Nachbarskind gestorben, wie damit umgehen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das tut mir sehr leid - das Schrecklichste, was einem widerfahren kann...

Ich denke, im Moment kannst du wenig für deine Nachbarn tun - eher solltest du erstmal für dich selbst versuchen, zu begreifen, was da passiert ist.

Im ersten Moment ist das für die Eltern, Geschwistern und Angehörigen ein unglaublicher Schock - man ist nicht fähig, sich in irgendeiner Form zu äußern, man funktioniert und ist gefangen in einer Welt aus Watte, die nicht real zu sein scheint...

Man fühlt sich wie von der Außenwelt abgeschnitten und sucht auch nicht die Gemeinschaft mit anderen, weil man für sich die Trauer und den Schock nur in der schützenden Familie auszuhalten vermag...

Es gibt einige Phasen der Trauer, die man nacheinander aufarbeiten und durchleben muss...

Hier 2 Seiten, die dir vielleicht helfen können, zu verstehen:

www.trauer.de/trauer-und-trost/trauerhilfe2/verwaiste-eltern

trauerumflorian.blogspot.de bzw. Im Gedenken an Florian: Wenn Kinder vor den Eltern sterben

Bin leider des Verlinkens nicht mächtig, aber ich denke, du müsstest die Seiten auch so finden, wie ich sie aufgeschrieben hab...

Dort ist viel Hilfreiches zu finden, wie man Trauernden beistehen kann, über die Phasen der Trauer, Trauerarbeit und wie man als nicht unmittelbar Betroffener damit umgeht usw...

Ich würde eine Karte nehmen und mit kurzen, aber persönlichen Worten meine tiefe Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Dazu würde ich einen ausgewählten und passenden Trauerspruch oder ein Zitat schreiben (davon gibt es unendlich viele...) Schreib dazu, dass du da bist für sie und sie in Gedanken umarmst. 

Es gibt ein wunderbar-tröstliches Buch für verwaiste Eltern:

"Schmetterlingsflüstern - Botschaften einer Kinderseele! von Petra Franziska Killinger

Vielleicht magst du es kaufen, selbst lesen und nach einer kleinen Zeit an die Eltern weitergeben...

Schau vielleicht auch mal die Bücher von der wunderbaren Elisabeth Kübler-Ross über das Sterben an - ebenfalls sehr berührend und tröstlich... 

Manche Trauernden erstellen in einem Trauerportal eine Seite für ihr Kind/Enkel/Geschwister - dort kann man sich auch mit anderen verwaisten Eltern/Geschwistern/Großeltern austauschen...

Selbsthilfegruppen oder auch eine "professionelle" (klingt irgendwie unpassend sachlich in dieser Situation) Trauerbegleitung können die Trauerarbeit für viele - nicht für alle - Trauernden erleichtern, jeder Mensch trauert individuell und letztlich für sich alleine...

Ich wünsche deinen Nachbarn und der Familie von ganzem Herzen viel Kraft und Trost für die schwere Zeit, die vor ihnen liegt...

Mögen sie niemals das Licht am Ende des Tunnels aus den Augen verlieren und möge die Hoffnung nie verlöschen, dass ihr geliebtes Kind zwar aus der irdischen Welt gegangen ist, aber nicht aus der, die für immer war, ist und bleibt...

Auch dir wünsche ich Kraft und Trost - mögest du niemals dein Mitgefühl und deine Anteilnahme verlieren, alles Gute auch für dich...

Keine Seele geht verloren... Bernard Jacoby

Ich danke dir für den Stern...

Hallo, gehe ihnen nicht aus dem Weg. Wenn du sie triffst, sagst du es so wie es ist: du bist sprachlos- es tut dir unendlich leid - du weißt nicht was du sagen sollst.
Für trauernde ist es sehr schlimm, wenn Ihnen von allen Seiten aus dem Weg gegangen wird. Das spüren Sie und leiden auch darunter. Wenn sie von ihrem Kind sprechen und dabei weinen, ist es ok. Absolut kein Grund, sich schuldig zu fühlen.

Wenn eine Zeit vergangen ist, koche Kaffee und gehe mit Kuchen rüber oder lade Sie zu dir ein. Sie können den Kuchen essen, oder es lassen. Bleib bei Ihnen, lass sie erzählen und höre zu.
"Melde dich, wenn du reden willst"- auf dieses Angebot kommen Trauernde äußerst selten zurück. Also stehe vor der Tür, sei einfach da. Helfe ohne große Worte- haben sie noch andere Kinder um die du dich kümmern kannst?

Ich habe meinen Bruder als Kind verloren. Das schlimmste als Angehöriger ist: nie wieder über die verstorbene Person zu reden. Es ist dann so, als hätte dieses Person nie gelebt. Und ganz wichtig: schweigen muss man auch aushalten können. Alles Gute

Ich kann mir vorstellen, dass die Eltern unter Schock stehen und von Gott und der restlichen Welt nichts wissen bzw. sehen wollen.

Ich - als Nachbarin - würde eine persönlich geschriebene Trauerkarte in den Briefkasten werfen und ansonsten die Familie in Ruhe lassen.

Sollten die Eltern die Beerdigung im engsten Familienkreis abhalten wollen, würde ich dies respektieren und dieser fernbleiben; ansonsten kannst dort Dein aufrichtiges Beileid zum Ausdruck bringen.

Im Moment wirst Du vermutlich wenig bis gar nichts für sie tun können. Die Eltern müssen selbst erst mal diese Situation realisieren. Das sollte für die Eltern eich Schockzustand sein, den sie erst einmal für sich selbst umsetzen müssen. Hier in dieser Anfangsphase sollte Hilfe schwierig sein.

Hallo,

das ist wirklich sehr traurig...

Eine Nachbarin von mir hatte ein Baby, das 1 Jahr alt war. Eines morgens war das Kind tot. Es war der sogenannte Plötzliche Kindstod.

Ich war wie alle in der Umgebung sehr betroffen und hilflos...

Ich schrieb ihr einen Brief, in dem ich ihr meine Gefühle, die auch Sprach- und Hilflosigkeit beinhalteten, zum Ausdruck brachte.

Es dauerte etwa ein halbes Jahr, dann kam sie auf mich zu und hat sich sehr herzlich bedankt.

Es ist lange her, doch seitdem sind wir ganz tolle Freunde.

Alles Gute...

Was möchtest Du wissen?