Muss man den Durchschlag der AU an die Krankenkasse schicken?

5 Antworten

die Krankmeldung muss innerhalb einer Woche bei der Krankenkasse vorliegen. ist auch so im SGB verankert.

bei verspäteter Vorlage wird im Fall einer Krankengeldzahlung (nach Ablauf der 6 Wochen Lohnfortzahlung) kein Krankengeld für den Verspätungszeitraum ausgezahlt. es gibt auch keine Nachzahlung wie manche meinen, wenn man die Krankmeldung dann nachreicht.

in der Praxis habe ich schon so viele Fälle gesehen, in denen die Krankmeldung nicht an die Krankenkasse geschickt wurde. in den schlimmsten Fällen, standen die Versicherten mitunter 3 Wochen ohne Geld da.

außerdem wissen viele nicht, dass der Arbeitgeber bei der Krankenkasse eine Überprüfung der bei ihm eingereichten Krankmeldungen beantragen kann. die Kasse prüft dann (ohne Bekanntgabe der Diagnose natürlich), ob die Krankmeldungen die selbe Ursache haben. wäre dies der Fall, müssen alle Krankmeldungen zusammengerechnet werden. und wenn man zusammengerechnet 42 Tage (6 Wochen)  wegen der selben Krankheitsursache krankgeschrieben war, dann wird die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber rückwirkend beendet.

mal ein Beispiel:

Krankmeldung vom

5.9.16 - 18.9.16 wegen Rückenschmerzen
10.10.16 - 21.10.16 wegen Rückenschmerzen
7.11.16 - 11.11.16 wegen Rückenschmerzen
28.11.16 - 11.12.16 wegen Rückenschmerzen
9.1.17 - 31.1.17 Bandscheibenvorfall

jedes Mal zahlt der Arbeitgeber Lohnfortzahlung

der Arbeitgeber stellt Antrag bei der Krankenkasse auf Überprüfung.

die Kasse kann zunächst keine Überprüfung machen, da keine Krankmeldungen vorliegen.

die Krankmeldungen werden beim Versicherten angefordert. dieser reicht die Krankmeldungen nun nach (ggf. noch später, weil er alle Durchschläge weggeworfen hat und sich erst noch die Kopien beim Arzt besorgen muss).

nun fängt die Kasse an zu prüfen und stellt fest, dass alle Krankmeldungen die selbe Ursache haben und anrechnungsfähig sind. der Arbeitnehmer war mehr als 42 Tage mit der selben Erkrankung arbeitsunfähig.

dies wird dem Arbeitgeber (ohne Angabe der Diagnose) entsprechend mitgeteilt.

der Arbeitgeber muss rückwirkend die Lohnfortzahlung vom Arbeitnehmer zurückfordern, da die Lohnfortzahlung entsprechend der Überprüfung bereits zu einem früheren Zeitpunkt endete.

normalerweise, wenn die Krankmeldungen pünktlich vorgelegen hätten, wäre das alles kein Problem, weil dann die Krankenkasse rückwirkend Krankengeld auszahlen würde. tut sie aber nicht, da die Krankmeldungen zu spät eingereicht wurden. Krankengeldanspruch besteht erst ab dem Tag, an dem die Krankmeldungen bei der Krankenkasse vorlagen.

in besagtem Fall stünde der Arbeitnehmer beim Chef mit Lohnrückzahlung in den Miesen und gleichzeitig gibt es für den verschwitzten Zeitraum auch kein Krankengeld von der Kasse. ohne finanzielle Rücklagen, kann das ziemlich in die Hose gehen.

also bitte auf jeden Fall bei der Kasse abgeben. tut ja nicht weh und steht ja nicht ohne Grund drauf.

Manche Ärzte schicken es direkt zur Krankenkasse. 

Sonst bekommst du eigentlich den für deinen Arbeitgeber, Krankenkasse und einen für dich.

Auf dem Durchschlag steht dann drauf das der für die Krankenkasse ist. Sowie bei dem für den Arbeitgeber drauf steht, dass er für den Arbeitgeber ist. 

Und wozu?

@DieKatzeMitHut

Damit die Krankenkasse bescheid weiß, dass du Krank bist und falls du arbeiten gehen solltest, nach 6 Wochen Krankheit dann Krankengeld beziehen kannst.

Und es hat ja auch versicherungstechnische Hintergründe

Ich habe noch niemals diesen Teil des Krankenscheines irgendwo abgegeben, ist nie was passiert, allerdings war ich auch nie längere Zeit krank. 

Dann hast Du Glück gehabt, denn sonst hätte das empfindliche finanzielle Einbußen für Dich haben können (Krankengeldanspruch).

Im Übrigen ist ein solches Verhalten absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar. Oder glaubst Du, dass es die Durchschrift für die Krankenkasse nur "so zum Spaß" gibt?!?! 

@Familiengerd

dafür gibt es eine einfache Lösung - nicht krank sein :D

@teeaz

Das kann man sich ja auch ganz einfach so aussuchen, nicht wahr? Erzähl das mal einem chronisch Kranken!

Selbst wenn das witzig gemeint sein sollte: Die Bemerkung ist zynisch!

Steht ja explizit drauf: Ausfertigung für die Krankenkasse. Was ist daran nicht zu verstehen?

Da hast du dir ja richtig Mühe mit der Antwort gegeben! Die Frage komplett zu lesen hast du aber nicht geschafft?

Was bringt es den Durchschlag wezuschicken? Was passiert, wenn man es nicht tut?

@DieKatzeMitHut

Ich habe die Frage komplett gelesen, keine Sorge. Aber für alle, die des Googelns nicht mächtig sind:

Es bringt dir nichts, ist halt Vorschrift. Wenn du es nicht wegschickst, passiert auch nichts - außer, du bist länger als 42 Tage krank. Dann gibts kein Krankengeld, weil die Nachweise zeitnah und lückenlos abgegeben werden müssen.

@Skibomor

Schätzelein, wenn du hier nur auf Google verweisen möchtest, dann spar dir doch die ganze Website ;)

@DieKatzeMitHut

Also immer noch nicht einverstanden mit meiner Antwort? Ich musste sie nicht googeln, aber dafür oft manches andere. Niemand ist allwissend.

@Skibomor

Prinzipiell nervt mich Herumgemotze auf eine Frage einfach einigermaßen.

@DieKatzeMitHut

Wer als Einzige die Antwort gibt, darf auch mal motzen. Sorry, ich wollte dich nicht nerven. Mich nervt eben, dass Leute hier Fragen stellen und oft ewig lange auf eine Antwort warten, wenn sie es in ein paar Sekunden auch gegoogelt hätten.

@Skibomor

Sorry, aber - nein. Nur weil du der erste bist, der antwortet, musst du noch lange nicht unfreundlich werden.

Und wenn dich solche Fragen so nerven, dann meide sie doch einfach. Wo ist das Problem. Ich habe dich nicht genötigt zu antworten.

@DieKatzeMitHut

Ich weiß, dass du hier oft unterwegs bist und viele gute Antworten gibst - und auch du hast schon auf Google verwiesen.

@Skibomor

@ Skibomor:

Mich nervt eben, dass Leute hier Fragen stellen und oft ewig lange auf eine Antwort warten, wenn sie es in ein paar Sekunden auch gegoogelt hätten.

Grundsätzlich kann man (fast) alles "googeln".

Deine Hinweise darauf müssten für Dich aber die Konsequenz haben, dass Du Dich aus dem Forum ganz ausklinkst, das dann sowieso mit dem Hinweis auf Google "eigentlich" geschlossen werden könnte.

Aber manche Dinge sind eben auch über Google & Co. nicht so ganz einfach zu beantworten.

Und schließlich ist ein Forum für solche Fragen da!!

Und das: "wenn sie es in ein paar Sekunden auch gegoogelt hätten" ist wohl sehr übertrieben!!

Hallo,

klar schicken, einwerfen.

Einige Praxen haben auch Freiumschläge und übernehmen dies für Patienten.

Aber wenn Du sie mitbekommen hast, bist Du dafür selbst verantwortlich.

Mfg
grssmaedle

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