Kann ein Rehaantrag als Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente gewertet werden?

5 Antworten

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Wenn eine Reha-Maßnahme nicht erfolgreich ist, kann der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet werden (das steht auch auf dem Reha-Antrag). Mir ist das Gleiche vor zwei Jahren passiert, ich konnte das in der Klinik noch abwenden, weil ich die Ärzte davon überzeugen konnte, dass ich noch einmal versuchen kann, meinen Job wieder aufzunehmen. Der Versuch ist fehlgeschlagen, die Ärzte hatten die Situation, auch im Rahmen meiner gesamten Krankengeschichte, sehr realistisch eingeschätzt. Jetzt bin ich in Rente und merke auch, dass das die richtige Entscheidung für mich war. Auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist. Alles Gute für Dich und Deine Gesundheit!

danke, das hilft mir wirklich weiter. Ich bin ja auch im Zweifel, wies weitergehen kann. und habe letztes Jahr nach längerer AU mit Klinikaufenthalt und frischem Mut nochmals einen Anlauf in meinem Job gemacht. mit allem Kraftaufwand habe ich etwa acht Monate durchgehalten. Jetzt ist es wieder soweit. Vielleicht macht es so keinen Sinn mehr(leider) - und ich muss meiine Zukunft neu planen. Will es aber nicht unter totalem Zeitdruck machen. Dazu ist es zu schwerwiegend.

@mirjam01

Du hast ja noch ein wenig Zeit. Wenn die schriftliche Aufforderung durch die Krankenkasse gekommen ist, dann hast Du 10 Wochen Zeit, den Antrag zu stellen. Dann dauert es noch ein paar weitere Wochen, bis darüber entschieden ist. Und dann gehst Du erstmal in die Klinik. Bis dahin kannst Du Dir klar werden und vielleicht auch noch den Erfolg der neuerlichen Reha abwarten, so dass Du dann weißt, wie es für Dich weitergehen soll. Ich dachte, mein Leben ist vorbei, als klar wurde, dass ich meinen geliebten Job nicht mehr machen kann. Toller Job, tolle Firma, gutes Gehalt, Firmenwagen etc. Aber wenn Du den Gedanken einfach mal zulässt und Dich länger damit beschäftigst, erkennst Du vielleicht auch die Chance, die in dieser Situation steckt. Dein Arbeitgeber muss Dir für eine Zeitrente den Arbeitsplatz zunächst einmal erhalten. Das gibt dann auch wieder etwas Sicherheit. Und vielleicht geht es Dir ohne den Druck, funktionieren zu müssen, ja doch viel besser. So ist es bei mir. Ich komme mit meiner Krankheit einfach besser klar. Und es gibt so viele interessante Dinge, mit denen man sich noch beschäftigen kann. Du packst das, verliere nicht den Mut!

@Scramjet

Erstmal vielen Dank für das was du geschrieben hast. Bei mir ist es ähnlich. Habe auch eine tolle Stelle und hab die Arbeit geliebt (wenns mir gut ging). Hatte die letzten Jahre oft Angst, dass mein AG mich loswerden will, wegen der ganzen Fehlzeiten. Inzwischen merke ich aber auch selbst, dass es so nicht weitergeht. Ich hadere vor allem mit mir selbst, meinen Leistungsanspruch, will niemand auf der Tasche liegen... In meinem Arbeitsvetrag steht drin, dass bei voller EU auch wenn befristet, das Arbeitsverhältnis erlischt. Wahrscheinlich darf ich mich grad einfach nicht so unter Druck setzen, eine Entscheidung zu treffen auch wenn von außen grad Druck gemacht wird. Und ich denke auch , dass ich neue Inhalte finden werde, die mich ausfüllen. Dein Beitrag macht mir wirklich Mut. Danke.

Grundsätzlich ist noch zu sagen, dass die Krankenkasse Dich schon zwingen kann, einen Reha-Antrag zu stellen, aber nicht einen Rentenantrag! Wenn Du Dich weigerst, den Reha-Antrag nach Aufforderung durch die Krankenkasse zu stellen, können sie Dir das Krankengeld sperren.

Ja, wenn man eine Reha als nicht-arbeitsfähig beendet, kann der Reha-Antrag als Antrag für EU-Rente gewertet werden. Wenn nicht mit einer entgültigen Genesung zu rechnen ist, wäre es zweckmässig, Du würdest den entsprechenden Antrag stellen. Im Falle einer Weigerung kann es zur Folge haben, dass Du zukünftig, bei einer Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit, kein Krankengeld von der Krankenkasse erhalten würdest, also lediglich die 6 Wochen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Ausserdem wäre Dir die Möglichkeit genommen, falls Du es Dir "anders überlegst", weil Du doch merkst, dass es gesundheitlich nicht wieder aufwärts gehen wird, zu einem späteren Zeitpunkt die eine EU-Rente zu beantragen. Du müsstest dann auf die Regel-Altersrente warten. So ist es bei meinem Bruder vor wenigen Jahren gewesen. Er hat dann entsprechenden Antrag gestellt, was im Nachhinein auch richtig war, denn sein Gesundheitszustand hat sich nicht wieder soweit verbessert, dass eine Berufstätigkeit möglich wäre.

danke, das ist sehr hilfreich. Letztes Jahr wurde ich voll berenten und habe darum gebeten, dass das zurückgenommen wird, weil ich es nochmal versuchen wollte. Habe auch gefragt, ob ich, wenn ichs nicht schaffe nen neuen Antrag stellen kann oder ob es dann Probleme gibt. die meinten, ich könne dann einen neuen Antrag stellen. Muss mirs alles nochmal gut überlegen. Hat dein Bruder die Berentung gekriegt? oder gab es dann Probleme?

@mirjam01

Mein Bruder ist ohne Probleme berentet worden. Er bekam die vollständig ausgefüllten Formulare zur Überprüfung (wegen der Versicherungszeiten) zugeschickt und musste nur noch unterschreiben. Es hat es sich auch nicht leicht gemacht, weil er hoffte, dass "es" nochmal wird. Nach verschiedenen Beratungs-Gesprächen in der Sprechstunde der Rentenversicherungen, die bei uns regelmässig 1xmtl. im Rathaus stattfinden, hat man ihm die Konsequenzen aufgezeigt. Letztendlich war es die richtige Entscheidung, die Rente zu beantragen. Da er erst 44 Jahre alt war, wurde die Rente auf ein Eintrittsalter von 55 Jahren "hochgerechnet", was in diesen Fällen üblich ist, und innerhalb von 8 Wochen kam der Bescheid. Hier wurden noch die angefallenen Kosten mit der Krankenkasse verrechnet und die Angelegenheit war erledigt. Natürlich liegt jeder Fall anders und es ist keine leichte Sache, wenn man als noch junger Mensch diese Entscheidung treffen muss. Ich wünsche Dir alles Gute und das Du die für Dich beste Entscheidung triffst.

@mirjam01

Freut mich, dass es so glatt gelaufen ist bei deinem Bruder. Ich glaub ich werde auch mal direkt zu so einer Beratungsstelle gehen. Jetzt versuch ich mal, mich mit einer neuen Lebensausrichtung anzufreunden und versuch, den Druck sofort eine Entscheidung treffen zu müssen, rauszunehmen. vielen Dank für deine Anwort. Alles Gute!

Wird nicht als Erwerbsunfähigkeitsrente gewertet. Die REHA sollst Du machen, damit Deine Arbeitskraft wieder hergestellt wird. Der Staat und die Krankenkasse sind nämlich froh, wenn Du weiter arbeiten kannst, damit sie die Beiträge bekommen.

du landest nicht in der EU,so leicht geht das nicht mehr,du sollst arbeiten und deshalb zur Reha,auch die Teilberentung wird gestrichen,also rann an die Arbeit!!

Grundsätzlich kann es schon so laufen. Speziell bei mir glaub ich es nicht, da ich vor zweieinhalb Jahren nach der Reha immer noch teilberentet war. die Reha habe ich gekriegt weil der Arzt denen bescheinigt hatte, dass in Anbetracht der Schwere der erkrankung es auch nicht selbstverständlich ist, dass ich teilzeit arbeiten kann, aber dass diese leistungsfähigkeit wenigstens erhalten bleiben soll.

Kann ich trotz Ablehnung einen erneuten Antrag auf volle Erwerbsminderung stellen?

Ich erhalte zur Zeit eine halbe Erwerbsminderungsrente ( direkt bis zu meinem Renteneintrittsalter gewährt) und mein Krankengeld läuft nächsten Monat nach 78 Wochen aus. Jetzt bin ich beim Arbeitsamt vorstellig geworden um mich nach dem weiteren Vorgehen zu erkundigen.Es gehen ja aus dem Reha-Bericht sehr viele Einschränkungen hervor, unter anderem eine Einschränkung der Arbeit 3-6 h pro Tag. Da ich aber nun zusätzlich in höchsten Maßen psychisch angeschlagen bin, ( Attest des Arztes liegt vor) wollte ich die volle Erwerbsminderung beantragen und mir von der Arge bestätigen lassen, dass es keine Arbeit für mich gibt...ich bin 58 Jahre alt und habe laut Reha Bestandschutz für meinen Arbeitsbereich. Nun hat mir die Dame am Arbeitsamt aber gesagt, es gibt kein Geld ohne Leistung.....auf hochdeutsch und genauso übersetzt... ich muss die 2 Jahre beim Arbeitsamt absitzen damit mir hinterher gesagt wird, auf dem Arbeitsmarkt gibt es für mich keine Arbeit ( habe auch noch einen Grad der Behinderung von 50)...das ist doch nicht zu verstehen.....abgesehen davon das ich bei der Erwerbsminderungsrente viel weniger Geld bekommen würde. Aber arbeiten kann ich nicht mehr. Jetzt weiß ich nicht ob ich einfach bei der Rentenversicherung nochmal einen Antrag auf 100% stellen kann, denn der wurde nach der Reha abgelehnt....allerdings war die psychische Erkrankung noch nicht so weit fortgeschritten. Fest steht, ich bekomme kein Krankengeld mehr und für den Arbeitsmarkt stehe ich nicht zur Verfügung....was kann ich tun?

Ich bedanke mich vorab schon mal für die Antworten.

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