Was kann ich gegen das Luftfeuchtigkeitsproblem im Souterrain Bad tun?

5 Antworten

Könnt ihr einen Ventilator in oder neben dem Fenster einbauen?

Schränke nur mit Abstand zu den Wänden aufhängen oder hinstellen, bei Altbauten sollte man das bei Außenwänden sogar außerhalb des Bades so machen. Dazu schraubst du einfach paar Holzklötze (ca. 5cm breit) aus Hartholz (damit die nciht gleich auch schimmeln, lackieren kann auch nicht schaden) hinten an die Schränke oder Möbel. Dann haben die Abstand zur Wand und die Luft kann dahinter zirkulieren.

Wenn ihr die Feuchtigkeit gar nicht reduzieren könnt solltet ihr aber auf Schränke ganz verzichten und nur offene Regale einbauen, vor Allem wenn ihr vorhabt da teilweise feuchte Sachen reinzustellen.

Neben dem Fenster einen Ventilator einbauen geht leider nicht, da ich im Souterrain nur einen Schacht vor dem Fenster habe (daher wohl auch keine Zirkulation). In das Fenster einbauen müsste ich mich mal informieren.

Spiegelschrank von der müsste ich mal schauen wie ich den weiter von der Wand bekomme. Da die ja ebenfalls "oben" aufgehangen werden müsste ich die Hängekonstruktion ändern.

das ist einfach bauart-bedingt: nur wenn unterkellerte gebäude erstklassig und 100% lückenlos gegen grundwasser von außen und unten abgedichtet sind, hast du in diesen räumen normale luftfeuchtigkeit. früher hat man einfach bitumen von außen aufgetragen, der aber altert und porös werden kann.

für mieträume kann das ein relevanter mangel sein, wenn du von einem experten die feuchtigkeit der (außen)wände messen lässt. beheben lässt sich nur mit erheblichem aufwand, z.b. versiegelung des mauerwerks mit speziellen flüssigkeiten, die injiziert werden, aufbringen einer schutzschicht von außen usw.

Die Wohnung ist Eigentum, daher muss ich mich selbst kümmern. Baujahr ist 2000. Da hätte ich eigentlich schon eine gute Abdichtung erwartet.

@onlineesel

gepfuscht wurde und wird am bau immer noch, und gerade wenn man es nach der fertigstellung nicht mehr sehen kann. wenn der kauf noch nicht allzu lange zurückliegt, und ein sachverständiger stellt baumängel fest, hast du einen gesetzlichen gewährleistungsanspruch

Um das Problem zu verstehen, möchte ich dir erst mal was Grundsätzliches zur Luftfeuchtigkeit erklären. Denn normalerweise sagt man immer, im Sommer viel zu lüften zum Austausch der Luft (ich meine nicht das Duschen, sondern allgemein). Aber bei Souterrain und Kellerwohnungen gilt das nicht, da diese immer kühler sind und kühlere Wände haben. Hier sollte man nur früh morgens und abends lüften.

Wieviel die Luft an gasförmiger Feuchtigkeit absolut aufnehmen kann hängt von der Temperatur ab. Bei 25° beispielsweise sind es ca. 23 g/m3, und bei 17° sind es ca. 14,5 g/m3. Das würde einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100% entsprechen.

Hast du also beispielsweise draußen aktuell bei 25° eine rel. Luftfeuchte von 50%, dann ist das nur allein deswegen, weil diese Luft von draußen rein kommt in der Wohnung bei 17° plötzlich 80% rel. Luftfeuchte. Bemerke, die Luft ist die gleiche, es hat sich nur die Temperatur geändert.

Die Wände selber sind aufgrund der Abkühlung durch das Erdreich noch kühler als die Raumluft. Dort ist es also noch kritischer, dass es an die 100% Luftfeuchte heran geht, was die Luft an Feuchtigkeit speichern kann. Die Feuchtigkeit kondensiert und es bildet sich Schimmel.

Wenn du also tagsüber bei warmen Temperaturen nicht lüftest, dann ist auch eher noch Reserve vorhanden, was die Luft beim Kochen oder Duschen an Feuchtigkeit aufnehmen kann. Das ist es, was ich versuchen wollte zu erklären.

Ich verstehe deine Idee mit dem Heizlüfter. Aber es bleibt das Problem, dass die Wände entsprechend kühl sind und es dann dort trotzdem zur Kondensation kommt. Das hilft also nichts. Wenn der Dampf vom Duschen schlecht abzieht, dann mit Ventilatoren arbeiten. Wo die hin zu stellen wären, kann ich natürlich nicht sagen, kommt auf die Wohnung an. Aber schon allein das Zirkulieren der Luft hilft, dass sich die feuchte Luft sich nicht an den kalten Wänden sammelt.

Danke für deine Rückmeldung.

Ich sollte also nur morgens und abends lüften da zu diesen Zeitpunkten draußen die Temperaturen niedriger sind und damit auch die Luftfeuchtigkeit relativ gesehen niedriger ist.

Statt einem Heizlüfter würde es auch ein Ventilator oder Luftumwälzer tun, der die Luft von der Quelle (Dusche) Richtung Fenster pustet und damit für einen Austausch sorgen würde. Ist das soweit korrekt?

Ein erwärmen der Luft durch einen Heizlüfter würde mir nicht so viel bringen, da die Wände trotzdem kalt bleiben und sich damit dennoch Feuchtigkeit absetzt?

@onlineesel

Ja, das hast du alles richtig verstanden, was ich dir erklären wollte.

Die Wände sind kalt in einer Keller- Souterrainwohnung. Dies ist der kritische Punkt, weniger die Raumluft selber. Aus diesem Grund soll man auch immer etwas Abstand zwischen Möbel und Wand lassen, dass sich dort keine Luft stauen, sondern zirkulieren kann.

Falls du es noch etwas genauer beobachten willst, dann kauf dir zwei Dinge. Einmal einen Hygrometer, der auch den "Taupunkt" anzeigt. Und ein Infrarot- Thermometer. Der Taupunkt zeigt dir die Temperatur, bei der die aktuelle Feuchtigkeitsmenge in der Luft eine rel. Luftfeuchtigkeit von 100% entsprechen würde, mit anderen Worten, kondensieren würde. Dann misst du die Tempratur direkt an der Wand mit dem Infrarot Thermometer. Wenn diese an den Taupunkt heran kommt wird es kritisch. Es gibt auch solche Thermometer mit eingebautem Hygrometer. Das bedeutet, das Gerät zeigt dir sogar mit Farben eine Warnung, wenn es kritisch wird.

30-45 Minuten lüften ist viel zu lang. Dadurch kühlen die Wände aus und sind dadurch noch anfälliger für Kondenswasserbildung. Für ein Bad reichen normalerweise 5 Minuten, um die Luft per Stoßlüftung komplett auszutauschen. Danach wieder heizen, dass sich die neue Luft erwärmen und wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann. Später dann nochmal lüften und wieder heizen. Besser mehrmals kurz lüften als einmal lang, das bringt wesentlich mehr. Dass die Fenster dazu komplett geöffnet werden, nicht nur auf Kipp, versteht sich von selbst.

Wenn in der Wohnung eine dauerhafte Luftfeuchte von bis zu 65% herrscht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in anderen Räumen Schimmel bildet. Daher wäre es sinnvoll, das Nutzungsverhalten zu ändern. Im Internet gibt es viele hilfreiche Tipps, wie man richtig und gezielt lüftet und heizt.

Versucht mal nach dem Duschen das Fenster und die Badtür zu öffnen, damit die luft besser durchzieht. Wenn das nicht hilft weiss ich auch nicht weiter.

Mit der Badtür könnte ich mal probieren aber ich mache mir nicht so viel Hoffnung. Die Feuchtigkeit zieht ja dann quasi in den Kellerflur und von dort käme ja auch keine Luft die Durchzug erzeugt.

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