Kjp Rotenburg

3 Antworten

Autismus kann man m.E. in einer Klinik nicht sicher diagnostizieren, da die Diagnose bei Kindern auf Beobachtung des Verhaltens beruht. Gerade autistische Kinder sind von ihrem gewohnten Umfeld abhängig und verhalten sich in einer Klinik völlig anders als sonst. Was die Ärzte in der Klinik sehen würden, wäre irgendwas aber nicht das typische Verhalten des Kindes.

Wenn keine übliche ADHS-Behandlung bei ihm wirkt, hat er wahrscheinlich auch kein ADHS. Fehldiagnosen von ADHS sind an der Tagesordnung, anders ist die scheinbare Zunahme der Fälle m.E. nicht erklärbar. Autismus kann bei manchen Kindern wie ADHS aussehen, viele andere Sachen aber auch. Aber da, wie gesagt, eine Diagnose nur über Beobachtung möglich ist, ist sie auch nur ambulant möglich. Denn stationär kann man höchstens das Verhalten unter Stress und Panik beobachten.

Bitte lasse vorher den Autismus-Verdacht ambulant abklären!!!

Vielleicht sind die als ADHS gedeuteten Verhaltensweisen autismusbedingt- eine Meditation hätte fatale Folgen für dein Kind- neben all den schrecklichen Nebenwirkungen der Präparate selbst.

Eine Autismus-Diagnose in der Klinik selbst sollte man kritisch betrachten, da das kind fernab von seiner gewohnten Umgebung, den Routinen usw. weg ist und so ein anderes Krankheitsbild zeigen könnte, was zu Fehldiagnosen führen kann und das wiederum zur Fehlbehandlung.

Traue Kliniken nicht so schnell- denn dort müssen sie nicht zwingend Ahnung von Autismus haben- denn bis vor kurzem hat man in eben solchen Einrichtungen Geschlechtsidentitätsstörungen auch noch mit Lobotomie und Elektroschocks behandelt. Fehlmedikation bei Autisten kann auch dazu führen- ein aktuellerer Fall: http://de.wikipedia.org/wiki/Ihr_Name_ist_Sabine Es muss nicht immer schlimm sein an sich in der Klinik, aber gut tut es ihm nicht. Autisten gehören da nicht hin- auch nicht zur Diagnostik!

Bitte- erst die Diagnose ambulant abklären lassen. Viele Reaktionen von Autisten resultieren auf Veränderungen im Alltag. Wenn Du eine massive Veränderung an Dir vornimmst (Haarschnitt, Haarfarbe, Brille neu, Umleitung unterbricht gewöhnliche Fahrt zur schule, laute Geräusche, Essen schmeckt anders, Du kaufst z.B. immer O-Saft- aber immer in anderen Läden- die immer wechselnde Verpackung und der immer neue Geschmack, ... all das können bei Autisten zu Überreaktionen führen, die sich je nach Alter und Ausprägung mit weinen, schreien, Gewaltausbrüchen gegen sich und/oder anderen äußert usw.- daher bitte nicht sofort in die Klinik!

Hallo , erstmal danke für deine Nachricht! Wir waren 2 mal zur Diagnostik, aber sie sagen immer wieder wegen seiner extremen Konzentrationstörung können sie den Autismus nciht bestätigen, aber eben auch nicht ausschließen da er schon verhaltensweisen von Autisten zeigt!

Deshalb soll er nun in die Klinik, aber ich möchte wenn es denn sein muss dann bitte nur tagesklinisch!!

Denn ich denke auch das ihm eine Klinik null gut tut Schulisch ist auch nur mist immer wieder Lehrerwechsel! nun schon 3. Klassenlehrer in diesem Schuljahr!

@chantalw23

Lehrerwechsel ist gar nicht gut... Konzentrationsstörungen sind aber nichts ungewöhnliches bei Autisten- somit sollten sie als Symptom gewertet werden. Sie kommen u.a. durch Reizüberflutung. Jedoch müssten die Symptome für Autismus von Geburt an bei dem Kind da gewesen sein- Anzeichen allein sind keine Diagnose. Viele Anzeichen sind bei beinahe jedem Menschen vorhanden. Dennoch sollte ein Autismus-Spezialist doch in der Lage sein, Dein Kind zu diagnostizieren- such Dir einen, das wäre wichtig. Ein normaler Arzt um die Ecke hilft da kaum weiter.

Ich kenne sie nicht.
Ggf. bekommst du mehr Antworten in Boards, in denen sich Eltern von Autisten und/oder erwachsene Autisten austauschen. Da sammelt sich eher viel Wissen auch über spezielle Kliniken.

Was ich mich allerdings frage:
Muss es wirklich eine Klinik sein?
Geht das nicht ambulant?
Zumindest Autismus lässt sich ambulant diagnostizieren, von einem auf Autismus spezialisierten Psychiater. Und gerade wegen dieses Verdachts bin ich sehr skeptisch, was einen Klinikaufenthalt dahingehend angeht, da das für viele Autisten ein nicht unerheblicher Stress ist.

Hallo, ja das haben wir ja 3 mal nun und immer wieder kommt es das seine massive konzentrationsstörung erst behoben werden muss!

Das haben wir ja versuch zuhause mit tablettenplan vom Kinder psychiater aber das half null da besserte sich eben nichts! So das ich auch schon dachte dann ist es auch kein ADHS aber die teste sprechen eine ganz andere Sprache!

Ich würde ihm das so gerne ersparen! Hoffe auch das wir das irgendwie können!

@chantalw23

Wenn Ritalin nicht wirkt und ein Autismusverdacht vorliegt, ist es auch möglich, dass AD(H)S schlicht eine Fehldiagnose war.
Es kommt so ein bisschen darauf an, welche Symptome dein Kind genau hat und was eben innen drin in deinem Kind zu diesen Symptomen führt. Einige Symptome von AD(H)S und Autismus überschneiden sich. An anderen kann man es durchaus auch unterscheiden.

Gibt es "Ausnahmen" bei Autisten?

Mein großer Bruder ist schon lange als Asperger Autist diagnostiziert und war auch eine Weile in Behandlung. Es gibt eigentlich keinen Zweifel daran, dass er tatsächlich ein Aspie ist - nur dass ich das nie gemerkt hätte, wenn man es mir nicht gesagt hätte. Für mich und mir gegenüber ist er beinahe normal (ein bisschen seltsam, ja, aber nicht mehr).

Dass er für mich normal erscheint, lässt sich vermutlich zum Teil damit erklären, dass er älter ist als ich und ich ihn somit schon mein ganzes Leben lang kenne und mich einfach an all seine kleinen und großen Merkwürdigkeiten gewöhnt habe. Ich halte spontan eher die anderen Menschen für seltsam als ihn.

Das ist allerdings nicht alles: Wie in vielen Berichten über Aspies zu lesen, mag er keine Berührungen. Außer meine, ich darf ihn knuddeln, so viel ich will. Sein Tagesablauf ist unumstößlich. Außer, ich bitte ihn darum etwas anders zu machen, dann geht es manchmal doch (nicht immer, aber auch "Normalos" haben ja Abläufe, die sie nicht gerne ändern). Seine Spezialinteressen betreffen Physik und das Sammelkartenspiel "Magic: The Gathering". Er hat keinerlei Geduld mit Menschen, die seinen Ausführungen zu diesen Themen nicht folgen können oder blöde Fragen stellen, vor allem nicht zu Dingen, die er bereits gesagt hat. Außer bei mir. Er kann Stunden damit verbringen, mir irgendeine neue Erkenntnis der Quantenphysik zu erklären (was zugegebenermaßen auch Stunden und Tage und Wochen dauert, weil er mir erstmal Quantenphysik an sich erklären muss) ohne dabei je die Geduld zu verlieren. Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, aber ich glaube, diese zeigen ganz gut, was ich meine.

Jetzt meine Frage: Kennt irgendjemand ähnliche Fälle oder hat von sowas gehört? Unsere Mutter erklärt es damit, dass ich eben seine kleine Schwester bin und er mich abgöttisch liebt, aber das kann doch nicht alles sein, oder? Ich meine, Asperger ist eine Art, zu sein, das sagen Betroffene und Experten gleichermaßen. Wie kann es dann sein, dass diese Art für mich eine Ausnahme macht?

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