Krankenkassenbeitrag trotz Elternzeit bezahlen?

5 Antworten

Die Forderung der KK ist der Sache nach korrekt, kann aber der Höhe nach evtl. reduziert werden.

Der Fehler liegt darin, dass der Ehemann zwar zurecht die Möglichkeit hatte, die Elternzeit aufzusplitten. Nur- diese Option setzt logischerweise voraus, dass das Arbeitsverhältnis mit dem AG, bei dem die Elternzeit begonnen wurde, auch bis zum Abschluss der Elternzeit fortgesetzt wird. Der Kündigungsschutz der Elternzeit greift nur gegenüber dem AG, demzufolge also arbeitgeberseitig das Beschäftigungsverhältnis nicht durch Kündigung beendet werden kann. Hingegen kann natürlich der AN sehr wohl seinerseits kündigen, aber damit endet dann auch die Elternzeit - denn die setzt ja ein Beschäftigungsverhältnis voraus.

Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses endete also die Elternzeit, dadurch auch die kostenlose Fortführung der Krankenversicherung. Somit hat die KK zurecht den Ehemann als freiwillig gesetzlich Versicherten weitergeführt (§ 188 Abs. 4 SGB V). Damit wurde der Ehemann auch zum Beitragsschuldner, und hat der KK unverzüglich die Höhe seiner Einkünfte anzuzeigen, damit eine korrekte Einstufung für die Berechnung der Beiträge erfolgen kann. Denn andernfalls muss die KK den Höchstsatz zugrunde legen.

Versicherung in der Elternzeit ist abhängig davon, wie man unmittelbar vorher versichert war.

Wurde ein Job gekündigt, ohne dass binnen 1 Monats eine neue Stelle aufgenommen wurde oder es einen Leistungsbezug nach SGB II oder III gab, so wäre man i.d.T. freiwilliges Mitglied der Kasse geworden und dies auch während der Elternzeit gewesen.

Als freiwilliges Mitglied ist man i.d.R. auch Beitragsschuldner.

Wenn ich Googel frage sagt man mir dass immer der Versicherungsstatus vor der Geburt maßgeblich ist für die gesamte Elternzeit. Und dort war mein Mann ganz normal versichert wie gesagt..

Ohne die § Rechtsgrundlagen wird es schwierig. Im Bescheid (was es einer?) muss die Rechtsgrundlage drin stehen und eine Rechtshelfsbelehrung.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

wenn man ganz genau ist, dann hat dein Mann gar keine offizielle Elternzeit mehr, sondern lediglich nur eine Erziehungszeit.

denn Anspruch auf Elternzeit haben nur Arbeitnehmer, die in einem, durch die Elternzeit ruhenden Beschäftigungsverhältnis stehen. damit hat er auch keinen Anspruch auf die beitrsgsfreie Weiterversicherung.

wenn du selbst versichert bist dann kann er bei dir kostenfrei mitversichert werden. wenn du allerdings über ihn versichert bist, dann muss er die Beiträge an die Aok zahlen. das ist alles korrekt.

Wenn du keinen Anspruch auf ALG hast zahlst du die Krankenversicherung selber. Das ändern sich erst wieder wenn das ein andere Übernimmt, also Anstellung.

Hast du denn gearbeitet, dann wäre er über dich versichert. Im nachhinein wird es schwer werden da was zu machen

Wenn ich Googel frage sagt man mir dass immer der Versicherungsstatus vor der Geburt maßgeblich ist für die gesamte Elternzeit. Und dort war mein Mann ganz normal versichert wie gesagt..
Die 14 Monate kann man ja nach Belieben aufteilen

Dann könntest du hundert Jahre Leistungen bekommen ohne je wieder zu zahlen. Ich denke mal die Regelung gubts nicht wirklich

Bei eigener Kündigung hat man doch mal zunächst eine Sperrfrist. Hat er nicht übergangslos den AG gewechselt, war er nicht in Elternzeit, sondern arbeitslos.

Elternzeit gibt es nur für ein Arbeitsverhältnis.

Ansonsten kann sich der Versicherungsstatus der Elternzeit ja nur auf ein gleichbleibendes Arbeitsverhältnis beziehen, für welches die KV für die Elternzeit beitragsfrei gestellt wird.

Hinzu kommt dann noch der Versicherungsstatus des Kindes: über wen ist das Kind versichert. Ist es beim Mann mitversichert, kommt hier noch was dazu.

Das Kind und auch ich sind alle bei meinem Mann familienversichert..

@Julia97436

da ich mir nicht vorstellen kann, dass ein AG jemand einstellt, der direkt in Elternzeit geht: Dann war die Eigenkündigung auch ein Eigentor, außer er konnte gegenüber dem Jobcenter mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass die Kündigung gesundheitlich für ihn die einzige Alternative war.

Falls er noch in der Sperrfrist ist oder noch arbeitslos ist, solltest du dich umgehend arbeitssuchend melden. Ansonsten seid ihr weiterhin freiwillig gesetzlich versichert mit 3 Personen!

Ich schätze die Forderung der KV ist gerechtfertigt.

@kabbes69
Ansonsten seid ihr weiterhin freiwillig gesetzlich versichert mit 3 Personen!

Nein.

Familienversicherung hat Vorrang vor freiwilliger Mitgliedschaft. Freiwillig versichern muss sich nur er oder sie. Der andere Partner (ohne Einkommen > 435,- € im Monat) und das Kind haben einen Anspruch auf Familienversicherung, abgeleitet vom freiwilligen Mitglied. Dies muss die Kasse auch rückwirkend durchführen.

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