Kalziumsilikatplatte auf Kältebrücke?

3 Antworten

Die Platten setzt man an die Außenwand. Sie nehmen Feuchtigkeit auf und haben auch dämmende Eigenschaften. Aber vorher wäre es wichtig, dass man den Wandaufbau durchrechnet. Für den Bereich der Decke zur Außenwand gibt es Keilplatten. Braucht man aber nicht unbedingt; Ich kenne die Situatuon bei dir allerdings nicht.

Auf die restlichen Wände würde ich einem Kalziumsilikatputz aufziehen. Wichtig bei beidem: mit einem Systemkonforman Anstrich versehen. Wenn du mit was anderem darübergehst, z.Bsp. Latex, kannst du alles wieder rausreißen, da die Oberfläche verschlossen wird.

Ich würde aber nur die Außenwand bearbeiten, der Rest ist meist nicht notwendig.

Die Wand ist in den 70igern schon mit den damalig üblichen Dämmplatten versehen worden und die Prüfung hat keine Beschädigungen etc ergeben. Laut Messung ist wohl auch eher von erhöhter Luftfeuchte aus dem Innern auszugehen - wieso auch immer. Ich wohne dort seid 4 Jahren - was vorher war, weiß ich nicht. Ich achte auf mehrmaliges Stoßlüften und da es sich um mein WZ handelt, hab ich im Schnitt eine Temperatur von 24 Grad! Ich habe keine Tiere noch sonst irgendwas, was erheblich "ausdünstet". Die Wäsche trocknet im Keller. Bei einer Außendämmung müsste ich die "alte aber intakte" Verkleidung abreissen, oder?

Ich gehe davon aus, dass es sich bei der Außenwand um eine ungedämmte, gemauerte Wand handelt. Was gibt es denn für Fenster und wie wird gelüftet?

Offensichtlich ist die Wand durchfeuchtet und bietet damit kaum noch einen Dämmwert. Vielleicht ist der Außenputz auch schadhaft (rissig, Farbe blättert ab) und/oder die Wand zeigt nach Norden oder Westen, dass der Regen immer kräftig gegenpeitscht und die Sonne die Wand von außen nicht trocknen kann und/oder es fehlt ein ausreichender Dachüberstand.

Beheizt wird das Zimmer mit einem Heizkörper unter dem Fenster und vor der Außenwand laufen natürlich nicht zufällig die Heizrohre lang?

Bevor irgendwas mit Dämmung an der Wand gemacht wird, sollte die Feuchtigkeit der Wand geprüft werden (auch in der Tiefe). Bei Durchfeuchtung des Wandquerschnitts (was ich vermute), hilft beim Entfeuchten Wärmestrahlung, da Wärmestrahlung die Oberflächen erwärmt. An einer warmen Oberfläche kann die (kühlere) Raumluft kein Kondensat niederschlagen. Auch verdrängt die Wärme die Feuchtigkeit im Mauerwerk nach Außen, die Wand trocknet aus und bekommt den ursprünglichen Dämmwert zurück. Damit wird sich das Problem "Dämmung" erledigt haben.

Werden von innen Kalziumsilikatplatten angebracht, besteht die Gefahr, dass diese ebenfalls von der nassen Wand im Laufe der Zeit aufgefeuchtet werden, der Dämmwert wieder sinkt und sich früher oder später auch auf diesen Platten Schimmel bildet.

Ich denke, die sicherste und vermutlich auch auf Dauer preiswerteste Variante wäre die Änderung an der Heizanlage in Verbindung mit regelmäßigem Luftwechsel. Es kann eine Heizrohrschleife vor der Wand installiert werden, der momentan installierte Heizkörper - vermutlich mit Konvektionsblechen - bietet ca. 80% konvektive Wärme und etwa 20% Strahlungswärme kann gegen einen Plattenheizkörper (Typ10) ohne Konvektionsbleche ausgetauscht werden, denn dieser bietet ca. 40% Strahlungswärme und nur etwa 60% konvektive Wärme oder es werden vor der Außenwand hydraulische Heizleisten installiert (Info im Internet: sancal.de, radia-therm.de, neuland-heizleisten.de ...). Bei der Änderung an der Heizanlage ist der Raumwärmebedarf zu beachten.

Grundsätzlich wird weniger Heizenergie benötigt, je wärmestrahlungsintensiver die Heiztechnik ist, weil sich unter der Zimmerdecke das relativ nutzlose Warmluftpolster verkleinert und eventuell aufgefeuchtete Wände austrocknen und dann bessere Dämmwerte bieten. Nebenbei gleichen sich die minimal unterschiedlichen Luftdruckverhältnisse im Zimmer (bedingt durch die nach oben steigende Wärme) an, so dass geringe Undichtigkeiten im Fensterbereich zu geringeren Luftwechselraten führen.

Kommt die Heizrohrschleife in Frage, dann ggf. gleich das 22mm Kupferrohr verwenden. Das ist - wenn die Wärme für die Wand nicht ausreichen sollte - zur Aufrüstung zur Heizleiste geeignet (System Radia-Therm).

Die Wand wurde in den 70iger mit den damals "hochgelobten" Dämm bzw. Verkleidungsplatten versehen. Das Mauerwerk sowie das Dach sind geprüft und weisen keinerlei Beschädigung auf! Die betroffene Stelle ist Rt. Süden ausgelegt. Ausgeführte Messungen haben ergeben, das die Feuchtigkeit größtenteils tatsächlich von innen her rührt! Es wird GARANTIERT mehrmals am Tag Stoß gelüftet und es herrscht eine Wohntemperatur von 24 Grad! Die betroffenen Stellen befinden sich im Wohnzimmer im OG. Es gibt dort mehrere Fenster, unter jedem befindet sich ein Heizkörper und alle sind "in Betrieb". Ich habe jetzt alle Hoffnung auf diese Platten gelegt. :( Jetzt werde ich mir wohl nochmal den Rat eines Heizungsbauers dazu holen müssen. In anderen Foren habe ich gehört, das auch Styropor hilft, da es die Feuchtigkeit nicht durchläßt?! Styropor und darauf Putz eine Option?

@Josie

Frag mal den Heizungsbauer, ob der Heizwärmebedarf des Raumes auch mit dem Plattenheizkörper Typ10 (die einfachste Bauart, ohne Konvektionsbleche) erreicht werden kann. Unter Umständen wird der Heizkörper breiter sein, als der derzeitig montierte Heizkörper und die Heizrohrschleife vor der Außenwand bringt einen leichten Warmluftschleicher an die Wand, was die Kondensatbildung verhindern kann.

Von Styropor außen auf der Altbauwand halte ich persönlich nicht viel, da Styropor die Entfeuchtung der Wand nach außen verhindert. Besser ist die Trockenlegung der Wand durch Wärmestrahlung. Die trockene Wand sollte dann einen ausreichenden Dämmwert besitzen.

Innen darfst du die Dämmung nicht drauf machen, sonst wird es noch schlimmer. Die Dämmung gehört auf die Aussenwand. Ein kostengünstiger Vorschlag wäre:

Mehrmals am Tag für 5 Minuten das Fenster GANZ öffnen (nicht auf Kipp!) und anschließend immer auf Zimmertemperatur aufheizen. Es müßten schon erhebliche Kältebrücken sein, wenn das nicht helfen würde. Früher als noch mehr geheizt und gelüftet wurde haben diese Kältebrücken ja auch keinen Schimmel ausgelöst.

Und wie "erheblich" sie sind! Angefangen im Kleinen hab ich sie mit Soda und Sumpfkalkfarbe behandelt. Jetzt bei Frost explodiert das alles und die Stelle vergrößert sich enorm. Dabei haben die Messungen klar ergeben, das die Feuchtigkeit wohl mehr im Inneren zu finden ist - nur versteh ich beim besten Willen nicht, wieso?! Ich lüfte mehrmals tgl und hab es gern ein bißchen wärmer. Wir wohnen hier zu zweit, sind zeitweise natürlich auch bei der Arbeit, haben keine Tiere und trocknen unsere Wäsche im Keller! Die betroffene Wand ist OG, im UG hab ich es nicht!

@Josie

Wurden diese Kältebrücken näher definiert? Sind es mehrere verschiedene Stellen oder nur in einem Bereich durchgehend? Ein Foto wäre nicht schlecht gewesen.

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