Komme ich schneller an einen Termin beim Psychologen mit Überweisung vom Hausarzt?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn du die Zeit bis zur teilstationären Therapie überbrücken willst, kannst du auch eine Online Therapie versuchen. Viele Therapeuten arbeiten mit Skype oder Chat. Und da die ganze Sache wissenschaftlich zwar gut bestätigt ist, aber eben noch nicht sehr bekannt, haben die Therapeuten meist relativ schnell Termine frei.

Diese Therapie wird allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt. Musst du selber tragen. Es gibt viele Webseiten und ich habe damals mit http://online-psychology.net sehr gute Erfahrungen gemacht.

Viel Glück!

Kassenzugelassene Psychologen nehmen in den meisten Fällen keine Patienten mehr bzw. haben lange Wartelisten. Solltest du keinen Termin bzw. Platz bei einem kassenzugelassenen Psychologen bekommen, musst du dich an deine Krankenkasse wenden, diese sucht dir dann jemanden, der freie Termine hat. Das ist dann aber nicht der Psychologe deiner Wahl! Du kannst aber auch zu einem nicht kassenzugelassenen, aber gleichwertig ausgebildeten Psychologen gehen. Dies bedingt aber, dass du deiner Kasse nachweisen musst, dass du bei mindestens 5 kassenzugelassenen Psychologen keinen Platz bekommen hast (Anrufzeit notieren) bzw. die Wartezeit zu lang war und dass dir dein Hausarzt (oder ein anderer Arzt) ein Attest schreibt, dass die Behandlung dringend sofort beginnen muss. Ist denn dein Psychologe kassenzugelassen? Was ich nicht verstehe ist, dass du, wenn du zuzahlst, sofort einen Termin bekommst. Das habe ich noch nie gehört.

Naja, also in der Praxis waren 2. Ich hatte ein Gespräch mit einer Heilpraktikern für Psychologie und nicht direkt mit der Psychologin. Die bat an, dass wenn es dringend wäre, die Möglichkeit bestehe bei 300€ Zuzahlung nächste Woche mit der Heilpraktikern 10 Stunden der Therapie zu machen, das wäre dann also nicht mit der dipl. Psychologin sondern mit ihrer Mitarbeiterin. Ich musste auf jeden Fall meine Chipkarte abgeben..

@shirleq

Normalerweise werden Behandlungskosten, die durch Heilpraktiker für Psychotherapie entstehen, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Darin könnte sich der "Aufpreis" begründen. Womöglich wirst du dann auch noch den Rest zahlen müssen, denn 50 min. Psychotherapie kosten ca. 80 EUR. Frag besser nochmal nach, ob die Kasse das zahlen würde. Und frag, ob die Heilpraktikerin eine Psychologin mit Zusatzqualifikation Heilpraktiker ist oder lediglich Heilpraktikerin. Bei Panikattacken würde ich mich eher einem richtigen Psychologen/Psychiater anvertrauen wollen.

@rollercoaster12

Ich würde dringend den Gang zu einem Psychotherapeuten (ganz egal, ob psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut) empfehlen, und endlich diesen Psychologen-Quatsch und Heilpraktikerunsinn sein zu lassen. Wenn ich ein >Steak kaufen will, gehe ich auch nicht zum Bäcker, nur weil der auch was zu essen anbietet.

Gerade bei ärztlichen Psychotherapeuten (und die stellen 50% der Psychotherapeuten mit Kassenzulassung!) gibt es sehr oft keine Wartelisten.

Nee, die Wartelisten sind einfach elend lang. Du kannst es bei einem anderen Psychologen versuchen. Das mit den 300 Euro kommt mir komisch vor - wie Bestechung.

Das ist nicht nur angeblich so. Die Versorgung was Therapien angeht ist echt nicht optimal. Lass dich auf die Warteliste setzen, wenn möglich auch bei mehreren Therapeuten und warte ab. Vielleicht bietet jemand (oder Beratungsstellen etc) Überbrückungstermine an.

Wenn du dich heute draufsetzen lässt ist es morgen schon ein Tag weniger. Nur Mut. Wenn du es bis jetzt geschafft hast, dann überstehst du es auch noch bis zum Therapiebeginn. Ich selbst habe auch mit Panikattacken zu kämpfen. Kennst du kleine Tricks wie das Panik-selbstgespräch? Das könnte dir vielleicht zumindest ein bisschen Sicherheit geben.

lg Teddy

Ich bin den Attacken leider allein ausgesetzt und kenne weder Methoden sie zu verhindern, noch zu kontrollieren. Deswegen möchte ich ja zum Psychologen,ich brauche dringend Hilfe...

@shirleq

Ich habe diese Tricks nicht vom Therapeuten, sondern von anderen Betroffenen. Das ist recht einfach gehalten, damit man sich während Panikattacken daran langhangeln kann. Wenn ich weiß, dass ich "panikgefährdet" bin, dann führe ich immer einen Zettel mit mir, auf dem das alles drauf steht. Vielleicht hilft dir das zunächst für akute Situationen.

Die 10 Panik-Bekämpfungsregeln:

  1. Denken Sie daran, dass Panik eine normale Körperreaktion ist, nur übertrieben.

  2. Panik ist nicht schädlich oder gefährlich, nur sehr unangenehm.

  3. Achten Sie darauf, was gerade hier und jetzt passiert, nicht auf das, was Sie fürchten, was passieren könnte.

  4. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie hören, sehen und riechen können, nicht aber auf Ihre Körperempfindungen.

  5. Verschlimmern Sie die Angst nicht durch angsterzeugende Gedanken.

  6. Warten Sie ab und lassen Sie der Angst Zeit, von selbst zu vergehen. Bekämpfen Sie sie nicht und laufen Sie nicht vor ihr davon.

  7. Denken Sie daran, dass jedes Auftreten von Angst eine gute Gelegenheit ist, Fortschritte zu machen.

  8. Atmen Sie ruhig und langsam, aber nicht zu tief.

  9. Wenn Sie bereit sind, mit dem weiterzumachen, was Sie eigentlich tun wollten, fangen Sie langsam und besonnen an. Es ist nicht nötig sich zu beeilen.

  10. Erzählen Sie jemanden von dem, was Sie gerade erlebt haben


Regeln für das Selbstgespräch

  1. Meine Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind verstärkte normale Stressreaktionen.

  2. Angstreaktionen sind nicht schädlich für meine Gesundheit.

  3. Meine Angstreaktionen sollte ich nicht noch durch furchterregende Phantasievorstellungen verstärken.

  4. Ich bleibe trotz meiner Panikgefühle in der Realität, ich beobachte und beschreibe mir selbst, was wirklich geschieht.

  5. Ich warte in der Situation, bis die Angst vorübergeht.

  6. Ich beobachte, wann und wie die Angst von alleine wieder abnimmt.

  7. Ich muss mir selbst eine Chance geben, Fortschritte zu machen: Vermeide nicht!

  8. Wenn ich übe, führe ich die Übung bis zum Abschluss durch.

  9. Ich kann stolz auf meine bisherigen Bemühungen sein und erkenne auch kleine Erfolge an.

  10. Ich muss mir selbst Zeit geben.

@TeddyLou

Das Schreiber du also auf und Fürst das immer mit dir? Ich muss bei so einer Attacke immer weinen, ist das normal?

@shirleq

Ja. Ist ein kleiner Zettel, der in die Hosentasche oder unten in eine Tasche passt. Wenn ich ihn nicht dabei habe sage ich mir das wichtigste immer wieder selbst "Mir kann nichts passieren!" Oft hilft eh nur abwarten. Deswegen muss man sich selbst die Zeit geben. Und ich finde es gibt nichts befreienderes als nach einer langen Panik zu bemerken, dass der Stresspegel langsam geringer wird, weil der Körper die Stresshormone abbaut. Manchmal geht es mir danach sogar eine Weile richtig gut.

Ja. Es ist völlig normal und auch in Ordnung bei Panik zu weinen. Man darf sich nur nicht darin verlieren, deswegen ist die richtige Atmung sehr wichtig. Vielleicht kannst du selbst mal vorher üben wie du am Besten ruhig atmen kannst, damit du deinen Rhythmus weißt und die Gefahr zu hyperventilieren verringern kannst.

@TeddyLou

Ich danke dir vielmals, damit versuche ich morgen wenigstens mal in die Schule zu gehen. Das ist nämlich das große Problem und deswegen ist das auch so dringend.

@shirleq

Kein Problem. Übung macht den Meister! Aber ich finde es super, dass du dich dem stellst und versuchst etwas zu unternehmen. Es ist wichtig dich nicht zu überfordern aber dich zu fordern um nicht in eine Vermeidung zu geraten wenn es nicht nötig ist.

Man kann den Umgang mit Panik lernen und auch die Häufigkeit mit Therapie verringern bzw die Ängste komplett besiegen! Alles Gute dafür!

Es könnte nur bedingt helfen. Kontaktiere besser deine Krankenkasse. Und sag , es ist dringend!

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