doch! Und alleine dieses Erfolgserlebnis macht dich (zumindest psychisch) stärker.

Während der Reha bekommst du vermutlich auch psychologische Unterstützung, die hat mir damals auch gut getan.

Meine Eltern haben damals immer dazu geneigt mich zu bemitleiden, ala "Lass mich das für dich machen". Besteh' aber darauf, dass du zumindest versuchen willst, es trotzdem zu tun.

Es wird im Endeffekt für euch alle beser sein, denn auch wenn deine Eltern sich erst um dich große Sorgen machen, sind sie beruhigter, wenn sie sehen, dass du doch sehr gut alleine zurecht kommst.

Ich komme z.B. sehr gut alleine klar, gehe auch auf eine normale Schule (nur eben Rollstuhlgerecht) und brauche nie Hilfe, außer es ist was im Schrank zu weit oben oder die Tür ist zu schwer.

Als Rollstuhlfahrer kann man übrigens auch Rolltreppen benutzen und kommt nach etwas Üben auch alleine Treppen rauf oder runter. Das ist zwar anstrengend und natürlich ist der Aufzug da die bessere Lösung, aber für den Notfall ...

Ich würde dir übrigens noch das Buch Gelähmt ist man nur im Kopf empfehlen. Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos könnte dich aber vielleicht auch interessieren.

Der richtige Rollstuhl ist aber auch das A und O!

Ich empfehle wie gesagt den Sopur Xenon oder auch den Helium (die Starrahmenvarriante zum Xenon). Er ist sehr leicht, man kann ihn falten, ist aber auch sehr stabil und ist angenehm zu fahren. In der Reha hatte ich einen Küschall, mit dem war ich nicht ganz so glücklich.

Es gibt für Rollis heutzutage auch viele Optionen. Rahmenfarbe, Fußbrett, Schiebegriffe, Bespannung, Sitzkissen, ...

Mein Ersatzrolli ist ein Sopur Easy 200 mit Höhenverstellbaren Griffen. Ich finde aber mittlerweile Abklappbare besser (habe Abklappbare am Xenon), da fremde Leute so nicht in Versuchung kommen zu "helfen" wenn du es nicht willst (den Knopf zum Hochklappen sieht man ja nicht ganz so schnell).

Wenn du in die Schule musst kannst du auch einen Rucksack umhängen, wenn die Schiebegriffe abgeklappt sind, es hält trotzdem. Für den Xenon gibt es nur durchgehende Fußbretter, ich würde auch wirklich nur durchgehende empfehlen, weil es einfach praktischer ist. Wenn du Restgehvermögen hast, nimm einfach ein Fußbrett, das man hochklappen oder wegschwenken kann.

Zu den Rahmenfarben: Trau dich!

Ich wollte anfangs einen schlichten silbernen oder weißen Rahmen. Langweilig! Mein Xenon hat einen violetten Rahmen und ich bin echt froh, dass ich letzten Endes einen Farbigen genommen habe; weiße oder silberne Rahmen werden auf die Dauer langweilig.

Speichenschoner hatte ich, habe ich jetzt allerdings nicht mehr. Sie sind zwar schön anzusehen, erhöhen aber das Rolligewicht.

Müsst ihr in eine rolligerechte Wohnung umziehen? Bei uns stand auch die Frage Umbau gegen Umzug; wir sind letzten Endes in ein Haus umgezogen, das schon fertig rollstuhlgerecht war. Da müssen sich deine Eltern einfach erkundigen, was vom finanziellen her besser ist.

Übrigens: Konzentrier' dich NIEMALS auf das, was du nicht mehr kannst!! Denke immer nur an das, was du noch kannst!"

Alles andere zieht nur runter.

Du kannst nicht mehr Fahrradfahren? Quatsch! Dafür gibt's Handbikes!

Du kannst nicht mehr ins Kino? Es gibt behindertengerechte Plätze!

Du kannst nicht mehr in den Freizeitpark? Oh doch, je nach Rumpfkontrolle kannst du sogar in die Achterbahn!

Du kannst nicht mehr verreisen? (siehe Freizeitpark, wir fahren im April sogar nach Disneyland)

Denk immer daran: Heutzutage ist das meiste so behindertengerecht, dass du genauso mobil sein kannst wie ein Fußgänger!!

Ich habe dir eine Freundschaftsanfrage geschickt, wenn du noch mehr Fragen hast, kannst du mir ruhig schreiben.

Hier noch ein interessanter Blog von einer Rollstuhlfahrerin:

http://jule-stinkesocke.blogspot.de/

Hier noch ein gutes Video zum Thema Treppen:

http://www.youtube.com/watch?v=eRgiz2a3Njs

Außerdem gibt es auch Sportarten für Rollstuhlfahrer: Rollitischtennis, Rollibasketball.

Bzw. in der Schule kannst du im Sport beim Basketball oder Tischtennis mitmachen, oder Schiedsrichter sein.

Das Leben im Rollstuhl kann einfacher sein, als Viele denken.

Ich will dieses Thema zwar nicht als "Friede Freude Eierkuchen" darstellen, aber vor allem als "Neuling" auf diesem Gebiet ist es wichtig, sich auf all die Möglichkeiten zu konzentrieren, die man trotz der schwierigen/neuen Situation noch hat. Alles Liebe!

@Yoonie

schau mal unter rollstuhltaekwondo und oder andreas sappl.

@Yoonie

Was für eine unglaublich gute und hilfreiche Antwort, Yoonie!

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