Nachbarskind gestorben, wie damit umgehen?

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Das tut mir sehr leid - das Schrecklichste, was einem widerfahren kann...

Ich denke, im Moment kannst du wenig für deine Nachbarn tun - eher solltest du erstmal für dich selbst versuchen, zu begreifen, was da passiert ist.

Im ersten Moment ist das für die Eltern, Geschwistern und Angehörigen ein unglaublicher Schock - man ist nicht fähig, sich in irgendeiner Form zu äußern, man funktioniert und ist gefangen in einer Welt aus Watte, die nicht real zu sein scheint...

Man fühlt sich wie von der Außenwelt abgeschnitten und sucht auch nicht die Gemeinschaft mit anderen, weil man für sich die Trauer und den Schock nur in der schützenden Familie auszuhalten vermag...

Es gibt einige Phasen der Trauer, die man nacheinander aufarbeiten und durchleben muss...

Hier 2 Seiten, die dir vielleicht helfen können, zu verstehen:

www.trauer.de/trauer-und-trost/trauerhilfe2/verwaiste-eltern

trauerumflorian.blogspot.de bzw. Im Gedenken an Florian: Wenn Kinder vor den Eltern sterben

Bin leider des Verlinkens nicht mächtig, aber ich denke, du müsstest die Seiten auch so finden, wie ich sie aufgeschrieben hab...

Dort ist viel Hilfreiches zu finden, wie man Trauernden beistehen kann, über die Phasen der Trauer, Trauerarbeit und wie man als nicht unmittelbar Betroffener damit umgeht usw...

Ich würde eine Karte nehmen und mit kurzen, aber persönlichen Worten meine tiefe Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Dazu würde ich einen ausgewählten und passenden Trauerspruch oder ein Zitat schreiben (davon gibt es unendlich viele...) Schreib dazu, dass du da bist für sie und sie in Gedanken umarmst. 

Es gibt ein wunderbar-tröstliches Buch für verwaiste Eltern:

"Schmetterlingsflüstern - Botschaften einer Kinderseele! von Petra Franziska Killinger

Vielleicht magst du es kaufen, selbst lesen und nach einer kleinen Zeit an die Eltern weitergeben...

Schau vielleicht auch mal die Bücher von der wunderbaren Elisabeth Kübler-Ross über das Sterben an - ebenfalls sehr berührend und tröstlich... 

Manche Trauernden erstellen in einem Trauerportal eine Seite für ihr Kind/Enkel/Geschwister - dort kann man sich auch mit anderen verwaisten Eltern/Geschwistern/Großeltern austauschen...

Selbsthilfegruppen oder auch eine "professionelle" (klingt irgendwie unpassend sachlich in dieser Situation) Trauerbegleitung können die Trauerarbeit für viele - nicht für alle - Trauernden erleichtern, jeder Mensch trauert individuell und letztlich für sich alleine...

Ich wünsche deinen Nachbarn und der Familie von ganzem Herzen viel Kraft und Trost für die schwere Zeit, die vor ihnen liegt...

Mögen sie niemals das Licht am Ende des Tunnels aus den Augen verlieren und möge die Hoffnung nie verlöschen, dass ihr geliebtes Kind zwar aus der irdischen Welt gegangen ist, aber nicht aus der, die für immer war, ist und bleibt...

Auch dir wünsche ich Kraft und Trost - mögest du niemals dein Mitgefühl und deine Anteilnahme verlieren, alles Gute auch für dich...

Keine Seele geht verloren... Bernard Jacoby

Ich danke dir für den Stern...

Hallo MarcelAlthaus97,

es ist sehr traurig, was Deiner Nachbarin passiert ist! Der Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod gehört wohl mit zu dem Schlimmsten, das man im Laufe seines Lebens durchmachen muss! Ich habe das leider auch schon hinter mir, da ich vor wenigen Jahren mehrere meiner engsten Familienangehörigen verloren habe.

In so einer Situation hat man leicht das Gefühl, dass das Geschehene einfach nicht wahr sein kann. Man kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der Verstorbene nun nicht mehr da ist. Oder man fühlt sich innerlich leer und empfindungslos. Es kann auch sein, dass der anfängliche Schmerz so groß ist, dass man meint, es gar nicht aushalten zu können. Wahrscheinlich geht es Deiner Nachbarin im Moment ja genauso. Was aber könntest Du tun, um ihr beizustehen?

Du könntest ihm auf jeden Fall anbieten, sich bei Dir auszusprechen, sofern ihr überhaupt danach ist. Manche Trauernde suchen das Gespräch und möchten anderen gern ihr Herz ausschütten, andere wiederum verschließen sich zunächst und möchten gern mit sich allein sein. Sie brauchen erst einmal Zeit, um ihren inneren Schmerz verarbeiten zu können. Du kannst ihr jedoch signalisieren, dass Du zu einem späteren Zeitpunkt gern bereit bist, mit ihr zu sprechen.

Einem Trauernden hilft es auch, das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass man jederzeit für ihn da ist, auch wenn bereits längere Zeit verstrichen ist. Die Trauer ist zwar am Anfang am größten, doch erstreckt sie sich in der Regel über einen längeren Zeitraum. So kann es leicht passieren, dass zwar unmittelbar nach dem Tod viele ihre Hilfe anbieten, der Trauernde sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt verlassen fühlt, weil dann niemand mehr für ihn da ist. Es ist also wichtig, sich nicht nach einiger Zeit von ihm zurückzuziehen, da man denkt, er brauche einen nun nicht mehr. Daher wäre es gut, wenn Du von Zeit zu Zeit Dich immer mal wieder danach erkundigst, wie es ihm geht und ihm Deine Hilfe anbietest.

Am Anfang ist auch praktische Hilfe ganz wichtig. Der Trauernde befindet sich in einem Ausnahmezustand und es mag ihm schwerfallen, alle Angelegenheiten in Verbindung mit dem Tod des Angehörigen regeln. Biete ihr daher Deine Unterstützung an und frage sie, was Du ihr abnehmen könntest.

Viele Trauernde stellen sich die Frage, wo nun der Verstorbene wohl ist. Vielleicht im Himmel? Oder irgendwo sonst im Jenseits? Es könnte durchaus sein, dass Du mit solchen oder ähnlichen Fragen konfrontiert wirst. Was könntest Du darauf sagen?

Die Bibel lässt uns ins in der Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht im Ungewissen. Sie sagt: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Prediger 9:5). Das bedeutet, dass die Toten nicht irgendwo weiterleben. Sie befinden sich sozusagen im Todesschlaf, aus dem es jedoch nach der Bibel auch wieder ein "Erwachen" gibt. Wie ist das zu verstehen?

Nun, Gott ist dazu in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal gelebt hat, in allen Einzelheiten zu erinnern. So hat er sich vorgenommen, eines Tages die Gräber zu lehren, indem er die Toten wieder zum Leben bringt. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff "Auferstehung". Gott erschafft die Verstorbenen mit einem neuen Körper, der dem gleicht, den sie in ihrem früheren Leben hatten. Wenn also die Toten wiederkommen, dann ist es so, als ob sie gleichsam von einer langen Reise zurückgekehrt wären. Jesus Christus sprach klar und deutlich von der Auferstehung, als er sagte: "Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden" (Johannes 5:28,29). Wenn das geschehen ist, kann man all die lieben Verwandten und Freunde wieder in seine Arme schließen! Ist das für einen Trauernden nicht ein großer Trost? Ganz bestimmt!

Ich wünsche Dir viel Kraft dabei, Deiner Nachbarin in der Trauer beizustehen und ihr zu helfen, den schlimmen Schmerz über den Verlust ihres Kindes nach und nach zu überwinden!

LG Philipp

Ich kann mir vorstellen, dass die Eltern unter Schock stehen und von Gott und der restlichen Welt nichts wissen bzw. sehen wollen.

Ich - als Nachbarin - würde eine persönlich geschriebene Trauerkarte in den Briefkasten werfen und ansonsten die Familie in Ruhe lassen.

Sollten die Eltern die Beerdigung im engsten Familienkreis abhalten wollen, würde ich dies respektieren und dieser fernbleiben; ansonsten kannst dort Dein aufrichtiges Beileid zum Ausdruck bringen.

Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Falls Du
noch zur Schule gehst: Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Hallo, gehe ihnen nicht aus dem Weg. Wenn du sie triffst, sagst du es so wie es ist: du bist sprachlos- es tut dir unendlich leid - du weißt nicht was du sagen sollst.
Für trauernde ist es sehr schlimm, wenn Ihnen von allen Seiten aus dem Weg gegangen wird. Das spüren Sie und leiden auch darunter. Wenn sie von ihrem Kind sprechen und dabei weinen, ist es ok. Absolut kein Grund, sich schuldig zu fühlen.

Wenn eine Zeit vergangen ist, koche Kaffee und gehe mit Kuchen rüber oder lade Sie zu dir ein. Sie können den Kuchen essen, oder es lassen. Bleib bei Ihnen, lass sie erzählen und höre zu.
"Melde dich, wenn du reden willst"- auf dieses Angebot kommen Trauernde äußerst selten zurück. Also stehe vor der Tür, sei einfach da. Helfe ohne große Worte- haben sie noch andere Kinder um die du dich kümmern kannst?

Ich habe meinen Bruder als Kind verloren. Das schlimmste als Angehöriger ist: nie wieder über die verstorbene Person zu reden. Es ist dann so, als hätte dieses Person nie gelebt. Und ganz wichtig: schweigen muss man auch aushalten können. Alles Gute

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