Könnte aus dem Menschen eine neue Spezies entstehen? Wenn ja, welche Mechanismus könnte dies bewirken?

5 Antworten

Ja, das ist durchaus möglich und in der Vergangenheit mehrfach auch passiert. Allerdings wird dies nicht durch irgendeinem Mechanismus bewirkt, sondern durch viele Jahrtausende der Evolution.

Zunächst kam es wohl durch verschiedene Verhaltensanpassungen zur sympatrischen Artbildung, besonders unter Frühmenschen wie den Australopithecinen, Paranthropoi oder frühen Vertretern der Gattung Homo. Australopithecus afarensis lebte zum Beispiel zeitgleich und im gleichen Lebensraum wie A. anamensis im Ostafrika vor etwa 4.000.000 Jahren; Homo rudolfensis und Homo habilis kamen ebenfalls in geographische kaum voneinander getrennten Lebensräumen vor etwa 2.100.000 Jahren vor, haben sich aber wohl aufgrund unterschiedlicher Verhaltensmuster nicht mehr miteinander vermischt.

In den 1.000.000 Jahren war für die Aufspaltung des Menschen vor allem auch die geographische Isolation (Allopatrische Artbildung) eines der wichtigsten Evolutionskriterien. Die Nachfahren einer ostafrikanischen Population des Homo erecrus wanderten in mehreren Auswanderungswellen aus ihrer Heimat in Ostafrika ab und unterlagen dann in jeweils neuen Lebensräumen nicht mehr den exakt gleichen Selektionsbedingungen. Auch die Durchmischung des Genpools wurde durch die großen Entfernungen erschwert, sodass sich in vielen verschiedenen Gegenden zunächst auf dem afrikanischen Kontinent, später jedoch auch in weiten Teilen Asiens und Europas neue Menschenarten entwickelten. In der Levante und auf dem Balkan entwickelte sich z.B. vor 700.000 Jahren der Heidelbergmensch, der sich später in Europa ansiedeln und dort zum Neandertaler weiterentwickeln sollte. In Mittel- und Nordasien lebten die geheimnisvollen Denisova-Menschen, während in China Peking-Menschen und in Ostasien Java-Menschen und die zwergenhaften Flores-Menschen lebten. Insgesamt hat es in unserer Geschichte wahrscheinlich mehr als 20 verschiedene Menschenarten in vielen verschiedenen Populationen gegeben. Heute ist der Homo sapiens jedoch die einzige noch lebende Menschenart.

Es ist nicht hat auszuschließen, dass sich der Mensch in Zukunft wieder in mehrere Arten aufspalten. Derzeit findet aber durch die Globalisierung ein immerwährender Austausch unserer Gene zwischen allen Ethnien auf der Welt statt, weswegen es wohl unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen eher dazu kommt, dass sich alle Völker der Welt zu einem gemeinsamen Genmuster vermischen werden. Somit wird unsere Vielfalt derzeit eher gerade eingeschränkt, statt sich weiter zu entfalten, sodass weder allopatrisch noch sympatrisch eine neue Art hervorgehen kann.

Allerdings könnten sich die Menschen ihrem derzeitigen Lebensstil immer weiter anpassen, sodass sich die Morphologie (Aussehen und Körperbau) von uns zu unseren Nachfahren in vielen Jahrhunderttausenden verändern könnte. Durch einen höheren Ernährungsstand könnten wir in Zukunft um einiges größer werden. Unsere Gehirne könnten sich auf die Verarbeitung visueller Reize spezialisieren, während andere Sinne in den Hintergrund geraten. Unsere Köpfe könnten größer, unsere Hände geschickter und unsere Körperkraft geringer werden, da wir nicht mehr zu harter körperlicher Arbeit gezwungen sind und uns unsere Maschinen die immer mehr entlasten. Der Mensch der Zukunft - sollte er in mehr als einer Million Jahren noch leben - wird sehr wahrscheinlich schon ganz anders aussehen als wir.

Woher ich das weiß:Hobby – Tiere und ihre Entwicklungsgeschichte sind mein Hobby.

Muß dir widersprechen, Markus. Woher soll der notwendige Selektionsdruck kommen? Die Welt wird von Tag zu Tag in all ihren Facetten immer gleichförmiger. Die Menschen diverser Ethnien immer gleicher. Alle leben in riesigen Megalopolen ein gleiches tristes Leben unter dem Gesetz von Google, Nike und Coca Cola. Alle fühlen wie Madonna, ABBA und andere. Nichts, aber auch gar nichts, bringt die Spezies homo sapiens dazu, irgendwelche absonderliche Mutationen zu bilden, die zu einer Artbildung führen könnte.

@Senaherib

Madonna, ABBA und alle anderen auch leben nur die lächerlich kurze Zeitspanne von einigen Jahrzehnten, in denen sie die Menschheit irgendwie beeinflussen können. Auch Firmenimperien steigen auf und fallen wieder, genau wie ganze Gesellschaftssysteme, wie Staatsformen, wie Nationen und wie Völker. All das hat - blickt man nur wenige Jahrhunderte in die Geschichte zurück - sich immer wieder radikal verändert.

Ich spreche hier aber nun von Zeiträumen, die du dir in deinem Kopf kaum vorstellen kannst. Wenn du dir jeden Tag volle sechs Stunden Zeit nehmen würdest und Rechenperlen auf einem Abakus verschiebst, dabei zwei Perlen pro Sekunde schaffst, so würde es fast einen Monat dauern, bis du die Zahl "Eine Million" auch nur gezählt hast. Stellst du dir nun jede Perle als ein ganzes Jahr vor, dann kann in diesem ungeheuer langen Zeitraum alles mögliche passieren.

Die Umweltbedingungen können sich ändern, das Klima ist bereits jetzt schon eifrig dabei. Technik und Gesellschaft schreiten ebenfalls voran und sind keineswegs so statisch, wie du es hier andeutest - schon die technische Entwicklung der vergangenen 15 Jahre hat gewaltige Fortschritte gemacht und uns in ein völlig neues Zeitalter befördert. Wir befinden uns gerade in einer Zeit, die unsere Nachfahren wohl irgendwann als Beginn einer neuen historischen Epoche bezeichnen werden.

Angesichts einer sich so schnell verändernden Welt ist es nicht nur wahrscheinlich, dass sich für unsere Nachfahren in einer Million Jahren völlig neue ökologische Nischen ergeben könnten, an die wir jetzt noch gar nicht denken. Zivilisationen können aber auch zusammenbrechen, Menschen wieder in eine neue Steinzeit fallen und dann müssen sie sich wieder in der Natur zurechtfinden - wobei sie wieder ganz natürlichen Selektionsbedingungen unterworfen wären.

Aber auch wenn es in der heutigen Zeit nicht so scheint, findet Selektion trotzdem statt. Wir müssen immer noch einen Partner finden und unseren Nachwuchs versorgen können, daran hat sich nichts geändert. Und wer dies am besten und am häufigsten bewerkstelligt, bringt seine Gene häufiger in den Genpool ein - genau das ist Selektion!

Der Mensch redet sich zu gern ein, dass die Regeln der Natur nicht für ihn gelten, dass er kein Teil des Ökosystems mehr wäre und irgendwo außerhalb, ja geradezu erhaben sogar über all diesen Prozessen steht. Die Natur selbst kann darüber nur müde lächeln. Das Gegenteil ist nämlich der Fall!

@MarkusPK

Du hast mich nicht richtig verstanden: ABBA und Madonna - sch... was auf die schlechten Beispiele: Es geht darum: Die Menschheit heute ist gleichförmiger denn je geworden. Alle sind unter dem Diktat der Ökonomie und des Konsumierenmüssens homines sapientes geworden, die sich 7,5 Mrd-fach über den Globus wie ein Teppich legen, einförmig, gleichförmig, genetisch fast Klone auf Territorien, die sich nur in ihren Extremen unterscheiden (Tropen - Polregionen). Dieser Genpool von 7,5 Mrd gleichförmiger Adidas-Schuhträger oder Madonna-fans (Pars-pro-toto) ist gar nicht zur Mutation gezwungen. Sollte er durch die Klimaveränderungen dazu gezwungen werden : -- Ist es längst zu spät. Dann ist die Erde in einem Zustand, in dem der Nike-Turnschuhträger nicht mehr überlebensfähig ist.

Schönen Gruß

(Ach, im Übrigen: "Was ich mir in meinem Kopf kaum vorstellen kann", diese langen Zeiträume: diese Hybris schmink dir mal ab: Ich habe mich mit Evolution, Anthropologie , und vielem Anderen schon beschäftigt, da du noch nicht damit befasst warst, und insofern sind solche Invektiven schmerzlich .)

Ciao

@Senaherib

Hallo nochmal,

Ich fürchte, wir haben uns beide falsch verstanden. Das mit den unvorstellbar langen Zeiträumen war keineswegs invektiv oder überheblich gemeint. Ich meinte dabei nicht dich persönlich mit einer Anprangerung deines zu geringen Vorstellungsvermögens, Himmel bewahre, sondern uns alle. Du, ich, jeder Mensch kann so lange Zeiträume nicht überblicken, und ich wollte darauf hinaus, dass wir somit unmöglich Vorhersagen machen können, wohin der Mensch entwicklungsmäßig unterwegs ist und welche Pfade unsere Gene noch einschlagen werden - denn in dieser langen Zeit werden sich Umwelt und auch die Lebewesen darin zwangsläufig verändern.

Im Grunde bin ich ja der gleichen Meinung wie du: blicken wir auf den Moment, so stehen wir tatsächlich kaum unter einem großen Mutations- und Selektionsdruck. Unsere genetische Vielfalt ist tatsächlich gering im Vergleich zu anderen Arten, schon eine Gruppe von nur 50 Schimpansen hat eine höhere genetische Varianz als alle 7.500.000.000 Menschen. Und durch die Globalisierung wird dieser Genpool nur weiter durchgemischt und damit noch einheitlicher. All das verhindert, dass dich der Mensch in neue Arten aufspaltet, da bin ich also ganz bei dir.

Jedoch sehe ich deinen Fatalismus nicht so pessimistisch: der Mensch hat sich immer schon als einfallsreich und anpassungsfähig erwiesen, somit wird er bestimmt auch zukünftige große Umweltveränderungen überleben. Dass dies für die Nike- und Adidas-Gesellschaft auch gilt, behaupte ich gar nicht - die wird in erdgeschichtlichen Maßstäben wohl eher sehr rasch verschwinden, genau wie ein Großteil der Erdbevölkerung.

Doch gerade dann, wenn unsere Trägheit und Homogenität uns zum Verhängnis werden, schlägt die Stunde der Individualität: dann kommen die natürlichen Selektionsprozesse wieder zum Greifen, dann betrifft uns auch wieder der Mutationsdruck. Einige Menschen werden durch ihre einzigartigen genetischen Eigenschaften und bereits erfolgten Mutationen bereits an die neuen Bedingungen angepasst sein und sich weiter anpassen. Das halte ich bei unseren hohen Bestandszahlen für mehr als nur wahrscheinlich. Und diese Menschen können und müssen sich in der Zukunft immer weiter verändern.

Es ist jedoch auch möglich, dass wir schon in naher Zukunft sang- und klanglos aussterben.

@MarkusPK

Nun gut, besänftigt.

Verschiedene Arten sind dadurch definiert, dass sie sich untereinander nicht mehr kreuzen (fortpflanzen) können. Das geschieht meistens dadurch, dass zwei Unterpopulationen über lange Zeit voneinander getrennt leben. Jede Unterpopulation verändert sich im Laufe der Jahrtausende unmerklich und irgendwann sind die Unterschiede so groß, dass sie sich nicht mehr erfolgreich paaren können.

In der Paläontologie werden Arten auch rein morphologisch voneinander abgegrenzt, da man die Kompatibilität der Gene ja dort nicht mehr über kann. Wenn der zeitliche Abstand zwischen zwei fossilen Spezies zu groß ist und sich auch der Körperbau im Laufe der Zeit verändert hat, spricht man davon, dass eine neue Art aus einer ursprünglichen hervorgegangen ist - selbst wenn es sich um direkte Vor- und Nachfahren handelt. Solche Artübergänge vollziehen sich fließend im Laufe vieler Jahrhunderttausende.

Diese Veränderung findet bereits statt. Viele Menschen sind inzwischen zu Mausklickern und Handyglotzern mutiert.

Doch ich vermute, daß du so etwas nicht meinst.

Generell haben gravierende Veränderungen der Lebensbedingungen auch Veränderungen des Verhaltens und weitergehend körperliche Veränderungen zur Folge. Das bedeutet, daß keine Spezies alle ihre Eigenschaften für ewig behält, sondern daß ständig Veränderungenen stattfinden (Anpassung).

Was aber nun im Laufe der Zeit als neue Spezies oder nur als Variante einer schon lange existierenden Spezies angesehen wird, ist zum erheblichen Teil auch eine Sache von Meinungstrends. Bzgl. des Menschen nehme ich an, daß Menschen selbst dann darauf bestehen, als Menschen bezeichnet zu werden, wenn sie eines Tages sechs Beine, Schuppen und Hörner haben sollten, weil bei Menschen erfahrungsgemäß nur zählt, sich für das Wichtigste in der Welt zu halten und sich mit dementsprechenden Bezeichnungen aufzuwerten.

Nein eine neue spezies nicht aber Aus dem aktueleln menschen könnte eine neue Art mensch hervorgehen das ist schon öfters im laufder evolutuion passiert!

Aber bevor das passiert mus sich die Umwelt radilkal ändern bzw die Natur!

Nememn wir an das Das lann komplet untergeht dan Wird es vileicht nötieg das der Menschc unter wasser leben kann bzw Atmen kann und deswegn zb Kiemen braucht oder auch flossen da er die beine nicht mehr braucht!

Bist du betrunken, hast du fettige Finger oder ist dein Handy kaputt?

Bewusstsein ist Schöpfer. Wenn viele etwas wünschen treiben sie die Evolution aufwärts.

Als viele schneller reisen wollten, gab Gott es dem ein, der am meisten dran dachte.

Denken, fuehlen viiieeele dasselbe, kann es sogar Quantensprung geben.

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