PKV nach Werkstudentenvertrag?

4 Antworten

Wenn du nicht zu Beginn deines Studiums deiner GKV mitgeteilt hast, dass du auf die Studentische Pflichtversicherung (KVDS) verzichtet hast, kannst du nicht mehr zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Dann darfst du bis zum Ende deines Studiums in der GKV bleiben.

Der Wechsel in die PKV hätte für dich vermutlich auch einen höheren Beitrag bedeutet. Ausnahme - Anspruch auf Beihilfe (Eltern sind Beamte).

Ok, danke. Eigentlich schade, da ich einen Facharzttermin brauche, aber alle nur Privatpatienten aufnehmen.

@Dokriseum

Bei einer PKV wären auch Gesundheitsfragen erforderlich gewesen und bei einem anstehenden Facharzttermin, wäre die Annahme einer PKV unter Umständen nicht möglich.

Aber es gibt auch Zusatzversicherungen zur GKV. Kannst es ja mal versuchen.

Hallo,

wenn die kostenlose Familienversicherung als Student endet (Grund egal!), kann man innerhalb von 14 Tagen eine andere gesetzliche Krankenkasse wählen. Wenn man das nicht macht, wird man Mitglied der bisherigen Krankenkasse. Der monatliche Beitrag inkl. Pflegeversicherung liegt bei 100 bis 110 Euro (unabhängig von der Höhe der Einnahmen).

Wenn man nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben möchte, kann man nach § 8 SGB V innerhalb von 3 Monaten schriftlich einen Antrag auf Befreiung von der GKV-Versicherungspflicht stellen. Diese Befreiung ist unwiderruflich! Die gesetzliche Krankenkasse benötigt einen Nachweis über das Bestehen einer privaten Krankenversicherung.

Die PKV prüft beim Antrag diese Punkte:

  • Gesundheitsfragen. Diese sind immer zu 100% korrekt zu beantworten (z.B. der Grund für den Facharztwechsel). Wer ein Gesundheitstagebuch mit allen Beschwerden und Brhandlungen geführt hat, ist im Vorteil. Bei falschen oder unvollständigen Antworten auf die Gesundheitsfragen, kann die Privatversicherung den Vertrag auch noch Jahre spärter beenden (die Versicherung prüft die Antworten auf die Gesundheitsfragen erst, wenn teure Rechnungen oder chronische Erkrankungen auftauchen): https://www.test.de/Versicherungsantrag-Mit-Gesundheitsfragen-optimal-umgehen-4648167-5272253/
  • Bonität: die Versicherung möchte relatibv sicher sein, das sdie Beitrge auch in den nöchsten Jahren pünktlich gezahlt werden. Bei Studententarif wird üblichweweise erwartet, das ein Elternteil den Vertrag unterschreibt. Nur dieser Elternteil ist dann Ansprechpartner für die Versicherung (z.B. Bankverbindung für die Erstattung). Auch bei bestimmten Diagnosen kann das sehr unangenehm werden (besonders bei familiären Differenzen).

Wenn man sich als Student von der GKV befreien lässt, ist ein späterer Wechsel in die GKV nur unter bestimmten Bedingungen möglich: Wenn man nach dem Studium eine Arbeitnehmertätigkeit mit mehr als 450 Euro monatlich und weniger als 62.550 Euro (2020) brutto innerhalb von 12 Monaten aufnimmt, wird man nach der derzeitigen Rechtslage in der GKV versichert (bei Gesetzesänderungen besteht aber kein Vertrauensschutz!). Wenn man nach Studienende arbeitslos ist (auch mit Bezug von Arbeitslosengeld II vom Jobcenter), sich selbständig macht oder eine Beamtentätigkeit aufnimmt, kann man nicht in die GKV wechseln. Bei (fast?) allen PKV-Tarifen für Studenten gibt es eine Altersgrenze, bis zu der der ermäßigte Studententarif gilt.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für eigene Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen. Wenn man sich als Student von der Versicherungspflicht befreien lässt, kann man später als Student nicht wieder in die kostenlose Familienversicherung (z.B. bei Wegfall des Studentenjobs oder bei Heirat) wechseln.

Bei den Leistungen der bestehenden Versicherung sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

  • Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)
  • Hilfsmittel: Katalog der GKV:

www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

  • Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe, z.B. bei Burnout, Prüfungsstress ...)
  • Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie)

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

  • Leistungen bei Schwangerschaft (auch die Pille): bei den Studententarifen gibt es hier oft nur sehr eingeschränkte Leistungen

Man kann PKV-Experten auch eine Testfrage stellen: "Kann man nach dem Studium als Arbeitsloser wieder in die GKV zurück?" Wenn die Antwort "ja" lautet, hat der "Experte" noch den sehr alten Stand. Seit vielen Jahren gilt folgende Regelung:

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden in vielen Tarifen nur schulmedizinisch anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

www.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch. Jeder Tarif der privaten Krankenversicherung (PKV) hat im Vertrag geregelt, wie lange der Studententarif gilt. Häufig gibt es Verweise auf den Kindergeldbezug oder den Beihilfeanspruch. Wenn 80% Beihilfeanspruch bestehen, gibt es bei Wegfall der Beihilfe etwa eine Verfünffachung (20% x 5 = 100%) des PKV-Beitrages.

Vielleicht interessant:

https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung_aid_52165.html

https://www.bundderversicherten.de/files/broschuere/pdf/de/200114-bdv-pkv-rz-ansicht-vs2.pdf

https://www.pkv-ombudsmann.de/schlichtungsstelle/taetigkeitsberichte/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Die Kosten einer Versicherung bestehen immer aus den gezahlten Beiträgen und den nicht versicherten Leistungen.

Die Entscheidung hat teilweise deutlich längere Auswirkungen, als man selber annimmt, und sollte daher sehr gründlich angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

in dem Moment, in dem du als Student versicherungspflichtig wirst, kannst du dich entscheiden, dich in der KVdS (Krankenversicherung der Studenten) oder privat zu versichern.

In der KVdS zahlst du ca. 100 € für die Kranken- und Pflegeversicherung.

Privat lohnt sich vor allem dann, wenn ein Elternteil Beamter ist und Beihilfeanspruch für dich hat (allerdings auch nur bis zum 25. Lebensjahr). Dazu musst du dich mit einem schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Diese Befreiung gilt dann für das gesamte Studium.

Als Werkstudent zahlst du unabhängig von der Krankenversicherung die Beiträge zur Rentenversicherung.

Endet deine Werkstudententätigkeit vor deinem 25. Lebensjahr, hast du wieder Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Als Werksstudent wirst du kaum so viel verdienen, dass du für die PKV in Betracht kommst.

Studenten können auswählen ob PKV oder GKV unabhängig vom Einkommen

Es gibt günstige Studententarife ab 95€.

Nicht immer ist der Verdienst maßgebend. Denke mal daran, dass ein Elternteil den Beamtenstatus hat.

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