MDK Untersuchung zwecks Kielbrust?

3 Antworten

Hallo FranzMeyer44,

bei uns hat der MDK ebenfalls mehrfach negativ entschieden. Wir wurden dann im Klageverfahren zu einem Gerichtsgutachter geschickt, der positiv für uns entschieden hat. Die IKK hat sogar dieses Gutachten gemängelt und der Gerichtsgutachter musste dann eine erneut eine Stellungnahme abgeben. Dies war ebenfalls positiv für uns und das Gericht entschied in der mündlichen Verhandlung zu unseren Gunsten. Aus der Urteilsbegründung:

Dies folgt zur Überzeugung des Gerichts aus den Darlegungen des Sachverständigen Dr. Lehnert in seinem Gutachten vom 30.7.2018 und seiner ergänzenden Stellungnahme vom 15.11.2018. Das Gutachten ist schlüssig und überzeugend begründet. Dem Sachverständigen lagen sämtliche Vorbefunde vor. Er war in besonderer Weise dazu in der Lage, den Krankheitsverlauf des Klägers bis zum Tag der Operation zu bewerten. Seine Auswertung ergab, dass es sich bei der Kielbrustentwicklung des Klägers um einen progredienten und irreversiblen Verlauf im Sinne einer äußerlich erkennbaren Missbildung gehandelt hat. Dabei widerspricht Dr. Lehnert überzeugend den Darlegungen des Sachverständigen des MDK in der ärztlichen Stellungnahme vom 27.10.2017, da damals möglicherweise besondere Dokumentations- oder Aufnahmetechniken nicht vorhanden gewesen seien. Die von der Uniklinik Mainz im Juni 2017 vorgelegten Bilder sowie die Thoraxbilder vom Februar 2018 belegten eindeutig einen operativ behandlungsbedürftigen Befund. Er nahm Bezug auf die ihm vorgelegten Fotos, die belegen, dass die Ausbildung der Brust bei dem schlaksigen Kläger auch beim flüchtigen Vorbeigehen von einem unvoreingenommenen Betrachter hätte wahrgenommen werden können. Er bestätigt darüber hinaus einen postoperativ guten Zustand. Zudem hat sich das Beschwerdebild des Klägers deutlich gebessert. Dies betrifft vor allem die offensichtlich nicht allergiebedingten Atembeschwerden sowie die Lokalbeschwerden unter Belastung.

Der von der Beklagten mithilfe des MDK gegen diese Darlegungen erhobenen Kritik an dem Gutachten ist Dr. Lehnert überzeugend entgegengetreten. Er hat in seiner ergänzenden Stellungname nochmals hervorgehoben, dass, anders als vom MDK zuvor bereits durch die Universitätsklinik Mainz zu Recht eine mit der Kielbrust einhergehende kardiopulmunale Einschränkung abgeklärt worden sei. Zudem sei den MDK-Stellungnahmen keine fachärztliche bzw. thoraxchirurgische Expertise zu entnehmen. Es sei schließlich nicht berücksichtigt worden, dass sich der Kielbrustbefund zwischenzeitlich verschlechtert habe. Aus der Sicht des Gerichts ist es nicht zu beanstanden, dass sich der Sachverständige, obwohl er den Kläger vor der Operation nicht gesehen hat, auf die von den behandelnden Ärzten erhobenen präoperativen Befunde stützt. Er hatte keine anderen Erkenntnisquellen zur Verfügung. Somit ist der Klage stattzugeben. Die Kostentscheidung folgt aus § 193 SGG.

Das kann man bei den "Brüdern" schlecht einschätzen, manchmal geht es beim 2. Mal durch, manchmal muss erst ein Gericht die KK ermahnen, tätig zu werden. Man weiss es nicht. Theoretisch sollten sie eher neutral sein, aber wer genau bezahlt sie denn?

Schade

Die Ärzte des MDK haben klare Richtlinien und werden neutral an die Sache rangehen. Die werden dich nicht eingeladen haben, um dir "Steine in den Weg zu legen".

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Guten Tag AlexChristo,

Bei dem  Gutachten des MDK, wo sie meine Kostenübernahme abgelehnt haben, wurde ganz dreist argumentiert um mich als psychisch Kranken darzustellen, deshalb habe ich halt die Befürchtung, dass der Doktor auch bei der persönlich Untersuchung nicht besser sein wird.

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