Kann eine Atemtherapie wirklich das Stottern beheben?

3 Antworten

Richtig! Solange die Atmung nicht stimmt, geht auch das Stottern nicht weg. Stotterer sollten Gesangsunterricht nehmen. Beim Singen muss die Ausatmung gezielt eingesetzt werden. Da der Stotterer meint, singen ist etwas anderes als sprechen, kommt er nicht auf die Idee zu stottern. Und übers Singen lernt er letztendlich das flüssige Sprechen, da er die erlernte Atemtechnik des Singens nunmehr auch auf die Sprache überträgt.

Stottern beruht nicht auf einem Sauerstoffmangel bei der Geburt, das zum einen. Und Stottern hat auch nichts mit einem falschen Atmen zu tun. Und ein psychisches Problem liegt auch nicht zugrunde. Herrje, all die schönen Vorurteile, mit denen es Stotterer zu tun haben und worunter sie mehr leiden, als an den paar Unflüssigkeiten manchmal.

Es ist relativ einfach, kurzfristig jeden Stotterer zum flüssigen Sprecher zu machen, eine verfremdete Sprechweise führt meist dazu, diese schnellen "Erfolge" werden dann in reißerischen Fernsehsendungen angepriesen, Stotterer, die danach doch noch stottern (also alle), werden als unwillig und unfähig hingestellt.

Stottern ist nicht mit einfachen Rezepten und nicht schnell zu behandeln. Eine geerbte neurologische Schwäche in der sprechmotorischen Ausführung muss kompensiert werden, indem eine andere Art der Bewegungsabläufe ständig geübt werden muss. Erwachsene Stotterer erreichen selten eine vollkommene Heilung, also tatsächlich nie mehr zu stottern und auch nichts tun zu müssen, um flüssig sprechen zu können. Allerdings kann durch die beiden fundierten Therapierichtungen Stottermodifikation und Fluency Shaping eine hohe Flüssigkeit erreicht werden, und die Lebensqualität sehr verbessert werden.

Kurz gesagt: Stotterer, die abnorm atmen (das ist nicht bei allen der Fall), tun das, weil und wenn sie stottern. Sie stottern nicht, WEIL sie falsch atmen.

Hab mal im TV eine Sendung darüber gesehen in der auch Betroffene zu Wort kamen. Das soll wirklich helfen.

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