Macht vegane Ernährung Kinder krank?

5 Antworten

Warum es hier so große Vorbehalte gibt, gegenüber vegetarischer Ernährung bei Kindern?

Dazu einmal folgendes Zitat:

Um wie viele Kinder es in dem Streit geht, weiß niemand. „Wir wissen ja nicht mal, wie viele Kinder sich in Deutschland vegetarisch ernähren“,

sagte Mathilde Kersting, Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund. 

Dieses Zitat liegt aber auch schon einige Jahre zurück und unterstreicht vor allem wie groß die Vorbehalte, gegenüber vegetarischer Lebensweise doch waren. Jedoch gibt es mittlerweile auch schon genügend Studien, die ganz im Gegenteil ein Beweis dafür sind, dass die meisten dieser Vorbehalte ungerechtfertigt sind. Im Allgemeinen ist die vegetarische Ernährung sogar gesünder, wenn man dem gegenüberstellt, wie viele Kinder auch weiterhin durch tierische Nahrungsmittel erkranken.

Wenn ich mich richtig, erinnere spricht sich der offizielle Bund/Verein für Ernährung in Deutschland gegen eine vegane Ernährung für Säuglinge aus (leider finde ich nicht mehr den Verein, noch die Aussage - ich finde nur Anleitungen deutscher Ernährungsexperten für die vegane Ernährung). Die Begründung war hierfür, dass man nicht ausreichend B12 erhalte. Jedoch ist B12-Supplementierung Teil der veganen Ernährung, womit die Aussage sinnfrei ist.

Die British wie auch American Diet Association sind sich einig, dass der Veganismus für alle Lebensabschnitte (auch für Säuglinge) ausreichend ist.

"Strenge Auflagen" hat so nebenbei auch die Weltgesundheitsorganisation. Ich würde gerne wissen, wie viele Nicht-Veganer sich daran halten?:

A healthy diet contains:

  • Fruits, vegetables, legumes (e.g. lentils, beans), nuts and whole grains (e.g. unprocessed maize, millet, oats, wheat, brown rice).
  • At least 400 g (5 portions) of fruits and vegetables a day (2). Potatoes, sweet potatoes, cassava and other starchy roots are not classified as fruits or vegetables.
  • Less than 10% of total energy intake from free sugars (2, 5) which is equivalent to 50 g (or around 12 level teaspoons) for a person of healthy body weight consuming approximately 2000 calories per day, but ideally less than 5% of total energy intake for additional health benefits (5). Most free sugars are added to foods or drinks by the manufacturer, cook or consumer, and can also be found in sugars naturally present in honey, syrups, fruit juices and fruit juice concentrates.
  • Less than 30% of total energy intake from fats (1, 2, 3). Unsaturated fats (found in fish, avocado, nuts, sunflower, canola and olive oils) are preferable to saturated fats (found in fatty meat, butter, palm and coconut oil, cream, cheese, ghee and lard) and trans-fats of all kinds, including both industrially produced trans-fats (found in processed food, fast food, snack food, fried food, frozen pizza, pies, cookies, biscuits, wafers, margarines and spreads) and ruminant trans-fats (found in meat and dairy foods from ruminant animals, such as cows, sheep, goats, camels and others). It is suggested to reduce the intake of saturated fats to less than 10 % of total energy intake and trans-fats to less than 1% of total energy intake. In particular, industrially produced trans-fats are not part of a healthy diet and should be avoided.
  • Less than 5 g of salt (equivalent to approximately 1 teaspoon) per day (6) and use iodized salt.

Angemerkt sei, dass diese Anleitung im Handumdrehen vegan ist. Für jedes tierisches Produkt werden pflanzliche Alternativen gleichberechtigt aufgezählt.

Die Begründung der DGE warum sie keine vegane Ernährung empfiehlt ist weil sie der Allgemeinheit nicht zutraut sich das Wissen anzueignen wie eine ausgewogene vegane Ernährung aussieht und dieses auch umzusetzen.

@BerwinEnzemann

Mit der gleichen Begründung könnten sie Menschen davon abraten, überhaupt zu essen.

Ob man seine Kinder mangelernährt oder nicht hat nichts mit vegan zu tun. Über 99% aller Eltern die ihre Kinder mangelernähren ernähren diese nicht vegan. Es gibt auch keine "zahlreichen Studien" wie in der Frage behauptet wird sondern ein paar exotische Einzelfälle die regelmäßig instrumentalisiert werden.

Eine ausgewogene vegane Ernährung ist für jedes Lebensalter geeignet. Wer sich ernsthaft für das Thema interessiert und nicht nur reißerische tendenziöse Boulevardartikel nachplappern möchte kann das zum Beispiel in diesem Buch von Prof. Dr. Markus Keller:

https://www.ulmer.de/usd-5121881/vegane-ernaehrung-schwangerschaft-stillzeit-und-beikost-.html

"....unter strengen Auflagen möglich die gesundheitlichen Risiken zu minimieren." sagt ja wohl alles. Zu deutsch, wenn du es perfekt machst ist es nicht so schlimm, immernoch schlimm, aber es geht schlimmer. Und sein wir mal realistisch, perfekt und ernähren passt sehr schlecht zueinander, alleine schon weil nicht jeder genau die gleichen Mengen an Nährstoffen braucht und zu auch nimmt. Und Kinder haben auch ganz andere Ansprüche an die Ernährung als Erwachsene. Vor allem aber weil es immer noch kennen sicheren Konsens gibt wie die perfekte Ernährung überhaupt aussieht (vegan jedenfalls nicht).

Wenn man vegan leben will soll man das tun, aber in dieser einen Sache soll man bitte nicht über den Tellerrand schauen und die eigenen Essgewohnheiten anderen aufdrängen. Das gilt für andere Erwachsene, aber in noch deutlich stärkerem Maße für Kinder und auch Tiere, also die die es weder verstehen, noch sich wehren können.

Kindern Tierprodukte aufzwingen und einreden es sei notwendig (was objektiv falsch ist) ist also nicht "die eigenen Essgewohnheiten aufdrängen"? Ein Schelm wer hier Doppelmoral sieht.

@BerwinEnzemann

Du machst es dir etwas einfach, findest du nicht?

Mit Tierprodukten werden Menschenkinder seit Millionen (!) von Jahren groß gezogen. Dagegen gibt es viele Studien (und Gerichtsprozesse) die zeigen, dass komplett vegan eben ein erhebliches Risiko birgt.

Außerdem sagte ich nichts von aufzwingen, wenn ein Kind etwas partout nicht will ist das auch ok. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass ein kleines Kind von sich aus, ohne Gehirnwäsche der Eltern, ALLE Lebensmittel die die vegane Lebensweise verbietet ablehnen würde. Gerade Honig...

@Ansotica

Es gibt nicht "viele Studien" sondern nur Einzelfälle die reißerisch in manchen Medien breitgetreten werden. Oder kannst du nur eine diese Studien zitieren? Natürlich nicht, weil es sie nicht gibt. In über 99% der Fälle in denen Eltern ihre Kinder mangelernähren wurden die Kinder nicht vegan ernährt. Seine Kinder mangelzuernähren hat nichts mit vegan oder nicht vegan zu tun.

Ein Kind isst das was man ihm beibringt zu essen esseidenn es stellt sich stur weil es ihm nicht schmeckt und kann noch gar nicht selbst darüber reflektieren was dahinter steckt. Wenn man einem Kind ein Kaninchen in den Laufstall legt wird es jedoch kaum versuchen das Kaninchen zu essen und mit dem Apfel zu spielen. Wohl eher umgekehrt.

Zu früheren Zeiten waren Nahrungsmittel noch knapp und man war darauf angewiesen seinen Kindern zu geben was verfügar war. Dieses Problem haben wir ja heute nicht mehr. Im Gegenteil ist die Nutztierhaltung einer der Hauptfaktoren von Treibhausgasemissionen und übermäßigem Ressourcenverbrauch.

@BerwinEnzemann

Witzig, ich habe mit einer einzigen google scholar Suche mehrere Paper gefunden die sich dem widmen.

Genereller Konsens, vagane Ernährung ist möglich, wenn sehr vorsichtig auf die Ernährung geachtet wird und das medizinisch überprüft wird. Man muss sich aber künstliche Zusätze hinzufügen (liegen Tabletten auch bei euch im Kaninchenstall?).

ABER diese Kinder sind generell leichter und kleiner als ihre Altersgenossen, zu deutsch, Mangelernährung. Die meisten Kinder in der Studie die ich gerade überflogen habe hatten zu niedrige Werte bei verschiedenen Spurenelementen obwohl die Mütter für die Studie gut auf die Ernährung geachtet haben.

Wenn man also jeden einzelnen Tag vorsichtig darauf achtet, dass richtig gegessen wird und das Kind brav seine chemischen Tabletten isst, kann man ein Kind damit großziehen (im Sinne von es lebt) aber es trägt Folgen (Größe) davon.

Sowas willst du jetzt nicht im Ernst als gesund und richtig verkaufen oder?

@Ansotica

Wo ist denn nun denn nun auch nur eine dieser Studien? Wenn es sie wirklich gibt müsstest du mir doch problemlos den Link bei PubMed schicken können.

Eine ausgewogene vegane Ernährung ist überhaupt nicht kompliziert, auch nicht für Kinder. Das mit der Größe ist auch gelogen. Ich weiß auf welche Studie du anspielst. Hier ein Interview mit dem Leiter Herrn Prof. Dr. Keller in dem er erklärt wie eine einzelne Reporterin die Daten der Studie falsch dargestellt hat und anschließend alle abgeschrieben haben. Ein Exempel über den Umgang mit dem Thema in den Medien:

https://www.youtube.com/watch?v=EN4SjFya1NU

@Ansotica

Einmal aus Erfahrung: nicht eins meiner Kinder war je zu leicht oder zu klein. Selbst meine zwei frühgeborenen haben sich innerhalb kürzester Zeit prächtig entwickelt. Ich und meine Kinder ernähren uns ausschließlich vegan.

In meiner direkten Nachbarschaft gibt es eine Familie, deren Kinder deiner Beschreibung entsprechen: zu klein, zu dünn, schlecht entwickelt und allgemein oft krank- überzeugte Fleischesser. Problem dieser Familie: schlechte Gene und Ernährung fast ohne Gemüse, dafür mit viel Zucker.

Natürlich ist das nicht repräsentativ und nur eine persönliche Erfahrung.

Ich würde darauf achten besonders bei Kindern, das sie alles aus der Nahrung bekommen was sie brauchen. Klar ist es für manche unschön zu sehen das Tiere wegen uns sterben müssen. Aber nicht alle Eier sind befruchtet. Oder wenn zb. Hühner ein schönes und artgerechtes Leben haben ist es immerhin besser als Massenhaltung. Abgesehen davon muss man mal überlegen was man dann nicht essen darf. Zum Beispiel : Müsli, Kuchen, Frühstückseier, Pfannkuchen, und und und... Daher ist es für Kinder einfach gesünder und ggf leckerer. Kinder brauchen bestimmte Nährstoffen damit sie gesund bleiben.

Aber jeder muss selbst wissen wie man sich ernähren will.

Ich bin Veganerin und esse genau das selbe wie du, ich esse Jogurt, Müsli, Pizza und und und. Vegan heißt nicht einschränken.

@Derpy001

Vegan heißt keine tierischen Produkte das heißt: Kein Fisch, Fleisch, Milchprodukze, Eier und so weiter

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