Kann der Kindergarten mich zwingen mein Kind auf AD(H)S zu testen

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Ha,wenn ich das höre kommen alte Erinnerungen hoch.

Unserem jüngsten Sohn hat der Kindergarten auch ADHS angedichtet.Er war ein lebhafter Junge mit viel Fantasie und Energie.Sagen wir mal,für diesen Kindergarten passte er nicht ins Chema.Schwupps,hatte er doch bestimmt ADHS.........

Von mir wurde das auch verlangt.Geantwortet habe ich:"Verlangen könnt ihr,was ich mache,ist meine Sache" Mir wurde auch gedroht,mein Kind müsste in einen anderen Kindergarten.Trotzdem hab ich das nicht gemacht,und es ist auch sonst weiter nichts passiert.Allerdings hab ich ihn von mir aus in einen anderen Kindergarten gehen lassen.Solchen Leuten wollte ich mein Kind nicht mehr anvertrauen.Obwohl bei uns nun keine Familiäre veranlagung besteht.Unser Sohn wurde älter und somit auch ruhiger und niemals ist dieser Verdacht mehr aufgetreten.

Danke so stelle ich mir eine konstruktive (passende!) Antwort vor.

Den Kindergarten wechseln lassen kann ich leider nicht, der nächste KiGa wäre zu weit weg, als dass ich dann meinen Beruf weiter ausüben kann...

Aber gut zu wissen, dass es auch andere Eltern gibt, die solche Erlebnisse hatten.

Sehr gut! Eine Mutter, die sich nicht dummquatschen lässt!

@joyce123

Ich sehe dort und hier eher Leute die mit Gefühlsausbrüchen durch die Medienhetze nicht mehr in der Lage sind rational zu denken.

Was der Kindergarten über ADHS meint ist völlig irrelevant, da diese in den seltensten Fällen sich mit AD(H)S auskennen!

Man sollte aber auch keine AD(H)S-Zeichen völlig ignorieren, selbst wenn man es besser weiß als der Kindergarten!

@verreisterNutzer

Das Problem bei der ganzen Geschichte ist aber,dass viele Erzieherinnen tatsächlich meinen sie seien Experten,leider interpretieren sie das in vielen Fällen falsch.Kinder die nicht ins gewohnte Schema passen werden da mal ganz schnell mit ADHS behaftet.Einfach weil sie es nicht auf die Rolle bekommen ein lebhaftes Kind zu fördern.Schlicht und ergreifend überfordert sind und da sie ja"Erzieherinnen"sind,es nicht zugeben. Ich habe die Lebhaftigkeit meines Sohnes nie als Belastung empfunden und wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen,dass das nicht normal sein könnte.Unser Kindergarten schon......

In welchem Eck Deutschlands lebt ihr eigentlich alle? Ich halte die Kindergärtnerinnen und Lehrer, die Ritalin fordern, für eine urbane Legende. Zumindest hier im Südwesten ist das schlicht undenkbar.

Nein, der Kindergarten kann dich nicht zu einem Test zwingen, aber sie können dein Kind entlassen, sie können die Empfehlung für einen heilpädagogischen Kindergarten aussprechen und sie können darüber das Jugendamt informieren. Das ist alles kein großes Drama, aber ich möchte dir das Handlungsspektrum des Kindergartens aufzeigen.

Ich kann verstehen, dass du und dein Mann deinem Kind Medikamente ersparen wollen, aber bedenkt bitte, dass es außer Medikamenten auch noch andere sehr wirksame Hilfen gibt, die aber erst mit einer Diagnose verschrieben werden können. Um so früher eurem Kind geholfen wird um so besser kann es lernen mit dem ADHS umzugehen. Und sollte der Test zu dem Ergebnis führen, dass sie kein ADHS hat, dann ist es doch super, dann braucht keiner mehr Druck ausüben.

Auf der anderen Seite besteht natürlich die Gefahr, dass der Kindergarten bei einer ADHS Diagnose diese zum Anlass nimmt das Kind trotzdem an eine heilpädagogische Einrichtung weiter zu verweisen.

An deiner Stelle würde ich mit dem behandelnden Kinderarzt sprechen und diesen um seine Meinung fragen. Gerade auch mit dem Hintergrund der Problematik im Kindergarten. Vielleicht entscheidet ihr euch für den Test, vielleicht schreibt der Kinderarzt aber auch einen kurzen Brief an den Kindergarten, warum er dies nicht für angebracht hält.

Letztendlich finde ich es wichtig das ihr mit dem Kindergarten in einem positiven Dialog bleibt. Und bitte nicht über unfähige Pädagogen schimpfen. Unter den derzeitigen Umständen die die Erzieher im Kindergarten bewältigen müssen, ist ein schwierigeres Kind in der Gruppe oft einfach nicht mehr gut zu fördern. Deshalb wird dann oft die Empfehlung zu einer Sondereinrichtung ausgesprochen, weil alle merken, dass sie dem Kind vor Ort nicht gerecht werden können. Dies passiert aber deshalb, weil diese Pädagogen wissen was man tun könnte und wie man helfen könnte wenn die Bedingungen besser wären. Erzieher haben heutzutage 20-25 Kinder in einer Gruppe und sollen die zu zweit betreuen. Da schafft man oft nicht ausreichend individuelle Förderung.

Bei der ADHS Diagnose kann ein Kindergarten übrigens oft zusätzliche Kräfte beantragen, vielleicht steht auch das hinter dem Wunsch das du die Kleine testen lassen sollst.

Ihr habt als Eltern selbst einen schwierigen Weg mit dem AD(H)S gehabt. Ihr habt dadurch eine feste eigene Meinung darüber gebildet, die auf viele Erfahungen basieren. Aber die reine Weigerung das Kind testen zu lassen bringt es in die Gefahr aussortiert zu werden, weil zu schwierig im normalen Betrieb. Versucht doch mal eure eigene Geschichte rauszulassen und mit allen Leuten die mit eurem Kind zu tun haben einen gemeinsamen Weg der Förderung finden. Wenn ihr einen gemeinsamen Weg findet wird oft auch ein schwieriges Kind weiter durchgetragen, weil sich die Pädagogen sicher sein können Rückhalt von den Eltern zu haben. Wenn es nur ein Gegeneinander ist, dann werden schnell radikale Entscheidungen getroffen.

Ich bin selbst Pädagogin und arbeite auch oft mit Eltern die mit der Hilfe die wir bieten nicht einverstanden sind. Ich weiß inzwischen, dass dieses Kräftemessen keinen Sinn macht. Die Kinder leiden darunter und werden zerrissen. Deshalb lassen wir inzwischen in solchen Situationen los und entlassen die Kinder. Wenn es nicht mit den Eltern geht, dann ziehen wir nicht weiter am Kind. Wenn die Eltern allerdings mit uns zusammenarbeiten wollen haben wir schon sehr oft einen gemeinsamen Weg gefunden der weit weg von unserer ursprünglichen Idee lag. Es geht nicht um das ständige ja sagen zu den Ideen der Pädagogen, sondern darum nicht immer gleich nein zu sagen, sondern das beide vielleicht sagen und dann ein gemeinsames ja finden.

Danke für deine ausführliche Antwort.

Erst mal vorweg, weil du vorhin kommentiert hast, dass nicht immer gleich alles an unfähigen Erziehern liegt: Ich weiß wie hart die Arbeit mit Kindern ist, umso härter wenn 20 Kinder auf 1 Erzieher kommen und wenn dann eins aus der Reihe tanzt wirds nur schlimmer. Ich hab selbst in mehreren Praktikas in diesem Beruf geschnuppert und darum mich dagegen entschieden. Aber bei uns ist zum Beispiel eine 15 zu 1 Belegung + pro Gruppe 1-2 Schülerpraktikanten. Jede Gruppe hat etwa Schulklassenbelegung (also etwa 25-30 Kids) und es stehen zwei Vollzeitkräfte zur Verfügung. Desweiteren kommen 2 Teilzeitkräfte um die Früh/ bzw. Spätschichten mit abzudecken. Und regelmäßige "Seniorenbesuche" gibts ja auch noch. Also alles in allem genug Kräfte um eine gute Aufsicht und eine gelegentliche Individuelle Zuwendung zu gewährleisten.

Ich selber habe zum Beispiel nicht den Eindruck dass mein Kind über alle Strenge schlägt. Sie ist auch zu Hause sehr lebhaft und tobt sehr gerne herum. Aber ich halte mein Kind einfach nur für ein sehr lebhaftes Kind. Ich gehe viel mit ihr raus und lass ihr ausreichend Bewegung. Dennoch kann sie sich auch gut und gerne mal 1 Stunde mit einem Puzzle oder einem Lernspiel alleine beschäftigen (wenn ich zum Beispiel mal den Haushalt mache oder koche oder sowas). Und vorlesen ist für sie sowieso das Größte und dabei bleibt sie (gerade abends wenns zum ins-Bett-gehen kommt) gerne mal ne Ewigkeit sitzen.

Ich bin alleinerziehend (aber noch gut befreundet mit ihrem Papa) und bin berufstätig, ich bin auf diesen Kiga Platz angewiesen und habe allein deswegen auch schon Interesse darin, mit den Erziehern gut auszukommen. Und ich weigere mich ja nicht grundsätzlich gegen diesen Test, halte es aber einfach noch viel zu verfrüht darüber zu entscheiden. Ich habe habe selbst diese Diagnose erst als Jugendliche fast junge Erwachsene bekommen und weiß, dass man ein erfolgreiches, fröhliches und glückliches Kind sein kann, ohne dass man davon weiß. Meine Eltern haben eben mich eben automatisch "richtig" behandelt. Durch ihren Papa weiß ich, wie es ist wenn die Diagnose schon im Kindergarten feststeht: Man wird oft sofort abgestempelt und bekommt keine Chance, aber dafür jede noch so kleine "Unterstützung" (sei es Ergotherapie oder Medikamente oder so).

Das eigentliche "intensive" Gespräch mit den Erziehern kommt erst noch, aber ich möchte darauf vorbereitet sein. Ich habe den Kinderarzt bereits gebeten ein schriftliches Statement abzugeben und habe mich erkundigt in welchen "Förderkindergarten" (Hach das klingt für mich immer gleich nach Sonderschule ;) ) mein Kind denn könnte. Auch einen Anwalt habe ich gefragt, welche Chancen ich hätte den Kindergartenplatz zu halten. Mein Kind hat dort jede Menge Freunde und kommt gut mit den Erziehern aus (sagt sie) und es gefällt ihr da.

Und jetzt hoffe ich einfach nur dass es gar nicht erst soweit kommt und sich alles von allein klärt

Am ende ist es so das das kindeswohl immer im vordergrund steht. Da können euch auch entscheidungen aus der hand genommen werden in der schule könnt ihr das problem eh nicht mehr wegdiskutieren

Das war nicht meine Frage!

Ja, das Kindswohl sollte immer im Vordergrund stehen. Dazu gehört für mich aber nicht, jedes lebhafte Kind mit Medikamenten ruhig zu stellen, sondern es Kind sein zu lassen, es sich austoben zu lassen und nicht es mit Psychopharmaka voll zu pumpen!

@joyce123

jedes lebhafte Kind mit Medikamenten ruhig zu stellen

Wie willst du lebhafte Kinder mit Amfetamin "ruhig stellen" ? Mal im Ernst, hast du dich mal informiert?

es sich austoben zu lassen und nicht es mit Psychopharmaka voll zu pumpen!

Nicht jeder AD(H)Sler ist Hyperaktiv und muss sich austoben. Kaum ein AD(H)Sler ist nach dem "austoben" wirklich ruhiger...

2tes Offtopic!

Die Augen vor der Krankheit verschließen (nicht testen lassen) bedeutet verpasste Behandlungschanchen. Deshalb laßt sie testen. Wenn sie die Erzieher überfordert kann sie auch ausgeschlossen werden.

Ich wiederhole: Der Kinderarzt meiner Tochter ist ADS Spezialist und hat mich noch nicht darauf angesprochen, dass ich die Tests machen lassen soll....

Und wieso soll mein Kind aus dem Kindergarten ausgeschlossen werden, wenn die Erzieher dort überfordert sind. Das ist ihr Job.

@Vejchta

Wenn sie drohen dein Kind aus dem Kindergarten zu werfen, kannst du rechtliche Schritte eingehen. Und die Erzieher sind nun mal ausgebildete Pädagogen. Ein teil ihrer Ausbildung ist nämlich der Umgang mit schwierigen Fällen. Und wenn sie dein Kind abschieben weil sie nicht Fähig dazu sind, dann können sie auch Entlassen werden.

Ich wüsste nicht wieso sie das dürfen. ADHS ist weder ansteckend noch anders gefährlich für Mitmenschen und von den Medikationen gegen ADHS halte ich auch nicht viel, ich habe auch laut Psychologen HKS, bin aber auch Hochbegabt und hatte in der Schule keine Probleme (ich wurde nicht "behandelt"), im Gegenteil, es hat auch Vorteile, so kann man sich zum Beispiel bei richtiger Motivation sehr gut Konzentrieren (such im zusammenhang damit mal nach Bernd Heßlinger).

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