natürliche beruhigungsmittel hilfe!

5 Antworten

Hallo Metalslime91,

Du könntest Dir hier den Test-Bericht über 21 verschiedene Beruhigungsmittel auf pflanztlicher Basis ansehen:

http://emedien.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=102965&bernr=06

Noch besser wäre es allerdings, mit einem Arzt (nicht Heilpraktiker) über Deinen Wunsch, ein solches Mittel einzunehmen, zu sprechen.

Warum? Heilpflanzen sind nicht nebenwirkungsfrei. Sie haben auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneien, die Du vielleicht auch sonst noch einnehmen musst. Allein aus diesem Grund sollte man auch Heilpflanzen nicht "hinter dem Rücken" seines Arztes einnehmen. Wie soll dieser in Zukunft ein sicheres Mittel bei Deinen Beschwerden verordnen, wenn er gar nicht weiß, welche chemischen Wirkstoffe Du Dir sonst noch reinziehst?

Pflanzliche Mittel werden sehr gerne mit Begriffen wie "sanft" oder "natürlich" oder "nebenwirkungsfrei". Aber das ist eben Werbung - und genau so richtig wie die Werbung, dass Dein Tag immer garantiert perfekt laufen wird, wenn Du nur die richtige Marmelade auf Deine Frühstückssemmel schmierst.

Generell solltest Du mit dem Arzt auch durchsprechen, ob die regelmäßige Einnahme eines Beruhigungsmittels empfehlenswert ist oder das Risiko einer seelischen Abhängigkeit birgt. Man sollte sich nicht unnötig abhängig von Tabletten machen, selbst wenn diese angeblich "sanft" und "nebenwirkungsfrei" sind.

Mit "Homöopathie" hat das Ganze dann gar nichts zu tun, denn Homöopathie ist kein naturpflanzliches Verfahren. Handelsübliche Homöopathika wie C12 oder C30 sind - egal, was auf der Packung steht - reiner Zucker und enthalten kein einziges Molekül des auf der Packung stehenden Wirkstoffes. Bei ihnen handelt es sich um reine Placebos. Verbreitete sogenannte "Komplexmittel" werden zwar von homöopathsichen Herstellern vertrieben und laufen deshlab unter dem Begriff "Homöopathie", sind aber keine Homöopathika im eigentlichen Sinn. Auch bei ihnen gilt: Sind die Wirkstoffe zu sehr verdünnt (ab etwa D6), so ist mit einer spezifischen (also über Placebo hinausgehenden) Wirkung nicht mehr zu rechnen; sind sie nicht stark verdünnt (z.B. D1 oder D2), dann kann es sehr wohl auch Nebenwirkungen geben.

Liebe Grüße

Ein heißes Bad kann einen ganz schnell beruhigen. Also ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wie jemand beim Baden ausflippen kann.

Baldrin, Hopfen, Passionsblume werden als pflanzliche Mittel zur Beruhigung eingesetzt. Fragt sich nur, was dich nicht zur Ruhe kommen läßt, wenn man daran etwas änderen könnte, wäre es bestimmt hilfreich. Sehr empfehlen kann ich Autogenes Training, Muskelemtspannung nach Jacobsen oder andere Entspannungsverfahren. Kurse gibts es zum Beispiel an der Volkshochschule. Es braucht Übung, bis sich erfolge einstellen, man ist jedoch dafür unabhängig von Medikamenten. Stressige Zeiten kommen immer wieder, die Mühe lohnt sich auf jeden Fall!

Du kannst dich in der Apotheke beraten lassen. Es gibt einige. Aber ein Arztbesuch wäre auch nicht schlecht. Alles Gute.

Hallo, für den Fall, dass dir irgendwo eine Bachblütenmischung empfohlen wird, möchte ich dir dazu etwas Informationen geben:

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/12/studie-untersucht-bachblueten-wirkung-bei-pruefungsangst-und-adhs.html

Hier wird ganz deutlich gezeigt, dass Bachblüten absolut keine nachweisbare positive Wirkung haben. Da kannst genauso gut irgendeinem anderen Talismann vertrauen oder irgendwelche Rituale aufführen, die dir früher bereits einmal "geholfen" haben. Es ist besser, einen kleinen Plüschhund in die Schultasche zu packen als sich anzugewöhnen, jedesmal irgendetwas einzuwerfen, wenn man Lampenfieber hat. Schließlich möchtest du später im Leben nicht ständig abhängig sein von irgendwelchen Zuckerkügelchen, die absolut nur den Placeboeffekt bedienen. Dann trink wirklich lieber abends eine Tasse Baldriantee. Im Gegensatz zu Bachblüten oder Globuli sind da ein paar pflanzliche Wirkstoffe. Ein warmer Tee tut immer gut.

Ein Auszug:

"Die Ergebnisse aller bisher durchgeführten Studien zur Wirksamkeit von Bachblüten stehen in starkem Widerspruch zu den zum Teil sehr weitreichenden Heilungsversprechungen, die in der “Bachblüten-Szene” mit der Einnahme dieser Tropfen verbunden werden. Allerdings braucht es für einen optimalen Placebo-Effekt auch überzeugte Anpreiserinnen.

Bachblüten profitieren aber nicht nur vom Placebo-Effekt, sondern genauso von der Tatsache, dass die allermeisten psychischen Beschwerden nach ein paar Minuten, Stunden oder Tagen durch die Eigenregulationen des Organismus auch ohne jede Therapie wieder besser werden. Wer bei jeder kleinen psychischen Unebenheit im Leben sogleich zu den Notfalltropfen aus dem Bachblüten-Sortiment greift – das ist in letzter Zeit oft zu beobachten – und dann jede Besserung sogleich den Bachblüten zuschreibt, missachtet meiner Ansicht nach die Eigenregulationsfähigkeiten der menschlichen Psyche."

Die Dinger nutzen gar nichts. Bereite dich gut vor, mehr wird nicht von dir verlangt. Gewöhn dir gar nicht erst an, ständig das Gefühl zu haben, irgendetwas schlucken zu müssen. Und lass dir nicht überteuerte Placebokügelchen aufschwatzen. Das einzig Gute an denen ist, dass sie "keine Nebenwirkungen" haben sollen und deshalb ja nicht schaden können... Natürlich können sie das. Weil du nämlich vielleicht hinterher denkst, sie hätten dir irgendetwas genützt. Und dann wirst du vielleicht nie die Erfahrung machen, dass du das sowieso kannst. Solltest du aber. Das wünsche ich dir.

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