Kunststofffüllungen..unterschiedliche Preise?!?

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Also: "dentinadhäsive Mehrschichtrekonstruktion" bedeutet, daß die Füllung im Zahn durch mehrere Portionen erfolgt, die einzeln in die vorbereitete Kavität (das "Loch") eingebracht und auch einzeln gehärtet werden, um Risse in der Klebefuge und somit neue Karies zu verhindern. Die würden zwangsläufig entstehen, wenn man nur eine Portion Füllungswerkstoff in die Kavität stopfen würde, weil das Material beim härten nämlich schrumpft.

Weil das ganze (mit Trockenlegen, Ätzen und abspülen usw.) deutlich mehr Arbeit ist, als mal eben eine Portion Amalgam oder Zement ins Loch zu drücken, berechnen eigentlich fast alle Zahnärzte diesen Mehraufwand ihren Patienten. Eine Ausnahme bilden hierbei Frontzahnfüllungen und Patienten mit Nierenleiden, nachgewiesener Allergie gegen Amalgam (also nur mit Attest vom Hautarzt - Bauchgefühl oder aber Abneigung gegen silberfarbige Füllungen beim Blick in den Spiegel zählt nicht!) sowie Schwangere - hier zahlt die Krankenkasse auch die Kunststofffüllung.

Weil 1987, als die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zuletzt verändert wurde, keine Position für die Kunststoffüllung existierte, rechnen wohl die meisten Zahnärzte diese Füllungen über die sogenannten "Inlaypositionen" (GOZ 215 - 217) ab. Dabei ist eine einflächige Füllung meist billiger als eine mit mehreren Flächen. Das ist meiner Meinung nach fair und übrigens auch rechtens - siehe Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH, 23.01.2003 Az. III ZR 161/02). http://www.rechtstipps.net/pub/362/kuerzung-zahnarztrechnung.html

Die Preise bestimmt der Zahnarzt dabei nach den wirtschaftlichen Kriterien der Praxis (jeder Behandler hat schließlich andere Betriebskosten und seine eigene Meinung über den Wert seiner Arbeit), aber auch z.B. nach der Konkurrenzsituation.

Letzten Endes ist die Kunststofffüllung eine vereinbarte Leistung zwischen Zahnarzt und Patient, die über die Behandlung nach Sozialgesetzbuch und Krankenkassenrichtlinien (Anforderung: zweckmäßig, ausreichend und wirtschaftlich) deutlich hinaus geht. Hier gilt der alte Spruch: "Wer D-Zug fahren will, muß Zuschlag zahlen.". Denn schließlich wird niemand gezwungen, sich funktionierende Amalgamfüllungen heraus bohren zu lassen.

Was die Preise angeht, kommt es wie gesagt auf die Größe der Füllungen an. Ich kenne Kollegen, die eine einflächige Füllung für 15 Euro legen. Aber auch andere, die an die 100 dafür nehmen.

Im Zweifelsfall kann man die Zahnärztin ja mal nach kostenfreien Alternativen fragen. Oder nach "Mengenrabatt" (machen tatsächlich einige). Oder sich noch mal erklären lassen, wieviele von den Füllungen sofort gemacht werden müssen.

Grüße,

xenodent

Ich habe für meine nichts bezahlt. Es gibt auch Kunststofffüllungen, die die Krankenkasse bezahlt. Sprich doch die Zahnärztin mal darauf an. Die wollen einem immer erzählen, dass der, der nicht bezahlt wird, etwas länger hält.

danke, das werd ich auf alle fälle tun. ich will ja nich ihre Praxis kaufen :-)

@flowerly77

Ansonsten könntest Du auch noch bei einem anderen Zahnarzt fragen, wie die das handhaben. Du hast ja die freie Wahl.

Im Frontzahnbereich sind die Kunststofffüllung auch kostenlos..bzw.da übernimmt die KK die Kosten ganz.

@kiramarie

Auch im Seitenzahnbereich. Ich wurde vom Zahnarzt gefragt ob ich die möchte, die die Krankenkasse bezahlt oder jene, die etwas länger halten, die aber für mich dann nicht mehr kostenfrei sind.

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