Kann man als Mensch mit sozialer Phobie jemals richtig glücklich sein?

5 Antworten

Das zuhause rumsitzen macht nicht nur unglücklich, sondern auch die Krankheit schlimmer. Man trainiert sich ein sogenanntes Vermeidungsverhalten an. Je mehr man den belastenden Situationen aus dem Weg geht desto schlimmer wird die Krankheit.

In einer Psychotherapie (Verhaltenstherapie) lernt man, sich dosiert und in geschützem Rahmen den Reizen auszusetzen. So gewöhnt man sich wieder an die Umwelt und belastende Situationen.

Neben einer Verhaltenstherapie können bei starker sozialer Phobie auch Medikamente eingesetzt werden. Allen voran Antidepressiva der SSRI und SSNRI-Klasse (z.B. Sertralin oder Venlafaxin). Diese wirken nach ca. 4-5 Wochen der Einnahme angstlösend, doch müssen sie täglich konsumiert werden. Zudem haben sie vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen. Doch manchen Menschen helfen sie enorm ihre Krankheit in den Griff zu kriegen.

Das wichtigste ist, dass du dich erstmal eine Fachperson aufsuchst.

Sozialphobien entwickeln sich oft durch bestimmte Erlebnisse und Lernerfahrungen in der Kindheit.

Ich würde mich an Deiner Stelle in die Hände eines guten Therapeuten begeben, der kann Dir begleitend helfen, mit dieser Angst zu leben und sie auch zu überwinden.

Normalerweise "behandelt" man Phobien dadurch, dass man den Patienten ganz gezielt mit der Situation konfrontiert. Also in Deinem Fall: unter Leute gehen.

Das wird vermutlich Schritt für Schritt geschen. Zuerst machst vielleicht einen Spaziergang in einem belebten Park oder in der Stadt. Danach gehst in ein Café und trinkst einen Cappuccino und redest mit den Leuten dort. Du kannst auch anfangen, auf der Straße einfach fremde Leute zu grüßen usw. Das kannst Du Schritt für Schritt aufbauen. Ob Du die Phobie komplett "besiegen" kannst, weiß ich nicht, aber Du kannst auf jeden Fall versuchen, damit zu leben.

Hallo!

Kann man also erst glücklich werden, wenn man diese Phobie überwindet?



Denke schon. Denn beides ist einfach zu widersprüchlich, als es unter einen Hut zu bringen.

Naja, außer du akzeptierst deine Phobie und lebst damit glücklich, also dass du nichts anderes als deine Phobie willst. Das ginge ja auch.
Aber das scheint dir auch nicht wirklich zu gefallen....  ;-)

Zeit, eine feste Entscheidung zu treffen?

Warum bist du denn so angespannt, wenn du raus gehst, unter Menschen bist usw und so fort....???
Was glaubst du, könnte da Schlimmes passieren?

Vielleicht mal noch was zum Lesen?

http://angst-vor-angst.net/



Sozialphobie ist ja die Angst vor dem Umgang mit anderen Menschen. Diesen Umgang kann man aber unterschiedlich staffeln. Das geht von Bewegen in der Öffentlichkeit über Essen/Trinken in einem Restaurant bis hin zu einer Liebesbeziehung, wobei letzteres oft natürlich die größte Hürde darstellt.

Aber was ich damit sagen will: je nach Ausprägung der Phobie kann man sich zu einem gewissen Grad schon damit arrangieren. Ich habe mal in einem Buch eines Psychologen gelesen, dass er einem jungen Mann, der Frauen gegenüber extrem schüchtern war, geraten hat, einfach auf der Straße "Hallo" zu sagen. Der nächste Schritt war dann die Einladung auf einen Kaffee - völlig unverbindlich. Undsoweiter. Wie gesagt: je nach Ausprägung lässt sich das auch "behandeln".

@wewog

Ja klar, aber ich persönlich finde es halt wirkungsvoller, wenn sich Menschen mit Phobien erst mal die Gründe für ihre Ängste bewusst machen.

Unter da hinter Angst meiner Ansicht nach falsche Gedanken stehen, sollte sich der Fragesteller gerne damit auseinandersetzen, was er sich denn so Schlimmes bei Kontakt ausmalt, und ob seine Gedanken überhaupt der Wirklichkeit und Wahrheit entsprechen, was natürlich nicht der Fall ist.

Seine Gedanken über das vermeintlich Bedrohliche sind schlichtweg falsch und sehr überzogen. Auch was seine Gedanken über eigene Kräfte und Fähigkeiten betrifft.

Und zu dieser Erkenntnis wollte ich den Fragesteller anregen, weil  ich der Meinung bin, dass dies viel mehr bringt, als den Menschen hallo zu sagen, was jedoch natürlich auch ein Anfang wäre oder begleitend gut eingesetzt werden könnte, damit er auch auf diesen Weg sieht, dass er selbst zu eng und eingeschränkt denkt und seine eigenen Ängste unbegründet und falsch sind, weil nämlich die schreckliche Erwartung gar nicht eintrifft.

Weiter fände ich es halt gut, wenn er eine Entscheidung trifft, ob er sich nun eigenen Ängsten stellen will, indem er sich anfänglich mal damit auseinandersetzt, oder ob er weiterhin mit seinen Phobien leben will. Darf ja jeder, wie er will.....Aber ohne Entscheidung vorab, finde ich es schwierig dann.....soll ja alles ne gute Basis haben.

Also mir ging es so. Hab selbst diese "Störung". Bei mir haben aber die Medikamente sehr geholfen und jetzt bin ich eigentlich ganz gut drauf und nicht mehr wirklich angespannt:)

Mach doch was mit freunden

Ein Problem, das man mit einer sozialen Phobie oft hat, ist ja, nicht wirklich Freunde finden zu können. 

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